Band 
[Erster Theil.]
Seite
113
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Brunelescht.

Bruneleschi (Philipp) gebohren zu Florenz izu-lernte anfänglich die Goldschmiedskunst, verfertigteauch gute und richtige Uhrwerke. Bald darauf ließer sich durch seinen Freund, den berühmten Bild-hauer Donatello in dieser Kunst unterweisen, worinner in kurzer Zeit so weit gelangte, baß er mit seinemLehrmeister und andern Bildhauern um den Vorzugarbeiten konnte. Endlich legte er sich auch auf dieBaukunst, die er zu Rom mit ungemeinem Fleiß nachden Antiken studirte, und dieselbe nicht nur von dembis zu seinen Zeiten herrschenden gothischen Gefchma-ke reinigte, sondern auch zu einer solchen Vollkom-menheit brachte, daß seine Werke noch heut zu Tagedie Bewunderung der grösten Kenner verdienen. Un-ter diesen bemerket man vorzüglich die Kupel der Kir-che St. Maria del Fiore: Als man diese zu erbauenvorhatte, wurden, seinem Vorschlag zufolge die be-rühmteste Baumeister aus ganz Europa nach Florenzberuffen und zu Rathe gezogen. Des Bruneleschi Rathward anfänglich verlachet und als unmöglich verwor-fen , indem er sich anheischig machte, dieses sehr grosseachtekigte Gebäude ohne Armatur zu wölben; da eraber nach dem Verlangen der Aufseher die Probe aneiner Kapelle machte, ward ihm nach vielen überstie-genen Schwierigkeiten dieser Bau, doch mit Zuzugdes Loren; Gbiberti (eines zwar vortreflichen Bild-hauers, der aber in der Baukunst nicht die erforder-liche Talente besaß) anvertraut. Brunelescht aberwußte sich diesen »„nöthigen Gehilfen mit List vondem Halse zu schaffen, und führte diesen Bau mitsolcher Geschiklichkeit aus, daß er ausser der Kupel ander St. Peterskirche, die aber mehr als hundert Jahrehernach erbaut wurde, für das berühmteste Werk derneuern Baukunst gehalten wird. Dieses Gebäud isti^o. Klafter hoch, ungerechnet des ThürnchenS wel-ches darauf stehet, und auf;6. Klafter gerechnetwird. Man besteiget es auf einer Treppe vonStafeln. Ein mehr erlauchtes Zeitalter als des Bru-neleschi war, würde sich durch dieses Werk berühmtgemacht haben. Dieser vortrefliche Künstler starb1444. Man hat nach ihm das Bildniß des H. CarlsBorromeo in Kupfer gestochen. Vasari 1 . 2. x. ;c>r.

Brunelli ( Gabriel) ein Bildhauer zu Bologne;lernte bey Alexander Algardi. Er verfertigte Sta-tuen, Basreliefs, Grabmähler, Bäder und öffentli-che Brunnen für die Städte Padua, Ravenna, Ve-rona, Bologne, Neapel, Mantua und Modena, dleer mit riesenförmigen wohlgebildeten und fleißig aus-gearbeiteten Bildern zierte. Zufolg eines eigenhändigenVerzeichnisses zählet man 44. dieser Stüke von seinerArbeit. Man siehet unter andern an dem Geländerder Kirche St. Anastasia zu Verona einige Bildervon ihm. Er blühete um die Mitte des XVU. Jahr-hunderts. Guarienti.

-(Johann) ein Mahler zu Verona; wurde

sonderbar in Kopirung guter Gemählde berühmt,von welchen er die Werke des Paul Veronese vorzüg-lich wohl nachahmte. Er arbeitete um 171;. zu Tre-ma. Pozzo Nr. 108.

Brnnetti (Cajelan) und sein Sohn, Mahler ausder Lombardier arbeiteten um 17;». zu Paris, undmahlten in der Kapelle der Fimdelkinder die Architec-tur und Verzierungen, zu welchen Carl Natoire dieHistorien mahlte. Sie verfertigten auch gleiche Ar-beit an den Treppen des Lustschlosses Bellevue unddes Hotel von Soubise, allwo die Figuren, Säulen,Masken und andre Zierathen mit Oelfarben so künst-lich gemahlt sind, daß das Auge dadurch getäuschetwird, da man sie für Basreliefs anstehet. S. Fessardhat obbemeldte Kapelle auf i ü. Blätter in Kupfer ge,stochen. Brice.

-(Franz) ein Bildhauer zu Rom; verfertigte

einige Arbeit in der Kirche St. Maria de Porta pa-radisi und an dem Portico der St. Peterskirche. Sie-he den Artikel Ant. Alignini. Titi.

-(Horaz) Siehe Bruni.

-(Sebastian ) ein Mahler zu Bologne; lern-te bey Lucius Massrri und Guido Reni. Er machtesich mit genauer Nachahmung der Handrissen gros-ser Meister berühmt. Man siehet von seinen öffentli-chen Gemählden, die er aber blos zu seinem Zeit-vertriebe verfertigte, in den Kirchen St. Maria mag-

Brusewtnd. n;

giore, St. Giuseppe und St. Margareta. Er lebteum l6;o. Malvasia 1.1. p ;6i.

Bruni (Bruno) mahlte in der Kirche St. Jere-mias zu Venedig ein Altarblatt, worauf die H. H.Johannes, Jeremias und Augustinus vorgestellt sind.Bassaglia.

-(Dominicus) ein Mahler zu Brescia; lern.

te bey Thomas Sandrini. Von seiner Geschiklichkeitin Verzierungen, Perspectiven, Säulenwerken u. s. f.findet man schöne Proben in dem Chöre der Kar,meliterkirche zu Brescia. Er mahlte dieses Werk i6;q..und starb 1666. Averoldo.

-(Franz) ezte viele Blätter in Kupfer, un-ter andern eine grosse Himmelfahrt Maria, nach G.Reni. Basan.

-oder eher Brunetti (Horaz) ein Kupferste-cher und Formfchneider von Siena; arbeitete nachA. Lillio, R. Manetti, Fr. Rusticchino, A Tem.pesta, R. Vanni, A. Petrazzi, u. s. f. le Comte l.z.p.r;4. Siehe auch den Artikel P. Brea.

— — ( Virgil) Siehe den Artikel Loren;Gandolfo.

Brunn ( Franz und Jsaac) Kupferstecher vonStraßburg; der erste verfertigte um 1620. vieleBildnisse von der kayferlichen Familie, u. s w. Christführt x. 178. und 250, ihre Zeichen an. Man hatvon Jsaac Goldschmieds-und Musivarbeiten. Gan-dellini-

Brunner; dieses soll der eigentliche Familienamedes berühmten Pcrspectivmahlers P. Andreas Pozzoseyn.

— — (Martin) ein Stahlschneider von Nürn.berg; lernte bey Jacob Wolrad. Er besuchte dar.auf einige vornehme Städte in Deutschland, wo erseine Kunst fleißig übte, so daß er bey seiner Heim-kunft den Ruhm eines geschiklen Mannes erlangte.Er starb 172;. im sosten Jahre seines Alters. Dop-pelmayr x. 28".

Bruno. Siehe Giovanni.

-(Julius) ein Mahler aus Piemvnt; lerntezu

Genua bey Lazarus Tavarone und Joh. Baptist Paggi.Er zeichnete zwar sehr wohl, da er aber zu Ausarbei-tung seiner Werke keine Gedult und Geschiklichkeit be-saß, versuchte er es kleine Tafeln mit einer leichtenund flüchtigen Manier, welche die Italiener blacciiianennen, zu arbeiten, und hatte das Glük, daß vie-le Arbeit den Kunstverständigen gefiel. Als 162,. derKrieg zwischen Savoyen und der Republik ausbrach,ward er gezwungen sich von Genua weg in sein Va-terland zurük zu begeben, wo er auch starb. SeinBruder Joh. Baptist arbeitete in gleichem Gefchmake.Soprani p. ;ry.

-(Silvester) Stehe Morvillo.

Brunsino. Siehe Bronzino.

Brusaferro (Hieronymus) ein Mahler zu Vene.big; folgte in seiner Jugend dem Gefchmake seinesLehrmeisters Niclaus Bambini. Er arbeitete mit ver-wunderlicher Fertigkeit, und zierte mit seinen Gemähl-den Kirchen und Palläste; viele derselben wurden hinund wieder in Europa versandt. Er mahlte in dergrossen Schule St. Theodorus die Enthauptung St.Johann des Täuffers; in der Kirche St. Moses die-sen Propheten auf dem Berge Sinai, und das Ge.wölb der Kapelle des grossen Altars. Seine Manierist gut und von grossen Partheyen in Licht und Schal-ten aber ein wenig zu schwach in dem Colorit. Erblühete um 17;». Bassaglia.

Brufaforci; ein Beyname von Dominicus Ricci.Brufca (Jacob) Siehe Breuck.

Brusco; ein Beyname den Cornelius Poelemburgvon der niederländischen Mahlergesellschaft zu Rombekam; einige nennen ihn Saliro. Unter dem erstenName wird er von Domenici 1.2. 9.2,2. angezogen.Lettere su la Pittura, rc. 1 .2. p. 87.

Brusewind (G- F. > wird vonUffenbach 1 .2. p. 56.als ein kunstreicher Meister in Schnizarbeit ange,führt. Er verfertigte die Kanzel der Marienkirche inLübek.

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