?o Ueberschriften
Und Adam schmeckt, als würs auch wider seine Pflicht,
Wie die verbotne erst, so die verbotne Frucht.
Auf den verschwenderischen Chronon.
Es macht des Chronons eitle Pracht,
Der mehr aussiebt, als ihm geziemet,
Daß ihn ^ wer ihn nicht kennet, rühmet;
Und daß ihn, wer ihn kennt, auslacht.
Auf Phorbaö.
Kein klüglich Bubenstück hat Phorbas je bereut;
Er fragt nichts nach der That, wenn er den Schein
vermeid!;
Es gehn ihn beyderley Gesetze gar nicht an,
Wenn er sie unvermerkt und nützlich brechen kamEr denkt: Für dumme Dieb ist nur des Henkers Ruth,
Die nur die Einfalt straft, und nicht die Missethat;
Und kennt den Vortheil wol, denn über diese hat,
Die nichts thun, als was recht, der, was er thun
mag, thut. ^
Als wäes auch wider seine Pflicht.) Die Bosheit derMenschen gehet so weit, daß oftmals der Verbot die Lust eines 'Dinges vergrössert. Jene Italiänerinn, als sie in heiffem Dursteinen kühlen Trunk Wasser« zu sich genommen, sagte gleichsamals entzücket: Schad ists, daß dieses auch nicht eine Sunde ist.
Beyderley Gesetze.) DaS Recht der Natur und der Völ-ker, die geistl iche und weltliche Rechte.
Die nichts thun, als was Recht, der, was er thun Imag, thut.) Qb gleich dieser Vers, meiner Mevnung nach, >
wolfiiessend und zahlreich, auch über dem so abgefasset ist, daß '
der ganze Verstand desselben in einer andern Sprache schwerlichin einen Vers wird können gebracht werden; so glaube ich doch,
Laß weil er aus lauter einsylbigen Wörtern bestehet, er von de-nen wird getadelt werden, die rtichtS von der deutschen Poesiewissen, als was sie aus einem poetischen Trichter, oder anderndergleichen einfältigen Anweisungen gelernet haben. Denn hier-innen ist es eine der vornehmsten Regeln, daß man keinen Ab-schnitt, geschweige einen ganzen VerS von einsylbigen Wörternmachen müsse. Diese gute Leute bilden sich ohne Zweifel ein,