kichkeit ausarten , so muß es nicht von andern Stu-dien und Geschäften abführen, es muß zu densel-ben vorbereiten und sie erleichtern. In wie fern dieschöne Litteratur die sinnliche Erkenntniß , die Ein-bildungskraft , die Neigungen ausbildet , verdientsie die Aufmerksamkeit des Sittenlehrers , des Er-ziehers , selbst des Gesetzgebers. Mit Verachtungsieht auf sie dieser und jener Haus - und Staakswirthzurück, er erkennt keine Wissenschaft für brauchbar,wenn sie nicht unmittelbar die Finanzen bereichert,und er bedenkt nicht, wie manche schädliche Aus-gaben , wie manchen Verlorst beym Spiele , wiemanche gröbere Ausschweifung eitele , kostspieligeUnternemmung, wilde Gemüthsbewegung, Erschüt-terung der Gesundheit, Familienzwiste, üble Lau-nen u. s. w. bloß der Umgang der Musen verhindert?
Nicht nur indeß unschuldige Zerstreuung gewährtdie schöne Litteratur, auch häusliche und politischeWeisheit gewährt sie. Mit dem Lehrstab oder imlyrischen Fluge, mit dem Schäferkranze oder mitder Lorbeerkrone, im Kothurn, oder mit der komi-schen Larve, immer entzückt sie, und desto mehr,je abwechselnder ihre Gestalt ist. Sie verblendet denLiebhaber nicht, sie leuchtet ihm vor. Eine Zaube-rinn sey sie, nur keine Circe. Nicht mit Chimärennährt sie den Verstand , nicht in Schlamm stürzt siedie Seele. Auf Rechnung der Musen schreibt mandie Verwirrung des Geistes und die Entzündung derLeidenschaften, und gleichwol sind es die Musen,welche diese letzter« reinigen und ihnen eine wol-thätigere Richtung verschaffen. Wenn nicht herr-schende , entgegengesetzte Angewöhnung im Wege