Band 
Zweyter Band.
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V. Anfang u. Fortgang d. Gelehrfamk. 197

Johann Aventtnus, eigentlich Thurnmajer, geb. 1466.zu Avensbcrg , einer kl. Stadt in Oberbajern, wo fein Vater einGastwirth war. Er studirte zu Jngolstadt und Paris; hielt sich zuWien und Regenspurg auf; reifte 1507. mit einem jungen ErasiMUS ZZrims, — dem Sohn seines Freundes zu Regenspurg, nach-maligen Canonicus daselbst, der ihm zur Aufsicht übergeben wur-de,— nach Cracau, wo er die griech. Sprache lehrte, und die Ma-thematik lernte. Er lehtte zu Jngolstadt als Magister, und wurde1512. von Herzog Wilhelm in Bayern zum Lehrer seiner beidenPrinzen bestellt. Er begleitete hernach den altern Prinzen Ernstnach Italien. Nach seiner Rückkunft machte er Anstalten, seineGeschichte von Bayern zu verfassen , wozu er von Hof alle Unter-stützung erhielt. Alle Bibliotheken und Archive des Landes stundenihm zum grossen Verdruß der Geistlichkeit auf herzoglichen Befehloffen. Er sammelte 20 Folianten Materialien, die in der Biblio-thek zu München verwahrt werden; vollendete fein Werk igzz.nach 7 Jahren, und übergab es den Herzogen von Bayern, diees in dem Archiv aufbewahren liessen. Endlich gieng er izzz. alsHofmeister des jungen Oswald Eck nach Jngolstadt, und starbden y Jan. i;Z4- zu Regenspurg , da er seine Familie abholenwollte. Er liegt in der Abtei von St. Emeran begraben. AufAnstiften der Geistlichkeit, die ihm wegen Verfassung seiner Geschich-te aussätzig war, und ihn zum Vorwand der Kczerei beschuldigte,wurde er 1529, da er von Regenspurg nach Avensberg, seineSchwester zu besuchen, reisen wollte, plötzlich überfallen und insGefängniß gebracht, aber auf herzoglichen Befehl bald wieder be-freist. Er zog sich diese Mißhandlung so sehr zu Herzen, daß erin eine Schwcrmuth verfiel. Diese zu erleichtern, heyrathete er nochin seinem Alter. Aber seine Wahl fiel nicht nach seinen Wünschenaus. Tstnn sein häßliches, grobes, böses Weib war-eine Marterfür ihn. Darüber macht sich Bayle sehr lustig. Der gute, kleine,schmächtige Mann mußte sich, so gut er konnte, in seine häuslicheLage schicken. Sonst war Avenrtn sehr arbeitsam, lcutscelig und

qenbergs Leben und Schriften. Quedliub. 1712. 17:0. 4. — UiL. 8 ^ 1 .k-wr. k.V. x.> ^9. ll. i>.Z6o. k. IV. P.2.-.Z. — 8ittor.rv/e-i LL ttorcitmü iUulirir. x. -95- — Arnolds KAHisl. — LvL>crVit« 1 keol. x. 347 Ig.