Band 
Sechster Jahrgang.
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»keit nicht blind machen, und ihn, auch wider seinen»Willen, vom richtigen Pfad abführen? Aber nein!»D'tn Her, ist nur Bürge, das sich noch nie, und in»keinen Dingen, aus irgend einer Nebenbetrachtung, wi-eder Recht und Wahrheit bewegen ließ. Und nach deß^ner trefl chen Denkart wirst du auch denen nützen, die»es sonst so wenig verdienen. Denn, o wie viel besser»würden die Epdsgenoffen sich selber berathen, und»wie viel grössere Ehre müßt' es ihnen auch im Auslande»billigen, wenn sie das unsinnige Kriegsgcläuf aufgeben,»und dafür lieber daheim ihr Feld bauen würden».

Dann folgt die ausführliche Erzählung der seltsamenAuftritte, die sich in diesen Tagen zu Paris zugetragen,als Ludwig Xil. zur Erkenntlichkeit daß Leo X. ihnnicht gehindert hatte, Neapel den Spaniern zu entreißsen, die Pragmatische Sanction in Frankreich aufheben,und mit Concorbaten vertauschen wollte, die dem H.Stuhle günstiger waren. Die Geistlichkeit indessen selber,uebst allem was zur Akademie gehörte, waren am meßstcn gegen diese Neuerung aufgebracht, und erregten mitihrem aus viel tausend Personen bestehnden Anhang einenförmlichen Tumult, der aber, nach AlttGaüischer Welse,nicht über zween Tage dauerte, und, neben andern, mitsollenden römischen Ecäugnissen begleitet war. Als derHerold durch die Stadt ritt, das Königliche Edickt zuverlesen, wurde er durch einen Trupp Studenten» dieihn mit entblößtem Degen verfolgten, so sehr geängstigt,daß er von seiner Eselin sprang und über Hals und Kopfdavon rannte; da denn (sagt tiefen) das arme Thier,daS so geschwind nicht laufen konnte, das Treffen alleinbestehen mußte. Des folgenden Tags indessen war derLeim noch ärger, als ein durch blossen Zufall von einemDach gefallener Ziegel — die streitenden Schaaren aus-einander trieb, da nämlich die Königliche Militz wähnte,