Band 
[Erster Theil.]
Seite
126
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Camera,

1LS

Camera (Johann della) ein Mahler zu Neapel;lernte bey Franz Solimena. Er kopirte viele Gemähl-de seines Lehrmeisters mit grossem Fleiß und Geschik-lichkeit. Da er aber sich verheyrathete und viele Kin-der bekam, nahm sein Fleiß ab, und er gerieth end,lich auf eine so schlechte Manier, daß er für gemeineKunsthändler arbeiten mußte. Er starb 174;. Dome-niciT.x. 676.

Camerata (Joseph) ein Mahler zu Venedig;lernte bey Gregorius Lazzarini. Miani ein edler Ve-netianer nahm ihn in sein Haus, und machte ihmsein Glük. Camerata vollendete die Kreuzigung Chri-sti; ein Gemähld, welches sein Meister für die Kirchezum H. Kreuz angefangen hatte. Er mahlte für dieKirche St. Marcuola eine Ausführung, und für dieKirche St. Eustachius das Bildniß dieses Heiligen.Er arbeitete um 1745. zu Wien. Dieser mittelmäf-sige Mahler starb in seinem Vaterlande 1762. im94sten Jahre seines Alters. A. Faldoni hat ein hi-storisches Blatt nach ihm in Kupfer gebracht. — Einandrer Joseph Camerata, ein Kupferstecher und vor-treflicher Miniaturmahler; arbeitete zu Dresden fürdas churfurstliche Kabinet, und ward erster Professorder Kupferstecherkunst, in der 1764. zu Dresden er-neuerten Academie. Basan hat seine besten Blätterangezeigt. Bassaglia.

Cameron (Carl) ein englandischer Baumeister;schrieb einen Tractat über die römische Bäder, wo-rinn er zugleich des Palladio Werk über diesen Gegen-wand verbesserte. Cameron ließ dieses Buch 1772-zu London druken.

Cametti (Bernhardt») ein Bildhauer zu Rom;arbeitete für etliche Kirchen dieser Hauptstadt; für zweyAltäre der Kirche Superga zu Turin, u. s. w.

Camiccia (Chimenti) ein Baumeister von Florenz;legte Pallaste, Brunnen, Kirchen, Gärten, Festun-gen und andere wichtige Stüke der Baukunst an, wel-che er durch den Baccio Cellmi mit Zierathen, Schniz-werk u. s. w. sehr fleißig ausarbeiten ließ. Camicciaund Cellini arbeiteten um 1460. in Diensten des Kö-nigs Matthias von Ungarn, und starben daselbst.Vasart T. 1. ?. ;yr

Camilla, oder Camilliani (Franz della) ein Bild-hauer von Florenz; lernte bey Baccio Bandinelli. Erarbeitete i ; Jahre für die Wasserwerke des T>. Pedrovon Toledo, Schwiegervater Cosinus des l. Herzogszu Florenz, die er mit Statuen, Thieren Bildernvon Flüssen rc. zierte; unter diesen können die Flüsse Ar-no und Mugnone mit den Werken der besten Bild-hauer vcrqliechen werden. Einer von diesen Brun-nen, der aus 644 Marmorstüken bestand, und in ei-nem Garten zu Florenz aufgerichtet werden sollte,ward nach des Don Pedro Absterben von seinemSohne Don Ludwig für 20 tausend Thaler an denRath von Palermo verkauft, der ihn 157;. von Ca-millus Camiliani, einem Baumeister von Florenz zugedachtem Palermo aufrichten ließ. Unter diesenStatuen waren einige von Angelus Vagheri, einemFlorentiner, verfertigt. Bottari 1 ) 1. p. 490.

Camilo (Franz) ein Mahler zu Madrid; lerntebey Peter de las Cuevas. Er stritt mit den Mah-lern seiner Zeit um den Vorzug in der Lebhaftigkeitdes Colorits, auch in der Annehmlichkeit und Zärt-lichkeit seiner Werke. Er war besonders in Vorstel-lung andächtiger Bilder vortreflich, wogegen er inweltlichen Geschichten so gar keine Gesetzlichkeit besaß,daß er z. B. einen Jupiter oder Juno in keinen andernStellungen und Gebärden als eines Christus, oder derMaria, abbilden konnte. Das Bildniß der H. Mariaaus Egyvren in der Kapuzinerkirche zu Alcala wirdfür sein Meisterstük gehalten. Er starb 1671, Ve-lasco Nr. 148.

Cammas, Crozat und Despax; französische Mah-ler. Werden von d'Argensville unterdes AntonRivalzSchüler gezählt. Cammas folgte seinem Lehrmeisterin der Stelle eines Mahlers und Baumeisters desRathhauses der Stadt Toulouse.

Camogli ( Stephan) ein vortreflicher Früchte-undBlumenmahler zu Genua; lebte um 1090« Lelteresu la Pittura, rc. 1 . «r. x. 276.

Campagna (Hieronymus) genannt da Vergna,

Campana.

ein Bildhauer zu Verona; lernte bey Jacob Tatti,genannt Sansovino. Er verfertigte für die KircheSt. Antonius zu Padua ein Basrelief von Marmor,welches mit einem andern seines Lehrmeisters um denVorzug streitet: Diese zwey Stüke werden unter die>esten Werke der neuern Bildhauer gezählet. Manrndet auch von des Campagna Arbeit zwei) Hebens,grosse marmorne Statuen der H. H. Franciscus undAntonius von Padua in der Kapelle Gnastaviüanider Kirche St. Franciscus zu Bolvgne. Ferner vierEngel in Erzt in der Kirche St. Giorgio maggioreund einige andre Stüke zu Venedig, welche vonSansovino beschrieben werden. Er blühete um i;;o.Pozzo Nr. 7°.

Campagna ( Peter) Siehe Campana.

Campagnola (Dominicus) ein Mahler von Pa,dua; arbeitete zu Venedig. Er wird für des Hiero-nymus Sohn und TitianS Schüler gehalten. Erarbeitete mit grossem Fleiß in Oel-und Frcscofarben,und mahlte vortrefliche Landschaften nach der Ma-nier seines Lehrmeisters. Man siehet von ihm einigeschöne Werke in den Kirchen und Pallästen zu Vene,dig und zu Padua, wo man seine Frescogemähldedes Titians seinen fast gleich schäzet. Er liget zu Pa-dua in der Kirche St. Antonius bey seinen Vorelternbegraben. Dominicus hat einige von seinen Erfin-dungen in Kupfer geezt und in Holz geschnitten ;unter diese leztcre zählet man einen Kindcrmord 1517.verfertigt; er ist zwey Fusse hoch, und andcrthalbenbreit. Die Zeichnung und die Arbeit sind ziemlich gut.Der Graf von Caylus, Knapton u. s. w. haben auchnach seinen Zeichnungen radirt. Ridolst 1 .9.7;.—Hieronymus Campagnola, des obigen Zeitgenoß oderVater; ein Mahler von Padua; lernte bey JacobSquarcione.— Ei» andrer Hieronymus Campagnola;verfertigte ein schönes Basrelief für die Kapelle St.Antonius zu Padua, welches eines seiner Wunder-werke vorstellt. Lettere su la Pitura 1 . 6. p. n.Dieser Künstler ist der gleiche mit Hier. Campagna.—Julius Campagnola, des Hieronymus Sohn; mahl,te sehr wohl in Miniatur und im Grossen. Er ezteauch in Kupfer; man siehet von seiner Arbeit zu Pa-dua.— Justus, ein Mahler in der Lombardie; wirdauch unter die Künstler dieser Familie gezählt; es istaber ziemlich ungewiß, er ist vielleicht eben der, wel-cher in diesem Lcricon unter seinem Tanfname ange»führt ist. Vasari 1 . 2. x. ;i8.

Campana ( Andreas ) ein geschikter Mahler zuModena; blühete um das Jahr 1400. Vedrianip- 57 .

-(Ferdinand) Siehe den Artikel Vincen;

Campana.

— - ( Franz) ein Mahler zu Genua; lerntebey Dominicus Parodi, und Franz Solimena. Ermahlte in Gesellschaft fremder und einheimischerKünstler in dem Pallaste des Prinzen Doria auf fri,scheu Mörtel und blieb unter so vielen Mitarbeiternin Ansehung der Kunst nicht zurüke. Campana mahl-te auch viele Altarblätter für die Kirchen zu Genuaund der umliegenden Orten. Er lebte um 1740.Guarienti.

— — ( Hiacynth ) ein Mahler zu Bolvgne;lernte bey Franz Brizio und Franz Albani. Der Kar.dinal von St. Croce sandte ihn in Polen, wo er Hof-mahler des Königs Uladislaus lV. wurde: Aber Hia-cynth konnte dieses kalte Clima nicht lange ertragen,und starb daselbst. Man findet in der Kirche des klei-nen Spithals St- Franciscus und in der KapelleZoppi der Servitenkirche zu Bolvgne von seinen Ge-mählden. Dieser Künstler lebte um iü;o. Malvasia1 .1. P. 547 -

— — (Johann) mahlte in der Kapelle Desideryder Servitenkirche zu Bolvgne einige Verzierungen,welche von Anton Roßi mit Figuren staffirt wurden.Er blühete um 17;°. Ascoso.

— — ( Joh. Baptist ) ein Historienmahler zuNeapel; wird von Domenici 1 .2. x. 120. angeführt.

-(Peter) ein Mahler von Brüssel; lernte in

seinem Vaterland. Er reiste nach Rom und studirlein Raphaels Schule, wo er in der Kunst sowohl zu.