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Beyträge zur nähern Kenntniss des Schweizerlandes / Von Hs. Rudolf Schinz, Pfr. zu U...
Entstehung
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man für ein gutes Zimmer alsdann bis auf i Zechinetäglich Miethe zahlen, sonst kann man zu Maylandsehr wohlfeil leben. In gewissen bürgerlichen Kost-haltungen zahlt man für Zimmer und Kost 2 L.ire desTags, und ist dafür ordentlich bedient. Doch ich binschon zu lange ausgeschweift, und es ist Zeit wieder-nach der Schweiz zurückzureisen.

Reift von Mayland an den Langen-See.

Weil wir aus Erfahrung gesehen, wie viele Hin»trrniffe das Fußgehen in einem so ebene» Land bey dergrösten Sommerhitze habe, so liessen wir uns in einerMiethkutsche nach Gesto fahren; weil wir die Pferdenicht wechselten, mußten wir den ganzen Tag damitzubringen. Der Weg führte uns über Rho, wo einSitz der Oblaten mit einer sehr prächtigen in dem er-habensten Geschmack gebauten Kirche ist. Dieser Ortliegt an dem kleinen Fluß Olona. Hu Caftellanza' wiesen wir zu Mittag, welches ein sehr lustiger Flic-ken mit ansehnlichen Gebäuden und einichen schönenLandgütern ist; bisdahin hatten wir nicht völlig sechsStunden, und nachdem wir wieder zwo stunden zu-rückgelegt, erreichten wir Galarate , ein offener aberstattlicher Ort, wo starke Kaufmannschaft mit der Sei-de getrieben wird, und die hier befindlichen Seiden-räder sehenswürdig find. Gegen Abend kamen wirendlich nach Sesto, welche kleine Stadt zchen Stun-den von Mayland liegt.

Hier übernachteten wir in einem geräumigen un-guten Wirthshaus, und genossen die Abenddämmerungmit doppeltem Vergnügen, indem wir uns an derkühlen Abendluft, die vom See herwehete, nach der

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