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Hamburg. Allhier und in Leipzig istWrtzlich erschienen: Herr» Barthold Hein-rich Brockes, weyl. Raths berrn dieserRayserl. freyen Reichs-Gradr, physica-lische und moralische Gedancken überdie drey Reiche der Natur, nebst seinennoch übrigen nachgelassenen Gedichten,als des Irrdischen Vergnügens in GGtt5>ter und letzter Theil. Ritt Röniglich-voylmscher und Lhur Sächsischer allec-gnädigster Freyheit. 1748. in Octavo.r. Alphab. 17 und ein Halber Bogen. Die-ses ist der Beschluß aller Gedichte deS seel.Herrn Brockes, und man ist bey der Aus-gabe derselben völlig überzeugt, daß das Ab.lebet» des Verfassers die Hochachtung undLiebe noch nicht vermindert hat, welche soviele rechtschaffene Menschen jederzeit für dielautere Absicht seiner erbaulichen Muse ge.habt haben. Man kan dieses um jö vielmehr hoffen, da man in diestm letzten Theildiejenigen Gedichte liefert, welche der ver-ewigte Brockes hin und wieder in seinenSchrssten versprochen hat. Er folget dar-innen hauptsächlich den Wercken des Schö-pfers in ihren Gänge!», und besinget diedrey Reiche der Natur. Das Mine-ral-Reich ist der erste Gegenstand seiner Ge.daucken. Er beschreibet uns die verschiede-nen Schätze, so die Erde in ihrem Scdvoßezum Nutzen und Vergnügen der Menschenerzeuget und enthält; und lehret, wie noth-wendig solche uns, wenn wir sie nur mensch-lich gebrauchen, zu einer ehrerbiethigen Er-kämitlichkeit gegen den gütigen Geber der-selben antreiben müssen. Hierauf ist dieOberfläche der Welt seinen Betrachtungengewidmet. Er zeiget, was sich sowohl imvstantzen-als Thier-Reiche unsern Sin,nen darbeut. Da dqs Hertz des seel. Bro-ckes voll überzeugender Gedancken von derMajestät und Hoheit seines Schöpfers war;so ist auch hier, wie in allen seinen Schrif.tcn, die Absicht, daß die wahren Menschenmit ihm zusammen treten, und denselben er-kennen und anbeten sollen- Die erste Anla-
ge zu diese»« Wercke ist bereits in der Zeitgeschehen, da die Muse des berühmten Dich-ters in ihrer ersten Schönheit und in ihremstärcksten Feuer war. Schon im Jahr»72;.wurde der Anfang damit gemacht, und desSonntags auf dem Garten eine Stunde da.zu ausgesetzt. Diese würdige Beschäftigunghatte ihren Fortgang, »venn keine zufälligeUmständc dieselbe unterbrachen. Allein sol-che kamen sehr oft.; und der erbauliche Dich-ter muste die ruhigen Augenblicke, welche erfür sich ausersehen hatte, mannichmal denBesuchen und zuweilen sehr entbehrlichen Ge-gen-Besuchen oder andern Zerstreuungen über-lassen , welche ein allzugefälliges Ceremonie!für Seelen,,die sich selbst beschäftigen kön-nen, eingeführet hal. Es würde diesesMerck noch ausführlicher styn, wenn es derVorsehung gefallen, das Ziel seines rühmli-chen Lebens weiter hinaus zu setzen. DerLeser wird solches bey den Gedancken überdas Thier-Reich bemercken. Um dieses zuersetzen, hat man aus den nachgelassenenHandschriften des Verfassers mit einer sorg.faltigen Aufmercksamkeir solche Stücke ge-wahlet, »reiche dem Innhalt des IrdischenVergnügens in GOtt völlig gemäß sind;und m einem Anhange »st eine Sammlungvorgefundener Sing-Gedichte hinzugefüget.Uedechaupl ist noch zu melden, daß sich derHerr Brockes in diesen seinen dreyen Rei-chen der Natur einerley Vers-Art bedie-net hat. Wir wollen den Anfang , als die;. ersten Seiten des Buchs, hersetzen:
5 >uell der tiefen Ewigkeiten!
^ In dir selbst verborgner GOtt!
K eys und Mittel-Punct der ZeiteniWahres All! HErr Zebaoth!
Dessen all belebend Gläntzen
In den unumschräiickten Gräntzen,
Denen End und Ursprung fchlhUnbegreiflich sich verhehlt.
Alles, was die Welt erfüllet,
Ist durch dich hervor gebracht,
Eee »
Alle-