Band 
Sechster Jahrgang.
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willen den Unglücklichen umkommen lasse in denFluthen,kann ich meine That rechtfertigen? Ist's die That einesMannes, eines Helden, eines Weisen?

Dieses ist' sallein, worüber ich zürne, dies schimpflicheAufgeben. —

Mit aller Gewalt, welche die gute Sache wir über ihngestalten würde, müßt' ich ihm sagen: Wenn er nun vor«übergehe bey dem alten Gebäude, das den Namen Spi«that führt, und unter den Porten stehen die Schaaren je-ner armen, ach I beynahe nur gut gefütterter Waisenkin-der; wenn er da den Keim des Verderbens in ihren mat«ten Blicken lese, Unreinlichkeit in ihrem ganzen Wesen be.merke, dann ihre Blicke ihm begegnen; etwa eines derUnschuldigsten ihn mit dem Namen Waisenvater an jeneFreudenlhränen erinnere, die er mit ihnen vergoß, da sieEuch so freundlich umzingelten, und die dunkle Ahndungkünftige» Glücks und Wohlstands ihre Hände in EuereHände preßte — wre's in diesem Moment ihm Gelübdwar vor Gott auszuhalten, und alles zu thun um dencdeln Zweck zu erreichen: Ob nun, dies Gelübd zu bre-chen ohne die dringendste Noth, weise sey, männlich sey— That sey des Patrioten? —

Sagen Sie mir, muß es ihn da nicht an die Brustfassen, wenn ihm wie ein Blitz der Gedanke aufs Herzfällt: Du hättest sie retten, erziehen, verbessern, bildenkönnen, diese Opfer der Armuth — und hast sie umkom-men lassen. Iezelerj Gefühlvoller, edler Mann: Beydem Heiligsten beschwör' ich dich! Kannst du tragen dieseSchmach? Kannst du aushalten diesen Gedanken? Schmilzter nicht dein Herz? Zieht er dich nicht unwiderstehlich andein Waisenhaus — so kannst du groß seyn wie Eirlerund Rcppler — aber gut und edel bist du nicht alsPatriot, Bürger und Christ. Doch, ich habe Ihnenschon zu viel gesagt. Sie, die Mutterband der Vorse«