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Leonard Meisters ... Hauptumriss der ältern Völkergeschichte : nebst kurzer Einleitung in die schönen Künste und Litteratur
Entstehung
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oder doch die Vergrößerung von Babylon. Auf je-der Seite dieser Hauptstadt waren 25. Thore vonErzt. Sie führeten zu lauter geraden Strassen. Je-des Wohnhaus war mit einem Garten umgeben.Mitten durch die Stadt lief ein Arm des EuphratkAn jedem Ende der Bracke ein Palast mit hohenTerassen, auf welchen Gärten und Lusthayne ange-bracht waren. Die Beschreibung davon gleicht ei-nem Feenmarchen, das aber glaubwürdig wird,wenn man sich erinnert, daß damals auf dek ei-nen Seite die Menschen weit starker, als heut zuLage, und der Despotismus auf der andern Sei-te weit unumschränkter gewesen.

6.

Vermittelst ihrer Wunderwerke blendete Semira-mis das Volck so sehr , daß sie nun , gleichsamvergöttert, ohne Gefahr fortfahren durfte, untereigenem Namen zu herrschen. Die Ehrfurcht ge-gen sie war so groß , daß sie bloß durch ihre Ge-genwart den fürchterlichsten Aufruhr beschwor. Beyder Nachricht von diesem Aufruhr ließ sie eben ihreHaarlocken siechten. Mit fliegenden Haaren stürztesie in den Tumult , und sogleich verlor sich derSturm. Den Misvergnügten verschafke sie Recht,und sie gieng nicht eher vom Platze, bis jedermannbefriediget war.

Ihre Herrschaft verbreitete sie über Aethiopien undIndien. In Indien aber hielt sie sich nicht lange»Die indianischen Elephanten jagten das assyrischeHeer in Verwirrung. Semiramis stellete ihnen Ba-mele mit Häuten entgegen. Anfangs erschracken