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„Ich bin der Weiseste von jenen sieben Weisen,„Die uns des Alterthums erhabne Geister preisen'.
Aus vollem Halse lacht der Jüngling überlautIndem sein Mentor still zur ErdL schaut.
Der Spötter sagt: „Freund, sprich, woran du denkest,„Daß du so runzelvoll den Blik zur Erde senkest ?
„Ich dacht an mich Freund, dir gesteh' ichs frei„Sahst du nicht oft selbst bei den grösten Geistern,„Der Thorheit Keim sich ihres Kopfs benmstern r„In Jukungen von wilder Raserei„Dringt aus den Knospen er, tragt wermuthSbittre
Früchte ,
„Denn zeigt die Narrheit sich in schauervollem Lichte.„In Köpfen von gesunderer Natur„Bleibt in der Knospe meist der Keim verschlossen nur,„Und nur hesForscherö Blik entdekt derThorheit Spur.„Sprich, wimmelt nicht die Welt von halben, vier-
telönarren?
„Hab' ich,hast du,hat nicht der Klügste seinen Sparren?'„Hab' ich, hast du, nicht oft im Stillen das gedacht,„Worüber du aus vollem Hals gelacht?
„Jsts falsch/daß jederMensch seinStekenpferdgen reite?„Und Weise nennt man den, der's scharf im Zügel halt.„Der Narr sprengt muthig fort, im Angesicht der Welt.„Hier, Freund, der Unterscheid der Narr'n und klu-ger Leute !
„Oft denken diese dumm, doch sagen sie es nicht,„Da alles laut de* Narr, was ihm nur einfällt, spricht.
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