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inen, welche so viel Zeuge verfertigt, daß davon et-was beträchtliches ausgeführt wird, jedoch wiegtdiese Fabrik die Einfuhr des feinen ausländischen Tuchsbey weitem nicht auf.
Die Weiber der Bauern haben ein mühesameresLeben, als ihrem Geschlecht sonst zukommt, in Abwe-senheit ihrer Männer (und diese dauert gemeiniglich8 bis 9 Monate ^, müssen sie die beschwerlichsten undhärtesten Arbeiten des Feldbaues gröstentheils alleinbesorgen. Nachdem der Acker gepflüget ist, ist seinePflege ganz ihnen überlassen, an vielen Orten läßtdie Steilheit des Geländs den Gebrauch des Pflugsnicht zu, da müssen diese schwächer«! Geschöpfe dassel-be von freyer Hand bauen, bedungen, die grössestenLasten tragen, sich mit den mancherley vorfallendenBeschäftigungen vaft zu Tod schleppen, dabey dochihre Kinder pflegen, und alle Sorgen der Haushal-tung auf sich behalten.
Kaum wird man in einem Land die armen Wei-ber so geplagt, so gar nie müßig sehen, wie in die-sem. Ste tragen schwere Bürden zu Markt, sie schlep-pen auf ihren Körben Holz und Castanien aus demWald nach Hause, oder aus den höchsten Gebirgen,durch steile Wege und Klüfte Kohlen an die See-Uferhin, sie verrichten das Botenwesen, mehrere Stun-den weit, und nie sieht man sie ohne die Spinn-Ro-ken, die sie in ledernen Gürteln am Leibe tragen,und vor sich her Flachs spinnen. Die Einwohnerin-nen von Onlernone, die in Stroh arbeiten, führenin ihren Gürteln ein Bundt bereitetes Stroh überallmit sich herum, und flechten solches ebenfalls vorsich her auf der Strasse, auf dem Markt, und wosie nur immer sich befinden.
Die