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Zweyter Band.
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Z92 Vierte Abtheilung.

Johann Locke geb- den 28 Aug. i6z2. zu Wrington ohnweitBristol. Sein Vater war Hauptmann unter den Völkern des Par-laments , und verlor in den bürgerlichen Unruhen unter Carl I. ei-nen Theil seiner Güter. Der junge Locke studirte theils zu Lon-don , theils in dem Collegio der Kirche Christi zu Oxford. Aberhier mißfiel ihm die peripatetische Lehrart, und das beständigeSchulgezänk; erst durch Lesung der cartesianischen Schriften bildeteer seinen philosophischen Geschmack, ohne den darin geäußertenMeinungen blindlings beyzupflichten. Neben der Philosophie legteer sich auf die Medicin, die er zwar gründlich erlernte, abcrwegenseiner geschwächten Gesundheit nie ausübte. Als Secretar beglei-tete er 1664. den englischen Gesandten, Wilh. Swan, an denprandenburgischen u. a. fürstlichen Höfe. Nach einem Jahr setzteer zu Oxford sein Studiren fort, und beschäftigte sich vorzüglichmit der Naturlehre. Lord Aohlep, der nachmalige GrafShafres-bury und Großkanzler hon Engelland, mit welchem er hier in ge-naue Verbindung trat, übergab ihm hernach seinen Sohn undEnkel zur Aufsicht. Mit dessen Genehmigung gieng er auf kurzeZeit 1668. mit dem Grafen und der Gräfin von Northumberlandnach Frankreich. Hierauf wurde er 1672. Secretar bey den Prä-sentationen der Beneficien und bald bey einer sehr einträglichenCommerzcommission, die aber nicht lang dauerte. Wegen Gefahrder Schwindsucht reiste er 1675. nach Montpellier und Paris,wo er mit einigen Gelehrten Freundschaft machte. Da Shaftes-bury nach Holland flüchtete, so folgte er ihm 1682. nach, undkam in Limborchs und Llercs Bekanntschaft. Nach einem Jahrbeschuldigte man ihn, daß er der Verfasser einiger gegen die Regie-rung herausgekommener Schriften seye- Er verlor darüber seineStelle im Christcollegio zu Oxford, und erhielt sie nicht wieder,so sehr seine Unschuld erwiesen war. K. Jacob II. wollte ihn 1685.von den Gencralstaaten ausgeliefert haben, weil er glaubte, Lockehabe an der Verschwörung des Herzogs von Monmouth Antheil-Er mußte sich einige Monate verborgen halten, bis das Ungewit-ter porüber gieng. Endlich kehrte er 1639- nach Engelland auf derFlotte zurück, welche den Prinzen von Oranien dahin brachte. An-

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