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Physica, oder, Natur-Wissenschaft / verfasset durch Joh. Jacob Scheuchzer
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654
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eitz derSeelen.

296 Natur⸗Wiſſenſchaft

fo edles Weſen/ und bejahen gantz ſicher/ daß alleSeelen dei Menſchen auch nit koͤnnen fortgezie-let/ oder fortgepflantzet werden durch andere derVaͤtter/ und Muͤtter Seelen/ weilen auch diſe außkeinen Theilen beſtehen/ und ihr Weſen anderſtwoher haben: So daß wir mit unwidertreibli-chen Gründen zeigen/ daß der unmittelbare Schoͤ-pfer/ und Erhalter aller Menſchen Seelen muͤſſe

ſeyn eben der groſſe/ unendtlich weiſe/ machtigeGott/ deſſen Weſenheit und Eigenſchaften wir

zum oͤftern auß Betrachtung der natuͤrlichenDingen dargetahn. Ob aber diſe auß der HandGottes ohnmittelbar in die Leiber der Menſchengeſandte Seelen bey ihrer Ankunft rein/ oder mitſüͤndtlichen Unreinigkeiten ſchon beflecket/ ſeyen/das laſſen wir uber den Gotts gelehrten. Und fobemuͤhen wir uns nit zuerforſchen/ wann/ oder inwelchem Monat der Schwangerſchaft die See-len in die Leiber der Kindern von Gott geſetzetwerden? 5IX. Den Sitz der Seelen belangend/ iſt zu-wiſſen/ daß eigentlich ein gedenckendes Weſen nitkan in irgend einem Orth ſeyn; weilen aber dieSeel nach Gottes Willen vereiniget iſt mit demLeib/ und folalich irgendwo in demſelben muß re-ſidiren; fo ſagen wir/ daß fie kein kom̃licheres Lo-ſament koͤnne haben/ als in dem Gehirn/ da namelich alle ſinnliche und die Bewegungen des gantzẽLeibs ver ꝛichtende Geiſter ihren Samelplatz/ undGeburtsſtadt haben/ da alle aͤuſſere Sinn- oderEmpfindtlichkeiten hingebracht werden/ undalle Beweaungen herzühren. Welches nun dasbeſondere Zimmer der Seel ſeye/ oder ob ſie ein-quartirt in dem bey Carteſio belobten/ bey denmeiſten andern Zergliedereren aber unachtbarenr Zit beldruͤßlein/ oder in denen! ena

r. Glandula pinealic.[. Ventriculi cerebri.*