Band 
[Erster Theil.]
Seite
73
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Bernini.

Berti«.

7Z

terskirchenbau. Ludwig war in der Mechanik sehrerfahren: Er erfand eine bewegliche Maschine, anden höchsten Orten beweibter Kirche mit aller Bequem-lichkeit zu arbeiten; ingleichem eine Waage mit wel-cher man vermittelst eines Gewichtes von zehn Pfun-den ;6 taufende abwägen konnte. Er lebte nochi6g2. im 6?-. Jahre feines Alters. Baldinucci p. 79.

Bernini (Paul) Ioh.LorenzenSohn; zeigte feineGeschiklichkcit in der Bildhauerkunst an zweyen Grab-mälern in der Kapelle der Empfänglich Mariä derKirche St. Isidvrus zu Rom. Er befand sich 1672in der Zahl der Mitglieder der Künstleracademie St.Lucas zu Rom. Guarienti.

-( Peter) gebohrcn zu Sesto in dem Groß-

herzogthume Toscana lernte bey Lorenz Siri-gati und Joseph Cesari. Er mahlte mit Anton Tem-pesta und andern in dem Pallaste Caprarola. ZuRom legte er sich auf die Bildhauerkunst und übte fei-ne Hand in Führung des Meissels so wohl, daß erzu Neapel öffentliche Proben seiner Fertigkeit und gu-ter Behandlung dieser Arbeit zeigen konnte. Er ar-beitete nachher auch zu Rom unter den Päbstcn Pau-lus dem V. und Urbanus dem Vlll. Bernini starb indieser Hauptstadt 1629. und ward in der Kirche Vt.Maria maggiore begraben. Baglioni?, 19;.

Bernotz. Siehe Bernetz.

Berotti (Peter) Siehe Grü, seine Ehefrau.

Berrain. Siehe Berain.

Berretini. Siehe Berctino.

Berretoni (Ludwig) ein Baumeister und des Mat-theus Saßi Schüler; erneuerte um i7;c>. das Klosterund die Kirche St. Franciscus de Paula zu Rom.Ttti.

-(Niclaus) gebohren zu Montefeltro di Ma-

ccrata 16;?; lernte bey Simon Cantarini und CarlMaratti. Er gab in öffentlichen Werken grosse Pro-ben seiner Geschiklichkcit, starb aber frühzeitig 1682.Seine erste Gemählde gleichen des Guido Reni; Ma-rati ward über dieselbe eifersüchtig, und hielt ihn zuder niederträchtigsten Arbeit; er entzog ihm auch dasGewölb der Kirche St. Silvester und verschafte, daßdieses Werk dem Hiacynth Brandt anvertraut wur-de; über welche Ungerechtigkeit sich Berretoni zu Todegrämte. Seine vornehmste Gemählde auf frischenMörtel findet man in dem Pallast Altieri und in derKirche Madonna di Monte santo, wo eine ganze Ka-pelle von ihm gemahlt ist; ein schön gedachtes und inGuidescischem Gcschmake ausgeführtes Weck. F. S.Bartoii, I. H. Frezza, u. ,. w. haben nach ihm ra-birt. d'Argensville,

Berruer ( ) ein Bildhauer zu Paris um 176;;

war ein Mitglied der dasigen königlichen Acadcmie.Former).

Berrugnicte (Alonso d. i. Alphonfus) ein Mah-ler, Bildhauer und Baumeister von Paredes deNa-va, ohnweit Vaüadolib gebürtig. Studirte zu Romunter M. A. Bnonaroti, und unterhielte vertrauteFreundschaft mit Baccio Bandinclli und Andreas dclSarto. Kayser Carl der V. vertraute ihm die Auf-sicht über die Künstlerarbeit der königlichen Palläste inSpanien , machte ihn zu seinem Kammcrherrn undbeehrte ihn mit dem göldnen Schlüssel. Berrugnictestarb zu Madrid 1 ;4?. Die Kirche St. Benito zu Val-ladolid ist mit seiner Mahler - Bildhauer - »nd Bau-meisterarbeit geziert. Seine schönsten Bildhauerstükesind in der Cathedralkirche zu Toledo zu sehen. Puentebehauptet in seinem dritten Briefe, dieser vortrefficheKünstler sey l;6>. in dieser Stadt in hohem Alter ge-storben. Man siehet in dem Wintergemache des Ka-pitels bey gedachter Cathedralkirche einige historischeGemählde, die man einem Peter Berrugnicte, Al«phonsens Vater zuschreibet. Velasco Nr. 6.

Berry. Siehe Bercy.

Bersolino ( ) ein florentinischer Kunstgiesser; ar-beitete um r6;o zu Neapel nach des Julian Finelli, rc.Modellen. Domenici.

Bersotti (Carl Hieronymus - gebohren zu Pavia1645. lernte bey Carl Sacclu. Er mahlte zu RomFiguren, Thiere, Vogel, Früchte, Gefäffe, u. s. w.auf das natürlichste. Guarienti

Bertano (Joh. Baptist) herzoglicher MahlerundBaumeister zu Mantua; lernte bey Julius Roman»und ahmte seine Manier vollkommen nach. Er bautePalläste und Kirchen: Schrieb Regeln von der Bau-kunst, Perspectiv und der Manier die Bogen der io-nischen Capitellcn richtig zu zeichnen , welche Hand-schrift in England aufbehalten wird. An dem Haupt-portale seines vvn ihm selbstgebauten Hauses zu Man-tua bemerket man zwo Säulen von jonicher Ord-nung, wovon die einte ganz rund, die andre aberist durch die Mitte zerschnitten, an welcher man dasrichtige Maaß aller Theile genau betrachten kann. Manzählet den zierlichen Glokenlhurn der Kirche St. Bar-bara unter die berühmtesten Werke seiner Kunst Fer-mo Guisone und Dominicus Ricci, genannt Bru-sasorci haben vieles nach seinen Zeichnungen gemahlt.Er selbst hat einige Kupferstiche geezt, und GeorgGhisi hat vier Blätter nach seinen Erfindungen in Ku-pfer gestochen. Bertano hat Amlcgungen über dieschwersten Stellen des Vitruvs geschrieben. Man kannaus einer Anmerkung dieses Meisters, in bemcldlemBuche, die Temanza in des Palladio Lebensbeschrei-bung p-49. angeführt, schlieffen: Bertano habe auchin der Bildhauerkunst gearbeitet. Er blühete umVasari T. z. p.

Berlaud (M. R>) ein französisches Frauenzimmer;hat um 1760. verschiedene Blatter nach dem berühm-ten Vernet radirt.

Bertazzuoli (Gabriel) warum 1620. herzoglicherBaumeister zu Mantua. Er wird von Bcllori indem Leben des Alexander Algardi p. 249. angeführt.

Berteand (Philipp) Siehe Bertrand.

Bertel zMelchior) Siehe Barthcl.

Bettelst; von diesem Geschlechte findet man sechsKupferstecher, die zu Venedig gearbeitet, i. Chri-stoph , von Rimino in dem Herzogthum Modena ge-bürtig; arbeitete nach Anton da Corregqio, rc 2.Donat, nach Julius Romano,rc ;. Ferdinand,gab l<;ü;. eine Sammlung von Kleidertrachten her-aus. 4. Franz, radirte den fcyerlichen Einzug deSHerzogs von Qavoyen zu Tnrin. und ü. Horazund Lucas, stachen und verlegten um izcho. die Wer-ke verschiedener berühmter Künstler; als des M. A.Bnonaroti, Titians, Correggto, u. s. w. Baian.

Bcrtens (Michel) von diesem niederländischenBildhauer zeiget man in der BenedictincrkirchePrag-lia zu Padua, ein Kruzifix. Rosset« p. ;;4.

Berthelot (Wilhelm) ein französischer Bildhauer;arbeitete zu Rom für die Pabste Clemens den Vlll.und Paul den V. Er verfertigte einige Statuen füröffentliche Gebäude dieser Stadt. Nach seiner Zurük-kunft gen Paris zierte er in Gesellschaft des SimonGuillain das Portal der Sorbonnekirche mit Statuenund andern Ornamenten. Er starb daselbst i6,;.Siehe den Artikel Dominicus Ferrerio. Baglionip. 224.

Berlin (Dominicus) ein Baumeister von Paris;arbeitete zu Toulouse. Er machte nut Johann Gar-det einen Auszug von des Pitruvii Werken die sie mitAnmerkungen i;;z>. zu gedachtem Toulouse in quar-to druken liessen. Die zu Erläuterung dieses Wer-kes dienende Kupferstiche werden für ihre Arbeit ge-halten. Gandellini.

-(Niclaus) ein Mahler zu Paris; lernte nach

einander bey Guido Ludwig Vernansal, Johann Jvuve-net und Bon Boulogne. Er mahlte für die AbteykircheSt. Germain des Pres aufcine grosse Tafel den Taufdes Kämmerlings aus Morcnland, mit einer starken,angenehmen und wohlausgearbeiteten Manier. Manfindet auch von seinen Gemählden in den königlichenPallästen zu Meudon, in der Menagerie und zu Tria,non. Er kam in die königliche Acadcmie 170;.ward Professor 170; und nachher Recivr adjunctus.Der König crnennre ihn »och bey Lebzeiten des Poersonzum Director der französischen Acadcmie zu Rom, wel-ches er aber vcrbath. Bettln stark 17; s im s^ien Jah-re seines Alters. Er war einer der angenehmsten Zeich-ner seiner Zeit, und niemand wußte die Kreide miteiner so markigten Manier zu behandle». Dieser Kunst,ler war besonders glüklich in kleinen Gemählden, wo.