Buch 
Leonard Meisters ... Hauptumriss der ältern Völkergeschichte : nebst kurzer Einleitung in die schönen Künste und Litteratur
Entstehung
JPEG-Download
 

„Hitze scheint die Produckte des Bodens zu gewöh-nen, daß sie leicht dem Feuer widersteh». Der„Flachs, woraus diese unverbrennliche Leinwand„gemacht wird, ist sehr selten zu finden, und schwer„ zu bearbeiten, weil er sehr kurz ist; seine röthli-„che Farbe ist Ursache, daß er im Feuer glänzt;„sein Werth gleicht den köstlichsten Perlen. Die„Griechen nennen ihn Asbeston „. Mehr wunder-bar als aufklarend ist diese Beschreibung. Sie zeigt,wie geheimnisreich man mit Verfertigung dieser Lein-wand zu Werke gegangen. Ohne Zweifel kam sievon einem Mineral her, dessen Theile aus glänzen-den Faden bestehn, und vermittelst einer erdartigenMaterie vereiniget sind, welche vermittelst des Was-sers können losgetrennt werden, und alsdenn demFeuer widerstehn. Die Manier, dieses Mineralzu spinnen, hat zwar Strabo beschrieben, sonst warsie sehr lange den Römern und selbst den Griechenverborgen. Man sucht einen Stein von Annantaus, der die längsten Faden hat, die der Seide amnächsten kommen; diesen Stein schlägt man in Stä-ke, jedoch nicht in einem Mörser, damit sie nichtzu Pulver werden. Die Stücke werden in heissesWasser gemorsten. In dem Wasser aufgelöst, wer-den sie allmählich mit den Fingern in kleine Zaserngetrennet, und hernach an der Sonne getrucknet.Alsdenn puzt man sie mit Karten. Die also zuberei-teten Faden legt man zwischen zwo solcher Karten aufeinen Tisch , und spinnt sie wie aus einem Spinn-rocken heraus. Sogleich hat man gewöhnlichenFlachs, aber sehr rein gesponnen. Zu gleicher Zeit ziehtman einen Flachsfaden mit zween oder drey Faden