Gie zogest fei'rlich vor des Löwen Thron,
Ergossen sich in Zorn, und bittre Klagen,
Und wußten viel in Kreuz und Queer zu sagen,
Doch Spott des Löwen war der bittern Klage Lohst»'Ihr König schüttelte ,die stolze Mähne,
Sein Pfote stieg empor bei dieser seltnen Scene.»2hr klagt euch, hub er an, wenn ich euch recht ver-stand ,
„Daß ein Gemälde Reinike erfand,
„Indem er es gewagt, in lächerlichen Bildern,„Das edle Thiergeschlecht Zu schildern.
„In diesen Bildern hat sich jedes Thier erkannt?„Doch nur ein Wort—Hat er euch auch genannt? >—^„Nein, Ihro Majestät — diß dürfen wir nicht sagen,,„Je nun, ihr dummes Vieh! Was habt ihr denn zi;
klagen ?
„Wenn gaffend ihr vor diesen Bildern steht,
„Und euch geschildert d'riun zum Ekel seht,
„Wer zwingt euch solche Iüg' euch selber beizumessen?„Sagt euer eigen Her; euch leise: Das bin ich ,
„So geh ein jeder heim und schäm' und beff're sich,Die Lehre bitt' ich euch ja niemals zu vergessen:
In hoher Lnft geht der Satyre Pfeil verloren,Wenn ihn nicht an sich zieht ein sich verklagend Herz»§u allen Zeiten schuf der Himmel ja die ThorenNur zu des Weisen Spiel und Scherz.