Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
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V ):< Nr

redlichen Patriot, als einen treuen Freund,als einen vernünftigen Kenner des wahrenVergnügens u. s f. Und in dieser Absichtverdienen seine Poesien ein wahres Lob Weilaber einer ein gelehrter, und liebenswürdi-ger Mann seyn kan, ohne das er zugleich einguter Poet sey, so entschuldigt die unschmei-chelhafte Vorstellung des moralischen Cha.racters unsers Dichters, das Unhösiich-schei-nende meines Urtheils, wann ich sage, daßmir beucht, die Natur habe ihm daspoetische Naturell »och bis dahin ver-sagt ; dann wann ich in seinen Gedichtenlese, so vermisse ich bald das Poetische Feuer,bald die Spräche des Herzens, bald den zu-fammenhang, bald das gerechte Ebenmaßder Theile mit dem Ganzen; bald schwingtsich der Poet zu dem schwülstigen Lohnsteinherauf; bald fällt er in bre Neukirchische Mat-tigkeit herab. Fast aller Orten müssen Spruch-wörter, und allgemeine Weidsvrüche die Lü-cken ausfüllen. Es fehlet allenthalben andem Schwünge, und an der Neuheit der Ge-danken ; und was dergleichen mehr ist, dasden Hra. Verfasser berechtigen kan, einmalim Ernst seiner Muse den Abscheid zugeben,wir er Bl. n8 ,»5. im Scherze gethanhat. Nun ist es an dem, daß ich vonmeinem Urtheil Zeugnisse beybringe; alleinderen ist das ganze Buch voll; w soll ich weh-ten ; dw Leser wird sie fast auf allen Blätternantreffen? Doch ich will ein paar «stellenzum Muster anführen: Bl. >7. sagt daspersomficierte Gewissen:

Ich bin bewegt;

Mein Herze schäumt und schlägt!

Ich fühle das bange btur in hcissen Adernschwellen;

Die Seufzer machen stumm; die Ohn-macht zeiget sich.

* > *

Sünder! weint

Laßt die Thränen häuffig lauffen!

Laßt die Sünde bald ersauffen!

Wascht im Salz der Augcnltcder,

Die besteckte Seele wieder,

Bis sie ohne Mackel scheint;

Sünder, weint l

Machen LxciLMLtionen, und bürlesqueVergleichungen die Sprache der Affecten aus?Sagt es ein betrübter selbst, daß er weinen,oder in Ohnmacht sinken wolle? Und wasfür ein lächerliches Bild muß sich vie Ein-bildungskraft vorstellen, wann die Seele imSaltze der Augenlieder soll gewaschen,gepfeffert und emgedeitzet werden?

Bl. > 89. ist eine niedliche Stelle: Er schreibtan einen Freund:

Ich irre, freylich wird die Liebe dir lieb,kose»-.

Ich sehe schon im Geist, wie man sich umdich drängt:

Mich läßt man leydcr nur bey meinenwarmen Hosen;

Jedoch ich bin vergnügt, wenn schon meinGarn nichts fängt.

Doch»damit man mir keine niederträchtigeTadclsucht, die das Gute gern verschweiget,vorwerffe; so siege ich mit Vergnügen, daßDer Herr Verfasser in seiner Beschreibungeines Kornfeldes Bl. es - 6y. nicht un-glücklich gewesen, wo er in demselben dentreuen Mahler der Natnr, den seligen Hrn.Brockes, nachgeahmet hat. Ist für -r kr.zu haben.

Erfurt. In Verlag des hiesigen Universi-läts. Buchhändlers Johann Friedrich We-bers , wird anjetzo gedruckt, und auf bevor,stehende Ostermesse zu haben seyn : Des Hm.Abts LssoUcl, Mitglieds der beyden Königl.Französisch-und Englischen Societäten derWissen schafften, Abhandlung von der Eiec-tricrlät der Körper, aus dem Französischenübersetzt, nebst einigen Kupfern.

Eben derselbe gedenckel auch nächstens einerichtige Deutsche Ucbcrsetzung der vortrefli-chen phystcalischen Vorlesungen des nur ge-dachten berühmten Abts sollet, mit Dey,sügung rer nöthigsten , uno Hniweglassungder üderfiüßigen Kupfer, womit man dieses

vntzti.