Barbiert.
diesen Künstler nicht mit DominicuS Barriere vonMarseille zu verwechseln). Seine Arbeiten bezeich-nete er mit einem v. k. oder auch mit einem in ein0 eingeschlossenen k.
Barbiers, (Alexander), von Reggko, stu-dierte die Bildhauerkunst unter Petronius Tadolinizu Bologna, wo er um 1770 verschiedene Beweiseseiner Geschicklichkeit gab. Meusel Mtscell XIII.S. 51.
— — (Franz), von Pavia, blüheteum
Er malte einige Blatter für die Kirchen seiner Ge-burtsstadt. öarto/r l'. II.
* — — (Ioh. Franz). Dieser große Künstlerhatte frühe seine Talente so ausgebildet, daß erschon in seinem 26 Jahre eine Akademie in Centoerrichten konnte, welche von vielen Jünglingen, diesich unter ihm vervollkommnen wollten, besuchtwurde. Eine Zeit lang studierte er in Venedig nachLitian; aber bald hernach nannte er zwey Gemäldevon Ludovic. Carraccio die Brüste, aus welchen erdie erste Milch gesogen. «Ihm gaben, wie erselbst eingestand, die Werke dieses letztem die eigent-liche Veranlassung zu seinen starken Schatten undpikanten Lichtern; und weil er übrigens, ohne vielWahl oder idealische Zuthat, die Natur nachge-ahmt, so geschieht ihm schwerlich Unrecht, wennman annimmt, die edeln Formen und Charakterein jenen studierten Vorbildern haben ihn vor demNiedrigen bewahrt, einer Klippe; die sonst allenNaturalisten von jeher so gefährlich war" (U)in-kelmann u. s. Jahrhund. 172). Einige seinergroßen Schattenparthien scheinen sogar zu ver-rathen, daß er auch auf die Werke des Carravagiosein Augenmerk gerichtet, aber dabey die Ideendieses letztem stets veredelt habe. Die erste Manier,deren er sich bediente, zeichnet sich vor seiner spatemdurch eine unerschöpfliche Kraft aus, mit welcheres ihm gelang, den lebhaftesten Ton der mannig-faltigsten Farben, ohne sie durch Mitteltinten zudampfen, in die vollkommenste Harmonie zu brin-gen. Späterhin schien er den sanftem Styl desGuido nachahmen zu wollen, den er aber niemalserreichen konnte, sondern vielmehr darüber dengroßen Werth seines eignen, ihm von Natur an-gestammten darüber einbüßte. Seine Köpfe trugenfall alle den Charakter einer, man mächte sagen,ländlichen Grazie. Man sehe, um sich hievon zuüberzeugen, vornämlich die Sammlungen der nachseinen Zeichnungen geäzten Blätter von Piranesi,Vanvitelli und Barkolozzi. Auch einige Landschaftenvon ihm waren zwar minder poetisch erfunden alsdiejenigen der Carracci und ihrer Schüler; es herrschtaber ein fröhlicher Sinn durch dieselben, mit wohl-gerathnen Motiven der heitern naiven Art, und dieAusführung ist allemal leicht und geistreich. NachGuido s Tod setzte er sich in Bologna, wo er auchverstorben ist. Von seinen Meisterstücken besitztgegenwärtig unstreitig Paris die größte Zahl. Fio-rk'No II. S. 620—32. In dem winklerscheuKatalog findet man die mehrern und wichtigstenna ihm gestochenen Blätter verzeichnet. Siebenvon ihm selbst geäzte führt Rost III. S. 314 an.
* — — (Lucasv Nach ihm kennt man einenCupido mit-mehr andern Amorinen von M. Franciagestochen 1705.
* — — (Ludwig). Einen solchen führt Ber-noulli I. Th. S. 150 an. den er einen Savoyardenund Schüler des Jesuiten Pozzo nennt, mit dem erdie Kuppole der Kirche St. Bartholomeo zu Mo-den» gemahlt haben soll; wo aber ohne Zweifel derim Lexikon angeführte Ludwig, oder dann obigerLucas Barbiere, beyde von Bologna, gemeint seynwird.
— — ( ) Nach einem Künstler dieses
Namens hat Bongaerts das im Jahr 177s abge-brannte Schauspielhaus in't Knypertje zu Amster-dam auf fünf Blättern in Kupfer gestochen. / 5 >
Barbiers, (P.) Nach diesem sonst unbe-
Bardon. A?
kannten Künstler hat Langendyck die Bettler vonAmsterdam, und Bogerts den Brand des dortigenTheaters von 1772 auf vier Blättern gestochen.AUb/er.
Barbie;, tL. H), war 174» Königl. Preußi-scher Stempc lschneider, und hat verschiedene Denk-münzen geschnitten, die aber von sehr mittelmäßigerArbeit find. Aicolai.
*Barbone, (Jakob). S. Barboni.
Barb os, (R.), ein englischer Maler. Mankennt nach ihm ein Bildniß von E- Smyth, vonVal. Green in Schwarzkunst geschabt. Ff.
Barcella, (Stephans Von, oder doch nacheinem italienischen Maler dieses Namens, hat maneine Folge von sechs Blättern in WouwermannsGeschmacke, mit französischen Unterschriften. L
Barcellon, (Johann), ein Kupferstecher vonMadrid. Von ihm kennt man zwey Blätter für denschönen spanischen Donquixote, der 1780 ans Lichttrat
Barcer,( ) Wird im dlmansch 6esKsyux-Hrts von Igoz unter den damals in Parislebenden Malern von Blumen und andern todtenGegenständen genannt.
Bardee, ( ) Nach der Erfindung eines
sonst unbekannten Künstlers dieses Namens hatWeiß der Vater in Straßburg ein Blatt gestochen,welches die Belagerung dieser Stadt vorstellt, A.
Bardi, (Donat Graf), von Pavia, mahltefür die Spitalkirche St. Paulus zu Savona einKruzifix mit der heil. Maria und andern Heiligen.
— — (Joseph), gab die Statuen und Bas-reliefs der Stadt Florenz in zwey Heften, jedesvon Blättern, daselbst ans Licht.
Bardin, ( ) ein französischer Historien-
maler; lernte bey I. B. Maria Pierre, und gieng1763 als königl Penfionnär nach Rom. Er stelltevor seiner Abreise der Akademie ein großes Gemäldevor, worin er die Erziehung der heil. Jungfrauschilderte. Nach seiner Zurückkunft ward er in diekönigl. Akademie, aufgenommen. Er arbeitete umi ?77 für die Abtey zu Anchin. Dieß ist ohneZweifel der nämliche, der noch im Jahr iZoz unterdem Namen Bardins von Drleans im ^Imanacli<jos ksaux-^rtK als Correspondent der Malerey-Klasse des Nationaliustituts erscheint. Und über-haupt können wir hier die angenehme Entdeckungnicht verbergen, daß bald alle französischen Künstler(weit glücklicher als alle andern Stände) sichaus dem Sturme der Revolution, fast wunderbar,gerettet haben! ?
Bardollo, ( ) Von diesem sonst unbe-
kannten Kupferstecher hat man ein von i?85 datirtesBildniß von P. F. Touchon, Pfarrherrn zu Neu-schatel.
* Bardon, (M. F. d'Andrö), geb. 1700 undgest. i?8Z. Neben den im Lexikon angeführtenWerken kennt man von ihm, eine unter seiner undCochins Leitung in 31 Heften erschienene Folge vonTrachten alter Völker, welche auch in Deutschlandmit deutschem Text erschienen find Dann nach ihmein von Fessard gestochenes großes Kniestück vonLudwig XV. Im Lexikon wird irrig eine GeburtChristi nach ihm,, von Baiechon angeführt, dadieses Blatt vielmehr einen Modegegenstand, mitder Aufschrift la Naissanes enthält und ein andres, -1 'Lnkancs, zum Nebenstück hat L
— — ( ) Bildhauer zu Berlin, und Mit-
glied der dortigen Akademie der Künste, verfertigt-im Jahr 1301 zwey sehr ähnliche Büsten des ver-storbenen Chodowiecky; die eine mit Haupt- undStirnhaaren nach dem Leben, die andere als Antike.Meusel A- Miscell. XIII. 60g.