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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
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163
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sollen. Zwar wurden sowol zu Herisau als in Trogenverschied»« Anstalten zu Wiederherstellnng der gestör-ten Sicherheit getroffen; denn man wollte die Ge-sandten auf eine ehrenvolle Art empfangen, damit,hieß es in einem von der neuen Obrigkeit bekanntgemachten Mandat, »die gegen uns ausgestreutenVerleumdungen, als ob keine Ordnung unter unswalte, fallen, und jedermann überzeugt werdenmöge, daß wir nur um unsre Freyheit eifern.»Auch begegnete man den Gesandten auf ihrer Reisenach Herisau und bey ihrer Ankunft daselbst, wel-che den löten Februar erfolgte, wirklich mit vielerAchtung.

Den lyten hielt Esther an den grossen Landrath,jedoch ohne Beyseyn der alten Regierung, die ihrAusbleiben mit triftigen Gründen entschuldigteim Namen aller Gesandten, eine vorher von densel-ben zweymal untersuchte Anrede, welche in der Folgemit Genehmigung der evangelischen Orte zum Druckbefördert wurde. In dieser Rede waren die trauri-gen Folgen bürgerlicher Unruhen bey einer freyenNation, ohne Erörterung der eigentlichen Streit-fragen , auf eine so bündige und für den schlichtenMenschenverstand so faßliche Weife auseinanderge-setzt, daß sie allgemeinen Beyfall fand. Auch ver-sicherten die Gesandten in derselben, daß ihre Prin-zipalen in diesem ganzen Streitgeschaft, dessen Ur-sprung man aus den Quellen zeigte und deswegendie roschachischen und badischen Frievensverhand-lungcn vorlesen ließ , bloß als Vermittler rathen undhandeln, auch den streitigen §. dem Land nicht auf-

*) Das Entschuldigungs - Schreiben überbrachte ein Bette inder Standes-Livree, dem das Volk zu Herisau sein Ober-kleid nahm und den es beschimpfte.