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von St. Saphorin, welcher von Bern den Auftraghatte, jede Berathschlagungüber irgend ein eidgenößi-sches Geschäft möglichst zu hindern *), seines Freun-des Bemühungen unterstützte. Von Goes überzeugtesich wirklich, daß man seinem Monarchen die wahreBeschaffenheit der eidgenößischen Unruhen verborgenhabe, und daß die Absichten beyder Stände keines-wegs auf die Ausreutung der katholischen Religiongerichtet seyen. Aus dieser Ursache und weil Estherdurch aufmerksame Gefälligkeit**) nach und nach des
*) Bern harte den Stand Zürich durch ein dahin abgeord-netes Rakhsglied zu bewegen gesucht, eine gemeinschaft-liche und förmliche Gesandtschaft nach Baden zu sende», weilanch Gesandte der L. katholischen Orte daselbst gewesen wa-ren. Allein Zürich weigerte sich dessen, ungeachtet es eine ge-meineidgenößische Bewillkommung der fremden Bevollmäch-tigten zu veranstalten gesucht hatte. Wirklich hätte die Absen-kung einer Gesandtschaft von Zürich und Bern nach Baden ge-rade die befürchtete Einmischung veranlassen können ; dennder Resident Savioni sagte mit Recht : " dielle aale oäiole„ noii bikoZna mal parlar il primo".
') Escher machte sich, in der Absicht dcu Grafen zu gewinnen,mit gutem Erfolg manche Gelegenheit zu Nutz, welcheein des menschliche» Herzens weniger kundige Geschäftsmanngeringe geschätzt haben würde. Der kleine. Umstand haupt-sächlich , daß er diesem Bevollmächtigten zufälliger Weise dieerste Nachricht von dem Absterben der Königin Anna er-theilte, erwarb ihm die Gunst desselben in so vorzüglichemGrad. Jener wichtige Todesfall erregte zu Baden das größteAufsehen. Viele Gesandten wurden darüber sehr bestürzt;der Savoyische z. B. jammerte auf offner Straffe , und be-merkte in Escher« Gegenwart, daß die Menschen in denHänden der Vorsehung bloße Drathpuppen wären, und baßganz Europa eine andere Gestalt angenommen hätte , wenndie KLuigüm nur noch zwey Monate am Leben geblieben wäreu- s- f.