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Menschen, die diese seligen Tage erlebt; so glaube ich,daß an-dem heutigen Tag, da ich unsrer hohen Landes,Obrigkeit von dem Zustand der vaterländischen Kirche einegewissenhafte Nachricht ertheilen soll, dieselbe mir folgendedrey Fragen gleichsam zur Beantwortung vorlege. Dieerste Frage: Sind so aufgeklärte Zeiten, und wie vielLicht ist bey unsevm christlichen Volk wahrzunehmen? —Die zweyte Frage: Was hindert eö, daß dieses Lichtnicht noch mehr durchdringct? — Die dritte Frage:Was ist zu thun, und welches sind die nöthigsten und be-quemsten Mittel, den mehrern Durchbruch und die Wir.kung dieses «o seligen Lichts zu befördern?
Die vernünftige Seele des Menschen kann durch rich-tigen Gebrauch ihres Verstandes zu einer gedoppelten Er»kenntniß gelangen. Der Mensch kann die Natur der Din-ge, mit denen er in der Welt umgeben ist, und die beßteArt seines Verhaltens mit und gegen dieselben einsehen;er kann sich aber auch zur Erkenntniß des Urhebers seinesDaseyns, des Schöpfers und Regenten aller Dinge, em-porheben. Es ist nicht zu zweifeln, daß ihm sürnämlichum dieser letzter» Erkenntniß willen eine vernünftige Seelegegeben worden, damit er durch die Kräfte derselben den-jenigen sehen und entdecken möge, der mit leiblichen Au,gen unmöglich kann gesehen werben. Seine Vernunft isthier für die Seele eben das, was das Aug und übrigeSinnen für den Leid sind. So wenig ein Mensch äußerlicheDinge erkennen kann, wenn er Augen und Ohren nichtdazu gebraucht, eben so wenig wird er den unsichtbarenGott erkennen, wenn er seine Vernunft nicht dazu anwen-det, wozu sie ihm eigentlich geschenkt worden. In der Er-weiterung und Verbesserung dieser zweyfachen Erkenntnißbestehet alle Aufklärung, deren die Menschen fähig sind.
Weder Zeit noch Ort gestatten es, hier weitläufig anzu-führen , wie tief der menschliche Fleiß in die Geheimnisse