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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
Entstehung
Seite
108
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großen Eifersucht, die ausgezeichnete Verdienste zuverfolgen pflegt , nicht zu allen Berathschlagungenin seiner Vaterstadt, über dieses langwierige und fürdie Freyheit Helveticas so gefährliche Streitgeschäft,als KommissaruB mitverordnet. Dennoch trug er mit-telbar zu dem glücklichen Ausgang desselben durch klu-gen Rath sehr vieles bey , und hatte im Jahr 1715die Ehre, neben dem Statthalter Johann HeinrichHirzel, die Unterthanen des Abtes von St. Gallen,dessen Gebiet beyde Stande damals noch ganz besezthielten, den Eid der Treue, gemeinschaftlich mit zweyBerner-Gesandten leisten zu lassen.Zu diesem ehren,vollen Geschäft war er einem Mitglied des kleinenRaths durch die Stimmen - Mehrheit vorgezogenworden. Den beyden Gesandten wurden an mehreruOrten der sogenannten alten Landschaft und in denthurgäuischen Niedergerichten des Abtes die Huldi-gung mit ausnehmender Freude geleistet. Dieselbentrafen überdieß eine Menge ökonomischer Anstaltenund nützlicher Einrichtungen. Sie schrieben den überdie eroberten Herrschaften gesetzten zweyJntendanten,so wie allen andern Beamteten , die nöthigen Ver-haltugsbefehle vor, legten verschiedene Streitigkeitenzwischen Privatpersonen und zwischen ganzen Ge-meinden , in welche die von abtischem Gebiet umzin-gelte Stadt St. Gallen zum Theil mit verwickeltwar, gütlich bey, gaben Erläuterungen über streiti-ge Rechte und Civilgesetze, und hörten viele Beschwer-den , die den Prinzipalen selbst hinterbracht werdenmußten, mit großer Geduld an. Auch traten sie mitAbgeordneten des Standes Appenzell der äußernRhdoen und mit Kommissarien der Stadt St. Gal-len, über die Sicherstellung der neuen Besitzungen,worin beyde Kantons noch mehrere kleine Garniso-nen unterhielten, in Konferenz, und empfahlen den-