Band 
[Erster Theil.]
Seite
116
JPEG-Download
 

n6 Bullinger.

Schloß Jssy, in den Gegenden von Paris. Man hatvon ihm eine praktische Baukunst in drey Octavbän-den, die 1691. gedrukt ist. Sein Sohn ward zu obbe-meldter Zeit ein Mitglied der Akademie von derzwo-ten Ordnung. Brice.

Bullinger (Ioh. Balthasar) gebohren 171;. zuLangnau im Canton Zürich, wo sein Vater Pfarrerwar. Er lernte bey Johann Simler und that dar-auf eine Reise in Italien. Zu Venedig studirte erin des berühmten Tiepolo Schule, da aber dieser nachMayland beruften wurde, kam er nach einem zwey-jährigen Ausbleiben nach Hause. Hierauf arbeiteteer einige Zeit zu Solothurn und zu Neufchatel, her-nach gieng er in Holland / und verweilte sich bey dreyJahren in Amsterdam. Nach seiner Heimkunft legtesich Bullinger vorzüglich auf das Landfchaftenmah-len, und zierte mit dieser Arbeit verschiedene Zim-mer , welche den Beyfall der Kenner verdienen. Erward 177z. der erste Professor der Zeichenkunst, inder in Zürich damals ncuerrichteten Kunstschule. Bul-linger radirte auch mit einer angenehmen Ma-nier nach F. Ermels, F. Meyer, und seinen eignenZeichnungen. Füßli 1 .p. ,8;.

Bultrafio. Siehe Boltrafio.

Bulzonus (Andreas) Siehe Bolzoni.

Bunel (Jacob) gebohren zu Blois 1558, machteseines Vaters Franzen Unterweisung sich sowohl zuNuze, daß er zum ersten königlichen Mahler ernanntwurde. Man siehet von seinen Gemählden in den Kir-chen der grossen Augustiner und der Feuillantiner inder Strasse St. Honore zu Paris. Er ahmte dieManier des Friedrich Zucchero nach. H. Oldelon,P. de Jode und Th. de Leu haben jeder ein Blattnach ibm in Kupfer gestochen. .Seine Ehefrau übtemit solcher Geschiklichkeit die Mahlerey, daß sie ihrenMann übertraf. Felrbien 1 .;. p 127.

Bunnik (Johann van) genanntKeteltrom, geboh-ren zu Utrecht i6;4; lernte bey Hermann Zaftlevenund Kerard Hoet. Er durchreisete den grossen TheilItaliens; zu Rom zog Carl Maratti seine Arbeit alleranderer Landichaftenmahler ihrer vor; er begleiteteihn in die Gegenden dieser Stadt, und machte sichein Vergnügen zuzusehen, wie er die schönste Aussichten nach der Natur zeichnete. Bunnik arbeitete achtJahre an dem herzoglichen Hofe zu Modena. Nachseiner Znrükkunft in Holland bekam er den Auftragden königlichen Pallast zu Loo- und andere vorneh-me Häuser in Holland mit seinen Gemählden zu zie-ren. Er starb 1727. Sein Bruder Jacob war ein gu-ter Feldschlachtenmahler, und Johannes Schüler.Er starb 1725. Weyermann L.;. 9. 179.

Bu»s (Johann) wird von dem Dichter P. Rir-tel der durchlauchtige Bildnissemahler genennt; ersoll aber auch, zufolge des Johann Blasiuö Gedich-ten Figuren gemahlt haben. Honbraken der diesenKünstler 1 .;. p.ü;. anführt, weiß von ihm keine wei-tere Umstände anzuzeigen.

Bunfen (Jeremias) gebohren zu Arolsen in derGrafschaft Waldegg; lernte die Mahlerey, welche erbey Quitter zu Lasset etliche Jahre übte, und es da-rinn so weit brachte, daß ihn sein Landesherr zu sei.nem Hofmahler annahm. Er warb auch Bürger-meister in seiner Geburtsstadt, und starb 17;-. Zedler.

Buo — was nicht unter diesem Name stehet, kannunter Bo — gesucht werden.

Buonacorsi (Bernhard Timantes) Siehe Bonta-lenti.

Buonacorsi (Peter) genannt Perino del Vaga,ein Mahler von Florenz; lernte bey Andreas de Ceri,Rudolph Ghirlandajo und del Vaga, von welchemer obigen Beynamen bekam. Während seiner Ar-muth , mahlte er bey andern Künstlern um den Tag-lohn, da er die halbe Zeit der Woche zu Gewinnungseines Unterhalts, die andere aber auf seine Studienverwandte. Einige von seinen Zo chnungen kamen Ra-phael zu Gesichte, welcher die ,chöne Ausarbeitung,Fleiß und Reinlichkeit derselben bewunderte, daherihn dieser grosse Mahler unter seine Mitarbeiter indem Vatican aufnahm, da er in kurzer Zeit viele vonihnen in der Kunst übertraf. Die Gemählde, welchePerino zu Rom, Pisa und Genua (wo er sich lange

Burattt.

Zeit aufhielt> verfertigt hatte, sind so schön, baß sievon jedermann bewundert werden. Indessen wird erdoch von Armenini angeklagt: Er habe die vornehm-ste Arbeiten in Rom an sich gezogen, und durch Tag-lohn - Mahler ausführen lassen. Er halte ein lebhaf-tes Genie, war ein grosser Zeichner, arbeitete sehrgeschwind, und übertraf alle feine Zeitgenossen inFriesen, Grotesken und Verzierungen von Stucco,in welchen er den Antiken beykam. Sein Pinsel glei-chet des Raphael, ausgenommen in der Stärke undin Ausdrüken. Der Triumph des Bacchus, und ei-ne Auferwekung Lazari, zwo Zeichnungen von diesemMeister, wurden, jene um zioo. und diese um 8 n.Livres verkauft. Er starb 1547. im 47sten Jahre fei-nes Alters. E. Vico, J.Buonasone, I. Callot, I.Caraglio, W. Hollar u. a. haben ungefähr 20. Ku-pferstiche nach ihm verfertigt. Vajari T. x. ;48.

Buonamici (Ioh. Franz) ein Baumeister zu Ri-mino; nach feinen Zeichnungen ward der bischöflicheVorhof und die Kirche S. S. Johannes und Pau-lus in seiner Geburtsstadt um die Mitte des XVlIItenJahrhunderts erbaut. Siehe den Artikel Benedictda Rimino. Marcheselli.

-( ) ein Mahler von Bologne; wird unter

des Raphaels Schüler gezählt. Er arbeitete zu Luccain der Kirche St. Frediano. V. Marchio.

-oder Bonamico (Franz) zeichnete mit Joa-chim Sandrart, I. Thysidiuü Guidi, I. BaptistRuggieri, Jost de Pape, dem Ritter Lanfranc, C.Philipp Spinninck von Brüssel, Franz Perrier undI. Andreas Podesta die Antiken der justinianischenGallerte zu Rom. Siehe den Artikel I. Comin.Idee generale x.

Buvnanni ( ) ein Ritter; mahlte ungemein schö-ne Küchenstüke. Er wird von Domenici 1 .z., ?. ;rv.angeführt.

Buoncore. Siehe Vonocore.

Buonfigli (Anton) ein Mahler von Siena; ver-fertigte viele historische Tafeln für die Kirchen dieserStadt. C. Gregori hat nach ihm radirt. Pecci.

Buonfredi vermuthlich Ponfreni (Jacob) erhielt4-76. nach des Salvator Monosillo Absterben, dieAufsicht über die Musaische Arbeit der St. Peters-kirche zu Rom. Murr Journal zur KunstgeschichteVter Theil ?. i8->.

Buoninsegna; ist der Familiename von Duccio.

Buono (Benedict dal) ein Mahler von Lugo; wirdunter die Schüler des Hieronymus Donini gezählt.Felsina pittrice T. ;. x. 190.

-(Georg del) Siehe Bono.

Buonomi (Johann und seine Söhne Bartholomeund Franz) verfertigten zu Modena schöne Bilder undMasken von gesottenem Leder, welche an fürstlichenHöfen gesucht und hochgehalten wurden. Sie mahl-ten auch auf Schilde antike Figuren von Soldaten,Pferden rc. Diese Künstler blüheten um die Mitte desXVlten Jahrhunderts. Vedriani x. 86.

Bupalus; ein Sohn und Bruder der vorbemeld-ten Anthermi; war in der Bau - und Bildhauerkunstberühmt. Er blühete um das Jahr der Welt ;44Z.Paufanias I.. 4.

Burani (Franz) ein Mahler von Reggio; ist durcheinen radirten Kupferstich bekannt, in welchem erden Silen bey einem Weinzuber sizend nebst dreyenSatyren vorgestellt. Dieses Stük ist von feiner eig-nen Erfindung und völlig in des Spagnolets Ge-schmak. Siehe den Artikel Peter Armani. Bafan.

Bnratti (Carl) ein römischer Baumeister; lerntebey Carl Fontana. Er bediente den Fürsten LiviusOdescalchi und besorgte die Wasserleitung von Brac-ciano; die Ausbesserung der Domkirche zu Albano,und die Aufführung ihrer Vordcrseithe. Buratti ra-dirte den Plan und die perspectivische Ansichten des Ca»pitols auf zehn grosse Blätter. Er blühete um 1700.Pascoli I.s. x. 549.

-(Ioh. Baptist) ein Mahler von Verona;

lernte bey Paul Panelli. Er lebte um 1760.

-(Hieronymus) ein Mahler r wird unter

die Schüler des Ludwig Cardi gezahlt.