Ltone.
bey Angelus Falcone. Andreas mahlte in seiner Ju-gend einige Zimmer des königlichen Pallastes nachder Manier seines ersten Lehrmeisters und stellte gros-se Heldschlachten vor. Nachher solgte er des FalconeGeschmake und mahlte bessere Landschaften und Per-spektive als zuvor. Dieser Künstler belaß eine vor-trcffiche Sammlung von Handrissen. Er starb 167z.im ?vsten Jahre seines Alters. Sein Bruder Ono-phrius war zwar in der Zeichnung nicht allzurichtig;hingegen rühmet man seine fruchtbare Empfindungen ,von denen man in verschiedenen Kirchen seiner Ge-burtsstadt in Oel und Frescogcmahlden Proben zusehen bekömmt. Domenici 1 . 2 . x. ;i?. und » 1 .k>. 80.
Lione ( Fra Modesto) Siehe Modesto.
-(Niclaus) ein neapolitanischer Kriegsbau-meister; erfand -77;. die Kunst Sand und Thondas Gewicht und die Festigkeit des Marmors zu ge-ben. Er formte aus diesen die Staiue Pabst Plusdes sechsten/ der ihm das Mo> ovo-inm des Kirchen-staats verliehe. Murrs Nürnbergische Kunstgeschichte?. 4 ->.
-(Niclaus di) Siehe Leone.
Lionetto; erster Beyname von I. Angelus Lot-tini.
Lioni ( Ludwig) genannt Padovano. Erlangteeinen gross» Ruhm durch Bildnisse von Wachs / dieer öfters aus dem Gedächtniß da er eine Person nureinmahl gesehen hatte/ kenntlich zu machen wußte.Lioni grub auch Siegel und Medaillen in Stahl /stach in Kupfer / poßirte Figuren/ mahlte Historienund Landschaften in Oelfarbcn und auffrischen Kalk.In Summa er war zu allen schönen Wiffcnlchastengeschikl. Er starb zu Rom 1606. im 7istcn Jahrest'ines Alters/ und ward in der Kirche St. Mariadel Popolo begraben. Q Boel/ I. Trvycii/ H.David/ W Hollar/ u. s. f. haben nach ihm in Ku-pfer gestochen. Sein Sohn Octav/ genannt Pabo-vanino; mahlte so schöne Bildnisse/ daß er die vor-nehmste Personen seiner Zeit mit dieser Kunst bedien-te / unter welchen sich Pabst Gregorius der XV. be-fand / der ihn deswegen zum Ritter des Christusor-dens machte. Er mahlte auch historische Tafeln fürverschieden^ Kirche» zu Rom. Octav radirte mit ei-ner vortrcflich schönen Manier Bildnisse berühm-ter Leute/ aufweiche er einen solchen Fleiß verwand,te, daß >r sich darüber eine Engbrüstigkeit zuzog/auwelcher er 1626. im ersten Jahre seines Alters starb.Sein Sohn Hypolilhus/ machte sich auch in derMahlerey berühmt. Baglioni p i;?. und 208.
-(Pompejus und Leo) Ssthe Leoni.
Liotard (Joh. Michel) von Genf/ ein vortrefli-cher Kupferstecher/ sowohl mit dem Grabstichel alsmit der Radirnadel; war einer der besten Schülervon Benedict Audran. Erarbeitete einige Zeit zu Pa-ris / und ward von dem engländischcn Cvnsul zu Ve-nedig / Iostph Smich dahin beruffen um siebengrosse Cartons nach Carl Cignani und so viel Ge-mählde nach Sebastian Ricci in Kupferstiche zu brin-gen / welches Liotard mit grosser Geschiklichkeit ver-richtete. Nach diesem kehrte er nach Paris zurük undfuhr fort mit allgemeinem Beyfall zu arbeiten. Ergierig um 1760. in seine Gednrtsstadt zurük. DieserKünstler zeichnete vorireffich; seine Arbeit wurde sehrgesucht und theuer bezahlt.
— — ( Joh. Stephan) des I. M. Zwillings-Bruder/ genannt der türkische Mahler/ ward 1702.zu Genf g bohren. Er war mit solch ungemeinenTalenten für seine Kunst begäbet/ daß er gleich an-fangs ohne einigen Unterricht ein Mmiaturgemähldvon dem berühmten Pctitot so genau nachmachte/daß der Besitzer / der doch ein Mahler war/ die Ko-pie für das Original ansah. Liotard gieng 172;.gen Paris, wo seine Arbeit von Franz le Moine ge-lobt wurde Er mahlte Bildnisse mit Miniatur/Pastel und Schmelzfarben und kopirte die Werkegrosser Meister in diesen Künsten. Liotard gieng nachVenedig/ Rom und endlich gen Constantinopel/ woer verschiedene Bildnisse verfertigte. Einige Zeit her-nach kam er in armenianischer Kleidung und grossemBart, die er auü Neigung wählte, nach Wien;
Ltppi.
mahlte daselbst die Kayserliche Familie und einigeandere Stüke aus eigner Erfindung. Im Jahre >74-kam er nachmahlen gen Venebig/ verkaufte daselbstein Pastelgemäbld für i;c>. Zechinen und ließ sich,«,ne Portraite sehr theuer bezahlen. Endlich kehrte ergen Genf zurük, wo 1-7S. noch lebte. Er hat zweyPortraite und einige Blatter nach Watcau radnt.Faldoni, Petit, Littrcl, Wille, u. s. f. haben nachihm in Kupfer gestochen. Museo Fiorentinv I. 4.p- 27;.
Livpi (Claudius) ein Baumeister von Carravaggio;blühete um i;;o. Einige schreiben ihm den BandesPallastes Durazzo in Rom zu; andere aber gebe»den Bartholome Ammanati zu desselben Baumeisteran. Titi.
-(Hannibal) ein Baumeister zu Rom um die
Mitte des XVI. Jahrhunderts. Der Cardinal JohannRicci von Mome pulciano ließ durch ihn die Villa vonMedicio in Monle Pmciano, heut zu Tage alla Triiutadc Monti genannt, a, fangen prächtig auszieren, diehernach durch den Cardinal Ferdinand be Medieis »1den gegenwärtigen Stand gestellt wurde. Tui.
— — ( Jacob ) genannt da Budrio, einerStadt in den: Gebiete von Bologne; lernte inder Carracischen Schule und zeigte »eine GcsmikNch-kcit in Verzierungen und Figuren auf frischen Kalkzu mahlen, an verschiedenen Orten zu Bviognc,u. s. f. Er blühete mn 1600. Malvasia T. i p. §79.
-(Loren;) ein vortreflicher Mahler zu Flo-renz; lernte bey Matlheuö Rosselli. Er besaß einerichtige Zeichnung, ein harmonische Färbung und i-. ne gute Kenntniß der Natur, wie man solches ausstill t, Werken sehen kann. Lippi übte sich auch inder Dichtkunst, und ist mehr durch stin SchMW-dicht, betitelt: N-iImsntHe rsgmlkuco, als durch seineGemählde bekannt. Er heyrarhete eine Tochter desI. Franz Sufini, eines geschikten Bildraucrs undGießers. Loren; bezeichnete seine Gemählde mit Per-lon Zippoli, dem Anagramma seines Namens. Die-ser Mahler starb 1664. im ->8sten Jahre seines Al-ters. M A. Cm st und F. Zuccarelli haben nach ihmradirt. Museo Fiorentinv T.x. 7;.
-(Frater Philipp) gcbohren zu Floren; um
1400; ward aiöein armer Wagst indem achten Jali-re seines Alters in das Carmelitcrkloster ansgcnohmen.Hier zeigte er grossen Lust und Fähigkeit zu der Mah-lerey ; er studirte sehr emsig nach ben Gemählden,die Thomas Masaccio in einer Kapelle dieser Kircheverfertigt hatte; und machte sich hierdurch dessen Ma-nier eigen, so baß man zu sagen pflegte: Der Geistdes Masaccio wäre auf ihn gekommen. L>ppi ver-ließ seinen Orden in >?ten Jahre seines Alters; ergieng gen Ancona, und da er eines Tags auf demMeer spatzicren fuhr, warb er von den More» gefan-gen, und mußte i8- Monat in diesem Stand aus-halten. In dieser Zeit zeichnete Philipp i as Büd-niß seines Patrons sehr kenntlich an die Mauer; derMor verwunderte sich höchlich über die Geschiklichkeitseines Sclaven und schenkte ihm deswegen die Frey-heit. Lippi kam darauf gen Neapel und arbeitetein Calabrien; hernach kam er ge» Floren;, wo erseinen Landcsherrn bediente. Endlich begab er sich nachSvoleto, wo er 1469. mit dem Verdacht von em-pfangenem Gisste starb. Er liegt in der dangen Haupt-kirche , die mit seinen Gemählden geziert ist, begraben.Lorenz von Medieis ließ ihm ein Grabmal verferti-gen, woran die Jnnschrift von Angelus Polltianusaufgesezt, ist. Die Werke dieses Mahlers werden über-haupt für sehr schön gehalten; er war der erste derden Mahlern Muth machte, mehr als LebensgroßeFiguren in richtigem Ebenmasse zu verfertigen; aberin kleinen Figuren übertraf er sich selbst, indem sieso zierlich sind, daß ihm hierinne keiner seiner Zeit-genossen und wenige von seinen Nachfolgern zu ver-gleichen sind. M. Ä. Bonaroti liebte nicht allein,ler-ne Manier, sondern ahmte sie auch in vielen Sinke»nach. Sein Sohn Philipp ist unter dem ZunamenFilippino bekannt, und lernte nach seines Vaters Un-terweisung auch bey Sandro Botticelli. Er zeichneteund mahlte mit vielem Verstände seltsame Erfindun-gen Grotesken, Besässe, Helme, Siegeszeichen, Waf-fen, Streitäxten, Fahnen, Kleidungen, «. s. f. die