Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Drouais.

den gewohnten Vergnügungen, geschweige den Aus-schweifungen der Jugend einer großen Hauptstadt;seine einzige Freude war Arbeit, und sein liebsterGewinn das Gelingen derselben. Jtzt rief ihn, nochin demselben Jahr, seine Bestimmung nach Rom,wohin er seinen Lehrer David begleitete, der, wiewir schon wissen, zur Ausfertigung seiner Horatiecdamals zum Zweytenmal dahin gegangen war.Hier setzte Drouais, wie man sich denken kann,seine Studien mit größerm Eifer als jemals fort.Auch fand das erste Bild, das er zur Ausstellungdes I. i ?35 nach Paris sandte, »»gemeinen Bey-fall ; es war die Figur eines sterbenden Gladiators,und ist wahrscheinlich das nämliche, von welchemseither (1804.) Monsaldy, nach einer Zeichnungvon Gaukherat die Scizze, unter dem Titel: 8 oi-

üst komain blosse. stZnre ä'stuäs psints astome p»r Drouais, gestochen hat. Im folgendenJahr 1786. sandte er dann seiner — glücklichenMutter das vortrefliche Gemälde seines Marius zuMinturnum, wie er durch Blick und Rede den cim-krischen Soldaten zurückschreckt, der abgeschicktwar, ihn zu ermorden. „Dasselbe" (sagt LandonAnnas V. 145-46. wo er zugleich, so wie Morizund Hirt l. c. davon eine Abbildung im Umrissegiebt) „gehört unter die seltenen Hauptwerke derKunst, von denen ein einziges hinreicht, dem Künst-ler seinen Platz unter den größten Meistern anzu-weisen. Die Zeichnung ist correkt und bestimmt.Der Kopf des Marius ist vorzüglich gut und wahr.Drouais studirte nach den antiken Münzen , um dieachte Gesteh tsbildung des großen Mannes zu fin-den, und es war ihm gelungen, einen hohen Cha-rakter mit dem kräftigsten Ausdrucke der Gemüths-Bewegung zu vereinigen. Auch die Ausführung,welche den Werth aller andern guten Eigenschafteneines Kunstwerks'erst recht erhöhet, hat ebenfalls 'einen großen Grad der Vollkommenheit." Hinwie-der fand Frorillo (i. c.) besonders- das Erstaunenauf dem Gesicht des Cimbers meisterhaft ausge-drückt; Zeichnung und Anordnung des Ganzen inhohem Styl; auch Farbe, Licht und Schattenschön behandelt. „Dagegen" (fährt er fort) „tadel-ten einige Kunstrichter, daß er überhaupt in diesemKunstwerke den Fußstapfen seines Lehrers allzusehrgefolgt sey; wünschten" (wohl nicht ohne Grund)„ daß er seinem Helden einen ediern Charakter inden Formen des Körpers gegeben hätte, der sichzu dem Feuer des Kopses allzukalt verhalte; undendlich, daß der Gang des einbrechenden Licht-strahls in den Kerker besser angedeutet wäre, daderselbe nur die Figuren beleuchte, und den Hinter-grund zu sehr ohne Wiedersehet» lasse." Diesemletztem Urtheil stimmt auch die Schrift: Winkel-mann und sein Jahrhundert (315.) wesentlichvollkommen bey: „Geschmack und Darstellungs-weise überhaupt" (heißt es dort) „hatten in diesemGemälde mit Davids viele Aehnlichkeit; die Wir-kung durch Farbenglanz und Schimmer, und hef-tige Gegensatze'von Licht und Schatten waren hiernoch auffallender; der Gegenstand bedingte und er-schwerte die Anordnung. Auch blieb D> in derZeichnung etwas hinter seinem Meister zurück.Dessen ungeachtet hatte das Werk sehr viele Vor-züge, und mußte in verdiente Bewunderung setzen,wenn man nebenher noch die Jugend des Künst-lers in Anschlag brachte, welcher damals kaum 24.I. alt seyn mochte." Er, der überhaupt, mitseiner Arbeit gewöhnlich am meisten unzufriedenwar, nahm daher auch die Kritiken, die man überdieses Gemälde machte, so bereitwillig auf, daß erdieselbe Scene noch einmal ins Kleine darstellte,und darin alles, was man nach seinem Sinnemit Grund an dem großen Bild ausgesetzt hatte,vermied. Der einzige Vorwurf, welcher ihn zuschmerzen schien, war jener, der Nachahmung sei-nes Lehrers. Daß er aber auch diesen in seinemMaasse zu fühlen schien, bewies seine mehrmaligeVersicherung, daß künftig sicher auch dieser ihnnie mehr treffen sollte. Um dieselbe Zeit unternahmer verschiedene neue Arbeiten; er copirte den bekann-ten, hauptsächlich durch seine Anordnung merk-

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würdigen Dominichino (das Urtheil Gottes überdie ersten Menschen) im Pallaste Colonna, undmalte einen Philoktet — sein letztes vollendetesWerk — welcher ebenfalls große Schönheiten,vorzüglich IN der Vertreibung der Tinten enthielt.2 Ar le-t langer Zeit beschäftigte ihn nichts so sehr,L - Idee eines großen Gemäldes, das denCazus Gracchus darstellen sollte, der, ohne aufdie Bitten und Thränen seiner Gattin zu achten,seine Wohnung verlassen, und' sich unter das em-pörte Volk mischen will, wo er seinen Tod fand.Zu dieser Arbeit machte er eine Menge grcßrer undkleinrer Studien ; und weil der Hintergrund desBildes eine Aussicht von Rom enthalten mußte, soverfertigte er sogar einen Grundriß der Gegend, alsLokal jener Scene, wobey ihm sein Freund Hu-bert, ein geschickter französischer Architekt (wel-chem Fiorrllo die meisten Nachrichten über unsernKünstler verdankt) hülfreiche Hand leistete. Bereitswar Alles entworfen, die Ausführung wirklich an-gefangen , und der Künstler gedachte eben noch ander Figur der Licinnia eine bedeutende Abänderungzu treffen, als ihn die Pockenkrankheit befiel, undihn — wie es hieß eines unzeitigen Aderlasseswegen, am 13. Febr 1788. 24. I. 2. Monate alt,dahin raffte. Ganz Rom betrauerte den unersetz-lichen Verlust. Sein großer Lehrer thuk es nochauf den heutigen Lag. „Nun er todt ist" (sagteeroft)^„hab' ich nichts mehr, das mich anspornt.Er wärmte mich, erregte meinen Wetteifer, undunterhielt meine Kunstiiebe." Alle seine Freunde,Mitschüler und Geistesgenossen hatten über seinenungewöhnlichen Werth nur Eine Stimme, undjeder fühlte den Schlag, welcher der französischenSchule ihren hoffnungsvollsten Jüngling entriß.Jene errichteten ihm daher ein Monument in derKirche St. Maria in Vila lata zu Rom, welchesder Bildhauer Mchelon in einem guten Styl aus-führte , und von dem man einen Abguß in Gypsunter den von Lenoir gesammelten französischenMonumenten im Museum zu Paris findet. Das-selbe stellt die drey vereinigten Künste vor, wovondie Malerey den Namen Drouais um sein Me-daillon schreibt. Auch David weihte ein kleinesDenkmal dem geliebten Schatten seines Schülersund Freunds. „Hätte" (schließen die Notizzenbey Fiorillo) „Drouais länger gelebt, so würdeer, bey seiner Begeisterung für Alles was groß,erhaben, gut und edel war — bey seiner zarten,unbegranzten Empfänglichkeit für die Eindrückedes Schönen und seiner reichen Einbildungskraft,ein zweyter Pouffin geworden seyn, vorzüglich daer den Entschluß gefaßt hatte, sich in Rom nieder-zulassen. Die wenigen Studien und unvollendethinterlassenen Scizzen von ihm, werden gegenwär,tig zu Paris bey seiner Mutter bewahrt, welchenamentlich auch im Besitze derjenigen feines C.Gracchus ist, von welcher man einen durch denRitter d'Agincourt in Rom veranstalteten Kupfer-stich kennt, der sich in den Nemoris per le HeilsIV. 225 befindet, so wie eine Darstellungderselben in bloßem Umrisse bey Landon (Anal.I. 107-3.) wo es davon heißt: „Die Figurendieses Entwurfes sind in natürlicher Grcße: DemGanzen muß man einen edeln, verständigen Styl,eine richtige Zeichnung, vielen Ausdruck, und einewohlgeordnete Drapperie zugestehen. Die glück-liche Anlegung der Gruppen, und der Reichthumder Architektur in dem Hintergrund zeugen voneinem vollendeten Künstler," u. s. f.

---Dro uilly, (Joh.), der Bildhauer. Nachihm hat S. Thomaffin w Poems hsrmqus, undVass äs marbrs an 8oleii gestochen. 7 l^-r.

Drouin, (Madame). Eine Künstlerin diesesNamens wird im-Vmanach ciss ksaux-^rts von180z. unter den damals zu Paris lebenden Bild-hauern angeführt.

— — (Fräulein vonV Von einer Künstlerinoder Liebhaberin dieses Namens sah man auf einer

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