Buch 
Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
Entstehung
Seite
28
JPEG-Download
 

28 ' ..SS»

ein Opfer der Schwindsucht zu werden besorgte.Diese Furcht benahm ihm erst nach ein Par Jah-ren Meyenburg, ein geschickter Arzt in Schafhau-sen, den er ohne Vorwissen der Seinigen hierüberpersönlich zu Rathe zog. Meyenburg verlangte bloß,daß er sich oft Bewegung machen, und vorzüglichmafstger im Studieren seyn sollte; stiftete auch mitihm eine genaue Freundschaft, die von Wien aus,wo dieser Arzt bald hernach in Würde und Ansehenkam, durch Briefe unterhalten wurde. Nachhersorgte Escher, ohne fremden Rath, selbst für seineGesundheit, und studierte zu diesem Ende die bestenunter den damals bekannten altern und neuern me-dizinischen Schriften. Er bekam zwar in der Folgekeine heftige Krankheit mehr; hingegen mußte ergegen öftere Anfalle von Hypochondrie kämpfen.Aus dieser Ursache machte er sich bis in sein hohesÄlter sehr oft Bewegung zu Pferde, und beobachtetein allen Rücksichten eine unter seinen Zeitgenossenseltene Mäßigkeit. Nur zu starkem Trinken ließ ersich in den Jünglingsjahren, nach seinem eignenGcständniß, einige Male verleiten, aber aus blosserBegierde groß zu scheinen, weil jener Fehler da-mals überall mode war.

Reif an Verstand, obgleich im Jünglingsalter,zeigte er sich bald nach seinem Eintritt in den gros-sen Rath als ein selbst denkender, und wichtigenAufträgen völlig gewachsener Mann. Schon beyden ersten mitangehörten Debatten *) war -hm auf-gefallen , wie leicht Begierde durch Berdsamkeik zuglänzen in grossen Versammlungen den rechten Ge-

*) Düse betrafen den mischen den Ständen Zürich und Bern im- Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts entstandenen Streitüber das Pcstwcsen.