Band 
Zweyter Band.
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V. Anfang u. Fortgang d. Gelehrsamk. 5

gröste Veränderung wurde durch Luthers Reformation in der Theo-logie veranlaßt. Vorher war nur unter den Christen der Haupt-unterschied zwischen der Rämischeatholischeu und GriechischenReligion. So bald Lucher L. 1517. den gi. Oct. zu Wittenbergseine Satze gegen den Ablaßkram an der Schloßkirche angeschlagen,und also dem Pabst den Krieg angekündigt hatte, so entstund nunder Unterschied zwischen den Römischcatholischcu und Evangeli-schen; ferner, da sich diese s. 1525. sonderlich in der Lehre vomAbendmal trennten, auch zwischen den Lutherischen und Lalvinisch-reformirren Christen, die aber seit dem ä. 152Y. zu Speyer gehal-tenen Reichstag, da die Häupter beider Partheien noch zusammen-hielten, gemeinschaftlich Protestanten genennt werden, weil siewider die gegen sie daselbst abgefaßten harten Reichsschlüffe pro-testirten. Jezt gewann die Theologie eine ganz andere Gestalt- Siewurde bey den Protestanten zwar von den eingeschlichenen Irrthü-mern und Menschensatzungen, aber nicht ganz von den Scholasti-schen Terminologien und Spitzfindigkeiten gereinigt. Man hieltsich an die Aussprache der Bibel; nur wurden diese verschieden er«klärt, je nachdem eine Religionsparkhei ihre Lehrsätze daraus be-weise» , oder erzwingen wollte. Durch die Confessionen und Sym-bol« wurde der Lehrbegriff nach den damaligen umstanden festgesezt.Aber die Streitigkeiten dauerten fort, immer mit Heftigkeit undGrobheit, wodurch die Wahrheit nicht viel gewann. Viele hie undda begangene Fehler hinderten den gehoften Nutzen der Reforma-tion. Wenn nicht die Vorsehung gewacht und quf der einen Sei-te den feurigen Luther mit Muth gestärkt, auf der andern den sanf-ten Mclanchthon erweckt hätte, daß er durch seine SanAnuthdes erster» Hitze temperirte, so würden Irrthum und Aberglaubegesiegt haben. Welchen Segen stiftete Luther durch seine vor-trefliche Bibelübersetzung! die bey allen möglichen Ucbersctznngenein Meisterstück bleibt. Originaltext und Uebersetzung wurde nunaller Orten gedruckt, aller Orten das Wort Gottes reichlich unterdie Christen gebracht, das bisher im Pabsium unterdrückt und alsschädlich verbocken war. Man beeiftrte sich, den richtigen Wort-verstand der Bibel aufzusuchen, und nach den damals bekanntenHülfsmitteln die Bibel zu erklären. Darnach formte sich die dog-matische Theologie. Luther stimmte die /. Sakrament: auf 2.herab; gab den Christen den geraubten Kelch im Nacht nal wieder;