403 Vierte Abtheilung.
oder vollkommen erlernt werden kann. Versteht man aber untereitlem Polyhistor einen solchen Gelehrten, der in mehrern Fächernbewandert ist, und in Beziehung auf andere mehr weiß, dessenKenntnisse nicht auf cinezi Theil eingeschränkt sind, so wird die An-zahl derer, die diesen Namen verdienen, nn i/ten Jahrhundertnicht gering seyn. Ich werde die vornehmsten davon anführen.
Jsaac Easaubon geb. den 18 Febr: i;;y. zu Genf, wohinsich sein Vater, Arnauld, ein Prediger aus Bourdeaup, wegender Unruhen begeben hatte. Durch dessen Unterricht zu Crest,einer kleinen Stadt im Delphinat, wurde er fo weit gebracht, daßer schon im yten Jahr die lat. Sprache fertig reden und schreibenkonnte. Wegen der z jährigen Abwesenheit seines Vaters vergaßer alles wieder, und mußte im i2ten Jahr wieder von neuem zulernen anfangen. Zu Genf,-wohin er i;?8. geschickt wurde, stwHirte er die griechische Sprache so eifrig, daß man ihn, ohngcach-tet er erst 2z Jahre alt war, für würdig hielt, seinem Lehrer,Franz porrus von Candia, in der Professorstelle nachzufolgen-Er heyrathete 1586. die Tochter der Heinrich Srephanus oderErkenne, mit welcher er 20 Kinder zeugte. In den 14 Iahten ,da er die griechische Sprache lehrte, legte er sich theils auf diemorgenländifche Sprachen, theils auf die Philosophie und Rechts-gelahrthcit. Er verlies 1596. Genf und trat die ihm angcbotteneweit beträchtlichere Lehrstelle als Professor der griech. Sprachezu Montpellier an. Aber bald wurde er unzufrieden, weil man ihmseinen versprochenen Gehalt streitig machte. Auf den Ruf K. Heimricys IV. begab er sich 1599. nach Paris, die schönen Wissenschaf-ten zu lehren. Der Neid -er übrigen Professoren und seine prote-stantische Religion waren ihm hinderlich, daß er die ihm zugedach-te Stelle nicht erhielt. Nach verschiedenen Verdrießlichkeiten ernann-te ihn der König, der ihm sehr gewogen war, r6oz. zu seinemBibliothekar. Man versuchte es oft, ihn zu Annehmung der ka-tholischen Religion zu bewegen; er blieb aber sehr standhaft, undsetzte sich dadurch den Verfolgungen aus, die ihn auch endlich,zumal nach Ermordung K- Heinrichs IV. seines Beschützers,zum Entschluß brachten, auf Einladung K. Jacobs I. nach Engel-land zu gehen. Er kam r6iv. mit dem englischen Gesandten würklichdahin, wurde sehr wol aufgenommen; erhielt vom König 2 Prä-benden zu Canterbury und Westmünster, nebst einem Iahrgelb
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