Band 
Sechster Jahrgang.
JPEG-Download
 

andern Tag nach der empfangenen Wunde uns dein blu-tendes Herz entdecktest, so kann ich mich doch nicht er-wehren, zu fragen: Wie konntest du, Lieber! Lieber!uns drey Jahre lang nichts von den Leiden der Seligensagen? ? Nun hat sie überwunden — Dank sey dem durchden sie überwunden, der uns geliebet hat, unserm HerrnJesu Christ! Da du sie so dem Tode nahen sahst, mußteer dich doch, als er endlich kam, viel weniger befremden;da du sie leiden sahst, mußte dir ihre Entlassung mark zu.wider seyn; da du sie zum himmlischen Leben reifen sahst,— konntest du ihre Vollendung verbitten? Da wir all«den Jahren uns nähern, da der Tod uns immer mindervorkommen muß als wiederführe uns etwas Fremdes; sowird das Beßte seyn, daß wir unsrer vollendeten Freu»,bin mit immer fester« Tritten nacheilen. Wer sagt?Bodmer? Wer es sey, es ist wahr:

vied besser ist es noch besitzen und begraben,

AIs ein so theures Gut gar nicht empfangen habe».

Die Wiedererlangung aus der Auferstehung, das Zu-sammenkommen im bessern Leben, ist alles was uns zuwünschen übrig bleibt. Paulus sagt, er tröste anderemit dem Trost, damit er von Gott getröstet sey. Gottgebe, daß wir mit dem Troste, womit wir andre so ofttrösten, auch uns selbst trösten lernen!

Du sagst von einer Umarmung, mein theuerster Freund!Ach, was wäre das.' Aber, willst du zu uns kommen?Das hoffen wir. Denn zu dir hinüber, daS wäre mei-nen je länger je unbehülsiichern Füssen und ganzen Dispo-sition nicht möglich. Andrer Hindernisse nicht zu geben,kcn. Sonst befinde ich mich, Gott sey Dank! für einenMenschen, der sich immer so wenig dauerhaftes von seinerGesundheit versprechen können, gut genug, und meineliebe Base ist die ganze bald so. Jahre her, so wie ich,