Vor allen Dichtern war Racine,
Die Zierde der Pariserbühne ,
Der sanft/ wce em Magnet, die Herjen an sich zog,Und leicht, so wie der Wind das schwache Schilf-rohr bog,
Der Liebling, welchen sich der grosse Ludwig wählte,Bewundernd das Genie, das diesen Mann beseelte,Schacher doch höher noch sein weichgeschaffnes Herz,Der Laune Heiterkeit, den salzgewürzten Scherz,Der sonst so fern von Thron und Purpur fliehet,Und meistens nur in niedern Hütten blühet.
Als unser Dichter einst bei Hof' erschien,
Fragt gleich bei'm Eintritt Ludwig ihn:
„Racine willst du mir den Freundschaftsdienst er-weisen,
„Und heut bei mir ganz en Familie speisen?
Der arme Dichter wird bald roth, bald blaß.
Sein grosses blaues Aug war schwi von Thränen naß.Der König spricht : „Nun, Freund, du scheinst be-treuen :
„Verzeih, daß ich zu Gaste dich gebeten l„Doch zwinge deine Neigung nicht!
„Du weist's ich Höre gern, wenn man von Herzen
spricht.
Der Dichter sagt: „Rund will ich es gestehen,„Warum Ihr Majestät verwirrt, beschämt mich seh- !„Auch Sie sind Vater, und ich weiß, Sie lachen nicht,„Wenn izt mein Daterherz zum Vaterherzen spricht.
„Die