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glaube geschlossen , es könnten die Zauberersodann Schaden thun. Da es doch freylichnicht gut , wann unnützer Weise Holz ver-brannt wird. Es ist nicht gut , meynt derAbergläubige, wann jemand ungewaschen ausdem Hause gehet, die Hexen können ihn be-zaubern. Freylich aber zeiget solches ein un-ordentliches Wesen au, hat jemand das Ma-scheu unterlassen , so hat er auch wohl dasGebett unterlassen , da können uns unsereFeinde gar leicht schaden. Ueberall stehet manHieraus, baß die lieben Alten gute Absichtenbey ihren Aussprüchen und Anstalten gehabt,«on ihren Nachkommen aber entweder nichtrecht verstanden worden, oder nicht recht ver-standen werden wollen. Wann bey entstan-denem Gewitter die Glocken gelautet worden,und das Gewitter sich darauf zertheilet , someynen die Albernen in der Römisch - Catho-lischcn Kirche, es käme daher, weil ihre Glo-ken getauft wären; Es hat seine natürlicheUrsachen; dann die Wolken durch der Glo-ken Schall zertheilet werden. An etlichenOrten werden die Canonen gelöset, und siehaben eben die Würkung. Wann der Aber,glaube meynt, man müsse das Saltz-Faßvorher auf den Tisch setzen, ehe eine Speiseaufden Tisch gesetzt würde, so rühret solchesaus des Pythagorä Lehr-Satze: 8al primumapponenäu!, her; da doch des WeltweitenMeynung gewesen: Man solle in allen Din-gen vorher Klugheit gebrauchen. Die Christ-Nacht , meynt der Aberglaube, habe ganzandere Eigenschaften , als die andern Nächteim Wintermonar, ja im ganzen Jahre. Manfetzt Saltz-Häufgen, und wann diese die Nachthindurch stehen bleiben, so schliesset man dar-aus , man werde das Jahr am Leben bleiben.Die Mägde wcrffen den Schuh, um darauszu ersehen, ob sie werden das Jahr im Dien-ste bleiben. Sie ziehen ein Scheit Hol; ausdem Holz-Haussen, daran zu erkennen, ob ihrkünftiger Bräutigam groß oder klein, krummoder gerade feyn werde. Die Hauß-Müttertragen das Tifch-Tuch mit den Brosamen inGarten , und schürten es den Weyhnacht-Abend bey die Wurzeln der Bäume, wovonsie tragend und fruchtbar werden sollen. In
den sogenanten ir Nächten müsse man keineErbsen oder Linsen, Graupen und dergleichenessen, sonst bekomme man das Jahr Geschwü-re , so groß wie eine Erbst. Wo ist wohl dergeringste Grund zu diesem Vorgeben in derganzen Natur vorhanden ? Da vielmehr imGegentheil denen Zeichendeutern und Tage-wävlern ein schwehr Gerichte gedrohet wird.veurer. xux. Ic>. n. Am grünen Donner-stage , meynt der Abergläubige, muß manPetersilien-Saamen ausstreuen , so wird undbleibet die Petersilie fein grüne. An eben die,scm Tage sey es gut, wenn man neun schönegrüne Kräuter iffet, es verwahre solche Spei-se wider mancherley Krankheit. Da aberum diese Zeit nicht viel brauner Kohl mehr zubekommen , so hat die Noth denen Hauß-Müttern es wohl gelehret, daß sie zur Ver-mehrung der Speise andere Kräuter mit da-zu nehmen müssen. Am Johannes - Abendwird noch an etlichen Orten Deutschlandsdas Johannes-Feuer angezündet. Das ra,sende Volk springet und tantzt dabey herum,das soll nun wider die Zauberey für Men-schen und Vieh gut seyn. Am AndreaS-Abendbetten die abergläubige Weibsbilder einigeGebette, damit ihnen der heilige AndreasEhe-Männer verschaffe. Wie muß sich nichtdas Wort der Wahrheit, welches uns zu un-serer Seligkeit gegeben ist, von denen Thorenund Abergläubige» mißhandlen lassen. Werden i iy. Psalm rücklings hersagt, (als wel-cher sich gar füglich in Connexion hersagenlässet) kau damit seinen Feind todt betten.Schändlich ist das Verfahren derjenigen, wel,che den schönen isten Psalm , den Davidtäglich soll gebettet haben, mißbrauchen, denDiebstahl, der ihnen wiederfahren, dadurchzu entdecken. So wie es dem göttlichen Worteergehet, eben so gehet es auch mit den heiligenSacramenten. Wenn ein Kind gebohren ist,so soll der Vater des Kindes» wenn er nachder Geburt des Kindes zum ersten mahl wie.der zum heiligen Abendmahl gewesen, so balder zu Hause kommt, das Kind in den Man-tel nehmen und dreymal anhauchen , so be.kommt das Kind die Zähne leicht.
(Die Fortsetzung folget künftig.)