Zu sey»/ dem erster grosser Lehrer nicht.
Wen traf, wie ihn, der Vorurthcile Wuth,
Von Priesterstolz und Heuchele» gereiht?
Und wer bestand je eine» härtern KampfMit Aberglauben und mit falschem WahnBon aller Art, der desto heil'ger war,
Je länger er bey seinem Volke schonDes Alterthums und Glaubens Larve trug?
Warum beleidigt' ihn der Starrsinn, Spott und HohnDer Dummheit nicht? Warum verfolgte Er,
Obgleich so sehr, so oft gereiht, doch nicht?
Er war ein Menschenfreund. Bey allem, waSEr that, war nicht sein eignes Ich das Ziel.
Das Wohl der Menschen, seiner Brüder, warSein grosser Zweck, sein einziger,' und denVergaß er nie; und drum ward auch sein Herz,
Sein edles Her; durch Lästerungen nieVerbittert, niemals muthlv», bliebStets im Bewußtseyn seines grossen Zweck-Sich selber gleich und ruhig; geitzte nichtNach lautem Lob und Beyfall; freute sichDer Saat, die hie und da, obschouNur im verborgne» nnd auf neuem Grund,
Der Zukunft doch so schöne Frucht versprach.
Jst's dir, wie ihm, »in deiner Brüder Wohl,
Um größtes Licht, um ihre Besserung,
Um Lebensglück, nicht um dich selbst, zu thun,
O so verfolgst du nicht, so reihet dichKein Widerstand zum Zorn; so duldest duMit Seeienruh' und ohne BitterkeitDer Einfalt und des Aberglaubens Stolz;
Verzeihst, wie Er, dem Irrende«, und schonstDes Schwachen Aug', das noch zu blöde ist.
Allein, wen» du verfolgst, wenn WiderstandDich kränkt, und dich zum Zorn und Eifer reiht,
So jst's dir nicht um deiner Brüder Wohl,
Dir ist - um dich, um Ruhm und Ehr' zu thu».