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die Aeltern in -er Welt gesättigt heimkommen/ rückendie jünger» ihnen nach.
Andere hergegen/ deren Beruf ein eigentlichesHandwerk ist/ haben keinen bleibenden Siz / sie wan-dern von Land zu Land / verdienen sich einen ange-messenen reinen Gewinst von 60 bis ros Thalern,und kehren/ wenn der Winter nahet/ der zu ihremErwerb weniger günstig ist/ in den Schoos ihrer Wei-ber und Kinder unter das niedrige Dach ihrer engenHütten zurück; verzehren aber nicht selten in der kur-zen Zeit ihres zu Hausebleibens / mit Führung aller-ley kleiner Rechtshändel/ wieder einen grossen Theildes auf ihrer länger» Pilgerschaft erworbenen; undso geht es / bis sie wegen Unvermdgenheit und Alters-beschwerden zu Hause zu bleiben genöthigt sind. DieseAuswanderung ist keine neuere Sitte/ schon um dieMitte des sechszehnden Jahrhunderts wäre diese Ver-dienstart allgemein.
Erziehung.
Unstreitig hängt der Charakter eines Volks vonseinen ersten Natur-Anlaagen, so wie von dem Ein-fluß des Climats ab. Die Auferziehung aber kanndiese Anlaagen veredeln/ verbessern und verändern/es kommt darum viel auf die Beschaffenheit derselbenan, ob sie mehr oder weniger zweckmäßig seye.
Ein grosser Theil der Wohlfahrt der Menschenund des angenehmen Lebens-Genuß beruhet auf derhäuslichen Glückseligkeit/ auf der Freundschaft, Ver-traulichkeit und gegenseitigen Hilfe der naheften Bluts-verwandten, auf der Zärtlichkeit der Aeltern gegendie Kinder, auf der LiebL und Hochachtung dieser ge-gen