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Harburg. Der berühmte Herr v. Ma-Dnus Crusius ist als General-Suveriuten-vens der Harburgiscken Jnspectionen am r;Sonntag nach TrinitatiS vorigen Jahrs ein-geführet worden« Se. Königl. Majestät vonGroßbrittannien haben denselben auch mitdem Cdaracter eines CoiMorial - Raths be-gnadiget. Zu diesen bevbm Ehren-Skeüenhak ihm der Rector in Harburg, Herr Jo-hann Christoph Strodtmann, in einemSendschreiben Glück gewünsthet, darinnendie Frage untersuchet wird: Gb die Drui-den gute Lateiner gewesen ? Das Send-schreiben bat eben die Presse verlasse«, undist im Verlag Carl Samuel Geißlers allhierzu haben. Es beträgt ; Bogen in O-uart.Herr Schütze zu Mona bat in seinen Schuh-Schriften für die alten Deutschen erwiesen,daß die Druiden die schönen Wissenschaftennicht versäumet. Weil nun der Herr RectorStrodtmann die Philologie nicht daruntergefunden ; so hat er sich vorgenommen nach-zudenken , ob man ihnen nicht auch diesezuzuschreiben Grund hätte, und endlich hater gefunden, das; sie in der lateinischenSpräche eS ziemlich weit müssen gebrachthaben. Im §. i. und r. wird die vielfäl-tige Gelegenheit erzehlet , welche die Drui-den zur lateinischen Sprache in Gallien,Brittannien und Dmtichland bey dem vie-len Umgänge mit den Römern gehabt. Hic-burch erlerneken sie aber l nur das gemeineLatein, welches von dem Klönen selbst inRom sehr unterschieden war. Allein wiehaben denn nun die Druiden das zierlicheLatein erlernet? Die Römer gaben Edicle,Gesetze und Bescheide allen besiegten Völkernin lateinischer Sprache , damit ihre Spra-che desto allgemeiner würde. Die Griechenmußten es sich selbst gefallen lassen. Diesesgeschahe nicht nur in Rom, wenn man Ab-gesandten dahin schickte^ sondern auch inden Provinzen. Kein fremder Gesandterwurde vvm Senat gehöret , wenn er seinenVortrag nicht in lateinischer Sgrache thunkonnte. Die Gesetze und Ediere der RömerWurden nicht im pöbelhaften Latein chgefaffet»
Man lese nur den Lnffomm. Folglich sa-hen sich die Einwohner der Provinzen ge-nöthigt, sich des schönen Lateins zu besieißi-gen, und dieses zu erleichtern , legten dieRömer in den Provinzen, sonderlich in Gal-lien , verschiedene Academim an. Die Drui-den waren das Orakel des Volks ; waSfolget also natürlicher , als daß diese sichvornemlich um die Geft'tze ihrer Sieger wer-den bekümmert, und Las zierliche Latein er-lernet haben ? Der Zweifel verschwindet nochmehr, wenn man bedenket, daß die lateini-sche Sprache in den Provinzen oft im bessernFlor gestanden, als in Rom selber. Ver-schiedene Römische Sccibentcn sind ja ausGsllien und Spanien. Was ist glaubli-cher , als daß die Druiden , die Gelehrte«der Gastiern , andern es darinn werden zuvorgethan haben? Ein Beweist , daß man inGallien zierlich Latem gewußt, wird auch da,Her genommen , daß Cäsar, der gewiß nichtpöbelhaft schrieb, einen griechischen Briesabfassen mußte, weil er besorgte, sein Vor,haben würde verrathen werden, wenn exLatein schriebe, und sein Brief aufgefangenwürde. Vermuthlich haben die Druidenalso in ihren SMulen die lateinische Sprä-che gelehret. Endlich beweiset der Herr Re-ktor noch, daß die Druiden die philosophi-sche Bücher der Römer gelesen. Sivarduö,ein Friesischer Druide, verbrannte des CiceroBücher 6c nacueL Ocvrum als ketzerisch.Die Deutschen hatten ziemlich gesunde Be-griffe von der Gottheit; Cicero hingegen istin diesen Büchern , nach aller Geständniß,ein Scepticns. Die Menschen sind von Na-tur sehr geneigt, die Sache der Religion zuuntersuchen und zu beurtheilen, wenn sie zu-mal weiter sehen , als der Pöbel. Man darfwohl nicht zweifeln, daß die Druiden eingleiches gethan, und aus eben dieser Ursachedie Bücher des Cicero gelesen. Sivardnsist einer von den neuern Druiden, und hakim achten Jahrhundert gelebt. Dazumalhatte die Barbarey schon in Rom triumphi-ret. Wie soll denn Sivardns des CiceroBücher, die im schönen Latein geschrieben
sind,