V. Anfang u. Fortgang d. Gelehrsamk. 279
zu berheyrathen, noch eine öffentliche Bedienung anzunehmen, umsich desto ungehinderter mit Studiren und Bücherschrciben beschäf-tigen zu können. In dieser Absicht schenkte er izzi- seinem jungemBruder, Ferry, sein gesummtes Vermögen. Doch nöthigten ihndie Umstände, sich I 5 Z 8 . eine Ehegattin beyzulegen; und da er Z.Kinder gezeugt hatte, 1547. die Schenkung zu widerrufen. We-gen seines Commentars über das Edict contra xmrvas llsms kam erin grosse Verdrußlichkeiten und Gefahr, da der aufgewiegelte Pö-bel sein Haus stürmte und plünderte; er begab sich daher 1552.zum Landgrafen von Hessen-Cassel; von da nach Basel; bald daraufwieder nach Paris, um sich vor dem König zu rechtfertigen. Erhatte aber gleiches Schicksal, und wurde zum zweitenmal geplün-dert. Jetzt gieng er nach Genf; bald darauf nach Straßburg,wohin er als Rath und Professor berufen worden war. In glei-cher Würde kam er 1554. nach Tübingen , mußte aber die Univer-sität das folgende Jahr wieder verlassen, weil seine eifersüchtigeCollegen ihn der Ubiquisterei beschuldigten. Auf der Rückreise nachParis hielt er sich zu Straßburg, Mömpelgard und Dole auf;hielt überall Vorlesungen; wurde aber auf Befehl des Grafen vonMömpelgard, weil er nicht in dessen ungerechte Absichten willigenwollte, gefänglich eingezogen; und ohngeachtet er an das kaiscrs.Kammergericht zu Speyer appellirte, nach Blammont gebracht,und erst nach 4. Monaten 1556. frcygelasscn. Er lehrte noch eineZeit lang zu Dole und Besancon; gieng 1557. nach dem Tod seinerFrau nach Paris, wo er sein Haus zum drittenmal geplündert an-traf. Doch blieb er bis 1562. in Ruhe. Sobald die Religions-unruhen ausbrachen, mußte er, nachdem sein Haus zum vierten-mal geplündert worden war, die Stadt mit seiner Familie verlas-sen. Er hielt sich zu Orlcans, Allone und Lyon auf, und kam 1564.wieder nach Paris. Wegen feigem Bedenken über die Unterneh-mungen der Tridentinischen Kirchenversammlung wurde er auf Be-fehl des Parlaments gefänglich verhaftet, aber durch einen K.Gnadcnbrief bald wieder bcfrcyt. Er starb den 27. Dec. 1566.sm. 66. im Schos der katholischen Kirche, da er vorher bald dercalvinifchen, bald der lutherischen Lehre zugethan war. Einer derberühmtesten Rechtsgelehrten in Frankreich, zwar für sich zu sehreingenommen, daß er keinen Widerspruch vertragen konnte; aberaufrichtig, uneigennützig, wahrheitliebend. Seine lat. und französ.