V Anfang u. Fortgang d. Gelehrsamk. 40;
Sprache einige gelehrte Abhandlungen, B- von der Leichtgläu-bigkeit und Unglaubigkeit; von der Enthusiasterei; von der Ge-wohnheit rc. «)
Janus Grurcr insgemein Gruytcre, geb. den Z Dec. 1560.zu Antwerpen, wo sein Vater Bürgermeister war. Seine MutterCarhanna Tishem, eine geborne Engellanderin, verstund nebstder englischen, französischen, und italienischen, auch die lateinischeund griechische Sprache sehr fertig. Er kam in seinem 7ten Jahrnach Engelland, wohin sich seine Aeltern begeben hatten, nachdemsie wegen Unterzeichnung der Bittschrift der Geusen von der Herzoginvon Parma des Landes verwiesen worden waren. Die gelehrte Mutterunterrichtete ihn zu Norwich, bis er nach Cambridge, seine Stu-dien fortzusetzen, geschickt wurde. Von da begab er sich nach eini-gen Jahren nach Leiden, die Rechtsgelahrtheit zu studiren, die eraber in der Folge mit den schönen Wissenschaften verwechselte. Erthat hierauf mehrere Reisen, besonders nach Frankreich an, und kam,aber nur auf einige Monate, als Professor nach Wittenberg; dennweil er das Concordienbuch nicht unterschreiben wollte, so mußteer seiner erst angenommenen Bedienung entsagen. Hierauf lehrteer zu Rosiok, endlich zu Heidelberg, wo er 1602. die Aufsicht überdie berühmte Bibliothek erhielt, die 1622. nach Eroberung derStadt nach Rom kam. Mit dieser verlor er auch seine eigene,die ihn i2OOo Thlr. gekostet hatte. Bey der allgemeinen Plünde-rung, und bey der Zügellosigkeit der Soldaten konnte nichts geret-tet werden, so sehr man sich theils bey dem pabstlichen Commissar,theils bey dem General Ti'lly Mühe darum gab. Wahrend die-ser Unruhen hielt sich Grurer bey seinem Schwiegersohn Snren-dius, in Bretten auf, und starb auf dessen Landgut Berhelden,eine Meile von Heidelberg, den 20 Sept. 1627. se. 67. Er liegtin der Peterskirche zu Heidelberg begraben. Den Ruf nach Frane-ker, Groningen, Padua und Dänemark hatte er ausgcschlagcn-Er war sehr arbeitsam, wovon seine viele Schriften zeugen; sehruneigennützig und freygebig; aber auch in gewissen Dingen sehrgleichgültig. Der Verlust seiner 4 Gattinnen schmerzte ihn wenig.
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