Buch 
Leonard Meisters ... Hauptumriss der ältern Völkergeschichte : nebst kurzer Einleitung in die schönen Künste und Litteratur
Entstehung
JPEG-Download
 

am meisten ins Ohr fallt. Allenthalben, wo es umWürde oder Erhabenheit zu thun ist, muß der Tonsich bis zum Ende immer mehr und mehr erheben.Da aber das Ohr eines einförmigen Ganges derMelodie sehr bald müde wird, so muß man freylichdie Tonfolge abwechseln lassen.

k. Wolklang, der zugleich dem Sinne entspricht.Er ist von zweyerley Art: Entweder Gang der Ton-folge überhaupt, in wiefern sie mit dem Innhalteder Rede übereinstimmt, oder Aehnlichkeit der Tö-ne mit dem besondern Gegenstand, welchen sieschildern.

3. Zusammenstimmung der Tonfolge mit dem Inn-halt der Rede. So z. B. schickt sich für ein Gefühlvon Wichtigkeit, Feyerlichkeit und ruhiger GrösseFülle und Ründung. Dieß ist der natürliche Ton,durch welchen sich Empfindungen dieser Art zu ausfern pflegen. Aber eben darum schilt sich eine sol-che periodische Schreibart keineswegs weder fürheftige Leidenschaften , noch für den Ton der Unter-suchung , noch für vertrauliche Gespräche. Schrif-ten von dieser letztem Gattung verlangen ein freyes,Leichtes, bisweilen auch wol abgebrochenes Syl-benmaß. Ueberhaupt müssen, nach dem Innhalte,die Satze der Rede steigen und fallen, sich erweiternoder verkürzen.

k. Ausser der Uebereinstimmung der Tonfolge mitdem Gang der Gedanken , giebt es auch noch einenAusdruck, der die Gegenstände durch Nachahmungdes Schalles darstellt, z. B. das Rauschen desWassers, das Brausen des Sturmes, das Krachendes Donners u. s. w. Oder durch Bewegung, in