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19.
Die Verwirrung und Ungewißheit in der assyri-schen Geschichte hat verschiedene Ursachen : Einer-seits verliert sie sich in dem Nebel des Alterthums,anderseits stehn so wol in Absicht auf die Namenals auf die Zeitrechnung die biblischen mit den Pro-fanscribenten im Streite, und auch unter diesenletztem ist es schwer, den Ctesias, Herodot undXenophon zu vereinigen.
Warum sind von der assyrischen Beredsamkeit,Dichtkunst, Philosophie nicht auch, so wie vonder römischen und griechischen, einige Denckmaleübrig geblieben? Wenn eine Nation keine solcheDenckmale zurückläßt, so ist zu vermuthen, daßsie entweder keine grossen Künstler und Schriftstel-ler erzeugt habe, oder daß ihre Wercke von einembarbarischen Volke zerstört worden seyn. Der Lu-xus einer Semiramis und eines Sardanapals ver-räth zwar einen ziemlichen Grad von Cultur; al-lein Cultur konnte ohne eigentliche Aufklärung be-fiehlt. Je despotischer die Regierung war, destoweniger begünstigte sie wol Historie, Politick undandere Wissenschaften, die den Nationalgeist ent-fesseln. Daß übrigens gewisse Zweige der Gelehr-samkeit auch in dem assyrischen Zeitraume geblühethaben, beweisen unter anderck die astronomischenBerechnungen von Babylon. *)
Die babylonische und chaldaische Weisheit, in
Die astronomischen Berechnungen , weiche KaSrsthenesvon Babylon an Aristoteles schickte, steigen genau auf »234.Jahre über die gewöhnliche Keitrechnung hinaus.
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