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Leonard Meisters ... Hauptumriss der ältern Völkergeschichte : nebst kurzer Einleitung in die schönen Künste und Litteratur
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trukneten Erde, bewachten und so wär der Thurm-bau anzusehn als abgöttische Verehrung der Son-nt, die Verwirrung aber der Sprachen als Tren-nung in entgegengesetzte, religiöse Lehrmeinungen.

Man befolge nun diese oder jene Auslegung, oderman verbinde s,e alle zusammen, immer hatte Gottbey Verhinderung des Thurmbaus und bey Zerstreu-ung der Menschen, nach I. Mos. Xi. 6. die Absicht,daß kein Platz auf dem Erdboden ungebaul undunbewohnt bleibe. Nothwendige Folge von derZerstreuung der Menschen war auch Verwirrungund Vermehrung der Sprachen.

Anfangs war gar keine Sprache als die natürli-che , so wie das Gefühl den Ton eingab. Allmä-lig wurde mit Vermehrung der Begrieffe auch dieSprache vermehrt; mit den natürlichen Ausdrü-ken wurden willkührliche verbunden ; letztere ver-standen nur Leute von gleicher Gesellschaft; jedeabgesonderte Gesellschaft hatte ihre besondere Spra-che und Mundart *)

Je nachdem sich das Geschlecht der Menschen unddie Bedürfnisse derselben vermehrten, desto mehr be-durften sie der Gesetze und Aufseher. Entwederfreiwillig erwählte die Gesellschaft Einen oder auchMehrere solche Aufseher, oder mit Gewalt wardsie von Einem oder von Mehrern bezwungen;daher gar bald verschiedene Regierungsarten , jenach der Verschiedenheit des Volkes und Landes.

Da nach der Sündflut der Boden ganz mit Ge-sträuch und Waldung bedekt war, so bestand der

i. Mos. X. 20. Man sehe auch Bochart Oemx. Lsers.