Band 
[Erster Theil.]
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Calvart.

Calllmachus.

kleine Figuren aus Elfenbein, daß man besondereTheile von blossem Auge nicht unterscheiden konnte.Dieser Künstler machte einen eisernen Wagen, dervo» einer Müke gezogen und mit dem Flügel einerMute bedekt werden konnte. Plinius I.. 7. c 21.

Callimachus; genannt Cacizotechnos, ein Bild,Hauer zu Athen; blühete in der Listen Olympiade.Er war niemals mit seiner Arbeit zu frieden, undfand immer etwas daran zu verbeffern, welches aberöfters seinen Werken das Angenehme benahm. Erwar der erste, der sich unterstand den Marmor zudurchbohren » um die Falten der Kleider herauszu-bringen , und hervorstehende Glieder von dem Leibeabzusondern. Man zeiget in dem Kabinette des Kar-dinals Alexander Albani zu Rom, ein Basrelief vonMarmor, inwelcheni der Name dieses Künstlers ein-gegraben ist; es stellet einige Bacchanten und einenFaun vor. Fontanini giebt ? >71 einen Kupferstichdavon. Man schreibet ihm die Erfindung des Corin,thischen Kapiteels zu. Die Idee davon gab ihmeine Pflanze von Bärenklau, die er unter einemKorbe hervorwachsen sah, der das Grabmal einerjungen Corintherin zierte. Dieser Korb war mit ei-nem Ziegel bedekt, und zwang die Blatter dieserPflanze sich zurükzubiegen, wodurch sie die Krümmungder Schnekenlinie bekämen. Callimachus war zugleichein Mahler und Baumeister. Man weiß, daß, erden Marmor mit einer bewundernswürdigen Zärt-lichkeit bearbeitet habe. Winkelmann behauptet inseinem Trmcsro prelimmare (teil! IVlonumenri linticki

р. 6; dieser Meister habe höchstens in der 94-stenOlympiade gelebt. Plinius l.. §4. c. 8.

Callinicus, ein antiker Baumeister von Heliopolisin Egypten; gieng unter der Regierung des KaysersConstanlin, genannt Pogonatus zu den Römern über.Er besaß das Geheimniß das griechische Feuer zuzu-richten , womit er die arabische Flotte bey der Bela-gerung von Cnzicus angezündet, und mit allen daraufbefindlichen Menschen und Geräthschaft zu Grundegerichtet. Cedrenus.

Calliphon von Samos. Mahlte den Zweykampfzwischen Ajax und Hector, welchem die Unemigkeit inder Gestalt eines häßlichen Weibes beywohnt,-undeine griechische Seeschlacht. Diese zwey Gemählde wa-ren ehedem in dem Tempel der Diana zu Epheso auf-bewahret. Pausanias I.. io.

Callisionicus von Theben und Tenophon ein Athe-nienser, verfertigten für den Tempel der Fortuna zuTheben die Statue dieser Göttin, welche den Plmtus in Gestalt eines Kindes auf den Armen trägt.Dem Tenophon schreibet man die Hände und Köpfe,dem Callistonicns aber die übrigen Theile dieser Sta-tuen zu. Pausanias I.. io.

Callistratus, ein Bildhauer in der rasten Olym-piade, stellte den Evanthes mit ofnem Munde undeiner Schrekenvollen Miene vor. Plinius I.. ;4>

с. 8.

Calliteles, ein Bildhauer, welchen Pausanias füreinen Sohn und Schüler des Onatas hält. Mit die-sem verfertigte Calliteles die Statue eines Mercurs,welcher einen Widder auf dem Arme trägt; sie warehemals bey den Eleern zu sehen. Pausanias T.;.

Callixenus ein Bildhauer, welcher in der r;;. Olym-piade blühete. Plinius 1.-4;. c. 8.

Callon, ein Bildschnizler von Aegis; lernte beyTectaeus und Angelion. Er blühete ungefähr in derLosten Olympiade. Man sahe ehedem in dem Tem-pel der Minerva des Schlosses zu Corinth, die ausHolz geschnizte Statue dieser Göttin, und zu Amycleeinen mettalinen Dreyfuß; beyde von der Hand die-ses Künstlers. Plinius L. 14. c 8.—Ein andrer Cal-lon , Bildhauer zu Elis; verfertigte die Statuen von55- Knaben, welche init ihrem Lehrmeister und einemPfeiffer in einein Schifbruche zu Grund giengen; in-gleichem einen Mercur für feine Vaterstadt. Paufa,nias I..

Callot (Jacob) ein Mahler und Kuvferezer vonNancy; ward von seinen adelichen Eltern zu einerganz andern Lebensart bestimmt, als diejenige war,zu welcher er einen besondern Lust und Genie zeigte,daher er schon in seinem zwölften Jahre fein Vater

land heimlich verließ und eine Reise in Italien vor-nahm. Daselbst lernte er nach einander bey Remi-gius Cantagallina, Julius Parigi, Philipp Thv-maßin, Dominicus Paßignano und endlich in Frank,reich bey Claudius Henriet. Callot erlangte vielenRuhm mit seinen kleinen Figuren, die meistens nachMode gekleidet sind; mit diesen erfüllte er feine inerstaunlicher Menge herausgegebne Kupferstiche, diein Feldschlachten, Belagerungen, Bällen, festlichenAuszügen, rc. bestehen. Callot arbeitete einige Zeitan dem großherzoglichen Hofe zu Florenz und kam1621. gen Nancy, wo er sich verheyrathele, hernachgieng er gen Paris und rszowieder genNancy wo er»6;; ikN4l. Jahre seines Alters starb. Er ward in derObservantinerkirche begraben, allwo man ein thme zuEhren aufgerichtetes Grabmal siehet. Die Liebhaberbetrachten mit Lust und Erstaunen das Geistreiche undFeine seiner Radirnadel, das Feuer und die Frucht-barkeit seines Genie und die vielfältige Verschiedenheitseiner Gruppen, in welchen er die gezwungene Contra-sten sorgfältig vermied. Seine Stellungen, die ge-zwungenen ausgenommen, sind gemeiniglich gefällig:Der Ausdruk ist bey ihm stark) die Zeichnung, undAusführung meisterhaft, villeicht nur zu fleißig aus-gearbeitet. Seine Zusammensezungen sind unordent-lich zusammengestöppelte Gedanken, untersucht manaber die Partien ins besonder so sind es Meisterstüke.Seine einzelne Figuren, wie Z. B. die Bettler, sindals seine vollkommneste Arbeit anzusehen. Uebrigensherrschet in allen seinen Entwürfen eine gewisse Laune,welche, wenn er ihr den völligen Lauf läßt, als inder Versuchung des H Antonius, sehr komisch wird.Er ist der erste, der den harten Firnieß bey seinerArbeit aufgebracht, den man aber nachher gänzlichabgeschaffet hat. Sein Werk bestehet aus mehr als1600. Stüken, wovon man ein vollständiges Ver-zeichniß in Gersaints Beschreibung des Kabinets desHerrn Lorangere findet. Mariette besaß dieses Werkin i;oo Stuken die um Livres verkauft wur-den. Man behauptet die Sammlung der Kupfer-platten dieses Künstl-rs sey durch eine Erbin seinerFamilie in Küchengeschirr verwandelt worden. Per-rault L. i. x. 95.

— — (Wenzel und Carl) Siehe I. F. Schor.

Calojanni, ein griechischer Mahler; arbeitete um114;. zu Corte di Sacco in dem Gebiete von Padua.Zanetli p. 2.

Calon, ein antiker Bildhauer, dessen Arbeit füretwas hart beschrieben wird. Quintilianus T. 12.c. rc>.

Caloriti (Joh. Baptist) genannt Nero, ein Per-spectivmahler von Maltha; lernte bey Matthias Pre-ll. Er zeichnete und mahlte die Aussichten dieser Fe-stung und andrer Orten, worinn er vortrcflich war.Sein Sohn Joseph folgte seiner Manier, er lebte um1740. Domenici I-;. x. ; 8 i.

Calos, ein Bildhauer zu Athen ; verfertigte dieStatue einer Göttin aus einem Steine Lychnites ge-nannt. Clemens Alexandrinus.

Calvart (Dionysius) gebohren zu Antwerpen r; 5 5;kam frühzeitig gen Bologne, wo er anfangs Land-schaften mahlte. Er lernte daselbst bey Prosper Fon-tana und Lorenz Sabbatini, bey welchen er sich auchim Historienmahlen geschikl machte. Als er anfiengfür sich selbst arbeiten , verfertigte er Gemählde, inwelchen man die schöne Zufammensezung der Grup-pen, eine prächtige Ordonanz, Gedanken von edlerEinfalt und eine zierliche Behandlung des Pinsels be-wunderte. Neben dem war er auch in der Architek-tur , Perspectiv und Anatomie wohl erfahren. SeineGeschiklichkeit und fein erworbener Ruhm, bewo-gen ihn, eine öffentliche Schule zu Bologne aufzu-richten , aus welcher die berühmteste Mahler als:Franz Albani, Guido Reni, Dominicus Zampieriund viel andere entsprossen sind. Calvart unterrich-tete seine Schüler rn allen obbemeldten Künsten, wel-che er für einen Mahler nüzlich und so gar nothwen-dig erachtete. Der Graf von Villanova zu Lisabonhatte in seiner prächtigen Sammlung von Calvartdie Verklärung Christi, nach dem Vorbilde dieser vonRaphael gemahlten Geschichte. Man findet seine vor-