Band 
[Erster Theil.]
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412
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4io Mazzingo.

wurden. Er arbeitete auch in einer Kapelle der bi-schöflichen Kirche ;u Arczzo; aber diese Gemähldesind fast'-gänzlich zu Grunde gegangen. Er lebte umBottari T. 2. p. ;i;.

Mazzingo; Sieheden Artikel A. Pvllajuolo.

Mazzocchi; ein Familiename von P. Uccello.

Mazzoli (Augustin, Bartholome und Dionysius)Siehe Joseph Mazzoli.

-(Franz) genannt Parmeggiano oder Par-mesan ; lernte bey seine» Oheimen - zwey gemeinenMahlern, aber die Natur überwand die Kunst. Inseinem i 6 ten Jahre mahlte Parmesan die Taufe Christifür die Kirche S. Nunziata, und vor seinem zwan-zigsten Jahre hatte er schon die Gemählde zu Viadanaund eimge andre in seinem Vaterland verfertigt, diemehr einen erfahrnen Künstler; als einen Jünglinganzeigen. Zu Nom ward er von Pabst Clemens demVH. sehr gnädig empfangen, und in verschiedenenWerken mit gutem Erfolge gebraucht; aber diese Ar-beit ward durch die Plünderung von Rom unterbro-chen ; er kam darauf nach Bologne und hatte da-selbst das Unglück, daß Anton da Trcnto mit seinenZeichnungen und Kupferstichen durchgieng. Endlichkam er gen Parma, wo man ihm das Gewölb derKirche St. Maria della Steccata zu mahlen auftrug,er verließ aber diese Arbeit, und ward von den Vor-stehern dieser Kirche wegen vorausbezahlten Gelderngerichtlich angefochten, daher er sich gen Cafal mag-giore flüchten mußte, wo er 1540. im , 6 sten Jahreseines Alters vor Unmuth starb, und in der Kirchela Fontana begraben wurde. Man schreibet fein Un-glück und seinen frühzeitigen Tod gemeiniglich einerunordentlichen Neigung zur Alchimie zu, welchesaber von Dolce für eine Verleumdung gehalten wird.Die Manier diefes Künstlers ist unmuthig, feine Fi-guren sind leicht und reihend, seine Stellungen sehrverschieden; nichts ist angenehmer als die Gestaltenfeiner Köpfe. Die Gewänder sind von verwunderli-cher Leichtigkeit, und sein Pinsel ist zart und einneh-mend. In Marienbildern und Kindern bestand seinemeiste Kunst, er hat auch die Landschaften vortref-lich gemahlt, wogegen man eine genügsame Kraft inseinen Gemählden überhaupt, starke Ausdrücke derLeidenschaften, und eine getreue Nachahmung der Na-tur vermisset. In seinen vornehmsten Werken hat erdes Corregio Manier nachgeahmt, neben dem er aberin der Stärke des Colorits weit zurücke bleibt. Par-mesan radirte einige von seinen Zeichnungen, und diewenige Blätter, die man in dieser Art von ihm hat,erwecken bey den Liebhabern den Wunsch, daß ermehrers darinne gearbeitet hätte, denn man kennetnichts so geistreiches und reihendes. Man hat auchviele Stücke von seiner Erfindung mit Licht und Schat-ten in Holz geschnitten; er hatte aber blos die Auf-sicht über diese von andern verfertigte Arbeit. DieseGattung Abdrücke sind nicht weniger kostbar als fekneselbst radirte Blätter. Sein ganzes Werk wird aufmehr als §00. Stücke gerechnet. Christ führt seinMonogramm« p. 182. und ;;2. an. — Ein andrerFranz Mazzoli, des vorbeschriebenen Sohnsfohn;war ein geschickter Bildhauer. Er verfertigte 1684.den Hauptaltar der Cathcdralkirche zu Cortona. Sieheauch den Artikel Joseph Mazzoli. d'Argensviüe.

—— ( Hannibal) Siehe den Artikel JosephMazzoli.

-( Hieronymus ) Franz Parmesans Vetter

und Schüler; bracht es unter seiner Anführung soweit, daß er seines Lehrmeisters hinterlassene Gemähl-de in der Kirche della Steccata zu Parma vollendsausarbeiten und andere aus eigner Erfindung verfer-tigen konnte. Er starb 1542. M., Aubert hat nacheinem seiner Gemählde in der Churfürstlichen Gallertezu Dresden einen knienden H. Georgius in Kupfergestochen. Siehe den Artikel Hieronymus Seagliola.Vasari P. ;. p. 2^7.

-(Joh. Anton) Siehe den Artikel Joseph

Mazzoli.

-(Joh. Jacob) ein Mahler, wird von

Borghini unter den um 156;. zu Florenz arbeitendenKünstlern angeführt. Lettere su la Pittura, rc. T. 1.k>- 142.

Mazzvnt.

Mazzoli (Joseph) genannt Bastarnvlo, ein Mahler

von Ferrara; lernte bey Franz Surchi. Die G-,mählde in den Kirchen St. Barbara und St. Rosa,besonders aber das sehr schöne Kruzifix in der KircheJesus zu Ferrara zeigen die Fruchtbarkeit, Anmuth,Zärtlichkeit und die große Manier diefes Künstlersan. Indessen waren Unglück, Armuth und Krank-heiten die beständige Gefährten diefes vortreflichenMahlers, so daß, als er leztlich an der Wassersuchtkrank ward, und auf Einralhen seines Arzts in demPoflusse baden sollte, mußte er aus Saumseligkeitseines Wärters elendiglich ertrinken, mlches 1;^.geschah. Superbi p. -2;.

— — (Joseph) ein Bildhauer von Siena; lerntebey seinem Bruder I. Anton und bey Hercules Fcr-rata. Er verfertigte an dem Grabmahle Pabst Cle-mens des X. die Statue der Giftigkeit für die St.Peterskirche; die Statue des H. Philippus für dieKirche St. Johann von Lateran nebst vielen andernWerken in den Kirchen zu Rom, wo er 1679. einMitglied der Academie St. Lucas warb. Er starbdaselbst 172;. Joseph verfertigte die Statue einesvon einem wilden Schweine getödetcn Adonis, anwelcher er ;i. Jahre arbeitete. Dieses Werk wardauf 4. bis 6000. Thaler geschäzt, und sollte dem Kö-nig von Dänemark, den man um 1718. zu Rom er.wartete, verehrt werden, aber diese Reise unterblieb;daher verkaufte Mazzoli dieses Stück an den Cardi.nal Barbcrini für eine Leibrente von 29. ScudijedenMonats, nebst etwas an Korn und Wein, die er sie.bcn bis acht Jahre genoß. P. S. Bartoli, A. We-sterhont, u. s w. haben nach ihm radirk. Nebst ob-bemeldten hatte Joseph noch drey Brüber, von wel-chen Augustin ein Edelsteinfchneider, Franz ein Bau-meister und Hannibal ein Mahler war. Barthvlo.me, Joh. Antons Sohn ; Joseph der jüngere desBartholome Ncfe und Dionysius Mazzoli waren alledrey Bildhauer. Alle diese Künstler verfertigten sehrviele Arbeit für die Kirchen zu Siena. Pascvli I. -.l>- 477.

-(Thomas Anton) genannt Mafo da St.

Friano, ein Mahler von Florenz; lernte bey Carl daLoro und Peter Franz di Sandro. Er zeigte in gros-sen und kleinen, öffentlichen und Privatgemähldenvielen Verstand : Unter diese zählet man einige Wo.rische Stücke die er für das Leichengerüst des berühm-ten Michelangelo und auf das Beylager der KöniginJohanna verfertigte. Er starb 1570. in einem Altervon etwa Z4> Jahren. Vasari.

Mazzolini (Donat) Siehe Marzoleni und den Ar-tikel I. A. Pianca.

Mazzolino (Ludwig) Siehe Malino.

Mazzoni (Cesar Joseph) ein Mahler zu Bologne;lernte bey Lorenz Pastnclli und bey Joh. Joseph dalSole. Er arbeitete mit einer angenehmen Manierin verschiedenen Kirchen und Pallästen der LandschaftRomagna, zu Turm und zu Bologne in Oelfarbenund auf frischen Kalk. Seine Gemählde sind sehrgesucht, und er behauptete unter den Mahlern seinerZeit einen der besten Plätze. Er starb 176;. im 86-sten Jahre seines Alters. Acad. Clem. 1 . 2. x. 168.

-(Franz) ein Kupferstecher; radirte das Gna-

denbild der H. Maria in der Hauptkirche zu Groffa.to, welches 1799 von dem Kapitul der St. Peterskirchezu Rom gekrönt wurde. Gandellini.

-oderPaganini (Guido) genanntModanino

da Modena, ein Bildhauer von Modena. Ahmteohne Unterweisung die Natur sowohl nach, daß er denbeßten Bildhauern gleich geachtet werden konnte. , Erarbeitete 149;. zu Neapel, wo Carl der VIII. Königin Frankreich seine Werke sah, die ihm sowohl ge.fielen, daß er ihn in seine Dienste nahm, zumMlermachte und sein Wappen mit Lilien vermehrte. Guidokehrte mit seiner Ehefrau Jsabella Distalci und einerTochter, die beyde in besagter Kunst arbeiteten, insein Vaterland zurück, wo er i ;>8 starb, und in derKarmeliterkirche begraben wurde. Vedriani x. 26.

-(HieronymuS) ein Zeitgenoß und Nacheife-

rer des Jacobeüo da Flore zu Venedig. Er arbei-tete daselbst und in vielen Städten der Lombarbie,