rg 6 ^esio«
perien sparsam; sein Colorit mehr angenehm alsstark. Man sagt, daß Guido vor seinen Gemäldenzu St. Jakob und Martin zu Bologna oft ganzeStunden gestanden. Vielleicht Mac er noch starkerin Fresko-Arbeiten, wo er ausführliche Geschichts-Gegenstände mit großer Beurtheilungskraft, Man-nigfaltigkeit, und allen Kunstvortheilen darzustellenwußte. So z, B. in seinen Äbentheuern des Aeneasi,n Pallasie Favi; so an dem Bogen zu Forli,worauf er die Thaten Clemens VIII. malte, undwelche sich bis auf diesen Tag noch^, unter freyemHiinmel, wunderschön erhalten haben." Mal-vasra kann seines Lobes nicht satt werden. Seinezierliche Manier (sagt er) gefiel nicht bloß; manwurde darein verliebt. Die Carracci schätzten ihnhoch; und alle Kunstbeflissenen liebten ihn noch ebenso sehr der Rechtschaffenheit seines Charakters, alsseiner Kunst wegen.
* — — oder Cesius, (Carl). Sein Ge-burtsort Antrodoco ist ein Dorf im Kirchenstaate.Er starb zu Rieti. Fiorillo I. 440. nennt ihneinen Maler von großem Studium, und Lanzi I.528. sagt, daß er zu denen gehöre, welche mitUrtheil und Beyspiel die ausschweifende sogenannteFertigkeit, und andre schädliche Kunstneuerungenseiner Zeit verdammten. In der Galerie des Quiri-nals sieht man von ihm ein Urtheil des Salomo.Indessen ist er weit mehr als Kupferstecher bekannt.Seine Blatter sind in einem malerischen Geschmackegeätzt und mit dem Grabstichel überarbeitet. DieZeichnung ist correkt; nur vermissen Kenner darinmehrere Lieblichkeit der Ausführung und mehr Fein-heit des Ausdruckes. Neben seinen bekannten grös-ser,, Werken, deren das Lexikon erwähnt, findetman noch etliche einzelne Blätter von ihm beyRost IV. 49—50. angeführt. Seine FarnesischeGalerie zieht Mßlr II. i 85 - derjenigen des Aquilavor, weil er seine Figuren größer gehalten, unddas Charakteristische derselben bestimmter mrsge-führt hat. Dagegen findet man darin bloß dieHauptvorstellungen, ohne ihren Zusammenhangmit den übrigen Verzierungen und Stukkaturar-beiten , die man dafür bey Aquila antrift. Auchdie Galerie Pamphili, nach seinem Meister Berret-tino, nennt eben dieser Kunsirichker (II. 74.): Ineiner leichten und geistreichen Manier geätzt. Einige,nach seinen Gemälden, von Lubin, C. Maffi, St.Picart, und W. Ballet gestochene Blätter führtL. an.
*Cespade oder Cespedes, (Paul). Ausfeindn al Fresco's in Rom auf Trinita di Monteu. s. f. scheint Lanzi I. 447. nicht viel zu halten.Dies waren aber seine Jugendarbeiten; und schondas Lexikon bemerkt, daß man Besseres von ihmin Spanien suchen müsse.
Cesrari, ( ) ein Künstler aus Neapel,
der sich vornämlich mit Restauration alter Gemäldebeschäftigte, und seiner Zeit, von seinem Hofe pen-sionnirt, rz- Jahre zu Rom lebte, wo ihm dieAkademie von St. Lukas ihren Beyfall schenkte,tzieng hierauf, neben anderm mit Empfehlungendes Bildhauers Canova versehen, nach Paris, underhielt auch dort Certifikate feiner Kunst von denHH. Barbier dem Aeltern, Monsiau, Vanloo,u. s. f. wie er uns solches in den Xonvelles össHrts IV. 277. 8- karls 1304. Alles selber erzählt.
Chab 0 ulIls, ( ) wird im Almanach 6 es
Keaax-Lrts von 1803. unter den damals in Parislebenden Baumeistern angeführt.
ChaV 0 uklin, (I.), ein französischer Maler.F. Fevre, F. Sevin u. s. w. haben um 1673. Bild-nisse nach ihm gestochen. Er arbeitete vermuthlich zuTroyes in Champagne. Mrc. Dieses ist wohloffenbar der nämliche, den Ä) mit üblicher. Ver-hunzung der Namen (als ob solches auch des Deut-schen Pflicht wäre, sobald er französisch schreibt)I. ChabuUlcp nennt, und von ihm sagt, daßfein Name, als Maler, sich auf einem von F.
Challe.
Sokl'n (?) gestochenen Bildnisse von Eustach ütchnaut finde.
* Chabry, (Marc), geb. i66c>; lernte bey P.Puget, und starb 1717. D**» II. roo.
Chaillsn, ( ). So nennt Fiorills III.
216. (fast vermuth' ich, irrig) einen geschicktenfranzöf. Emailmaler, der zugleich die, nach leBruns Ideen, zu Versailles gefeyerten Feste, ge-meinschaftlich mit Chauveau und le Pautre inKupfer gestochen habe.
Chaise, ( la), Geschichtsmaler und Einver-leibter der Akademie zu Paris um 1790. Ilkc.
Chalcosrenes, ein antiker Bildformer vonAthen, welcher Statuen von Schauspielern undKlopffechtern, vorzüglich aber irdene Gefasst, dieentweder bemalt oder mit erhobener Arbeit geziertwurden, verfertigte. /M. I,. III. 0. 8.
* Cb aleere, ( ). Von diesem Künstler
führt Fl'oriUo III. 208. zwey große Gemälde an,welche die Einzüge Ludwig XIII. zu Toulouse vor-stellen, von denen er sagt: Daß sie zwar sehrdunkel, aber doch im Ganzen schätzbar seyen, unddaß man besonders darin einige gute Köpfe ers.blicke; daß übrigens diesen Stücken freylich (derSchule gemäß, aus welcher der Künstler entsprungenist) jene Würde mangle, welche bey Darstellung vonderley Gegenstand besonders beobachtet werden muß.
Chalgrin oder Challegrrn, (I. F. The-rese), war schon um 1730. erster Baumeister desGrafen von Provence, ältern Bruders Ludwig desXVI. Er baute zu Paris verschiedene Kirchen undandere öffentliche Gebäude. Siehe auch den Ar-tikel I. B. Pigalle. Mrc. Wohl ist es derselbeKünstler der seit der Revolution neuerdings (undzwar itzt unter seinem erwähnten Taufnamen) alsArchitekt des Senats auftrat, im I. 1802. in dasCommitts zu Untersuchung der artistischen Entwürfezum Andenken an den Frieden zu Amiens ernannt,und, zufolge eines Dekrets der Reg. vom 23. Jan.180Z. zum Mitgliede der vierten Klasse (der Schö-nen Künste) dritter Sektion (der Baukunst) desNational-Instituts zu Paris erwählt wurde. Im./Uman. <j. 6eaux-Lrts IZVZ, werden: Der neueThurm von St. Sulpice, St. Philipp dü Ronke,die Restauration von Brunoy, und das Hotel dsl'Jnfantado unter seine Bauten gezählt.
Chalier, ( ) ein französischer Baumeister; j
verfertigte i? 74 - auf das Leichenbcgängniß KönigLudwig des XV. die bey dergleichen Anlässen üb-liche Verzierungen vor dem Hauptportal der Cathe-dralkirche zu Paris, welche in einem Peristil voncorinthischer Ordnung, und einigen zu diesem Um-stände dienlichen Basreliefs bestanden. IlLc.
Chalignp, ( ) General - Commissarius
der Stückgiesserey in Frankreich um 1692. Erund seine Voreltern waren in dieser Kunst berühmt,und gössen auch Bildhauerarbeit.
* Ch alle, Challe', odet Challes, (Michel >
Ang.). S. nent ihnZeichner desKabineks desKöniges ^
und Ritter vom St. Michael - Orden, geb. 1718. ^
Seine Anfnahme in die Akademie setzt er in i 753 . >
und führt dann verschiedene nach ihm von B. L. !Henriquetz, I. B. Michel, Piaco und Lillardgestochene Blätter historischen, mythologischen,und besonders galanten Inhalts, und endlich zweysolche: Ein Frauenzimmer im Bade, von Dorneund vom Rücken vorgestellt, an, die er selbergeätzt habe.
* — — (Simon), der Bildhauer, des Obi- !gen Bruder, geb. 1719. dessen Im Lexikon unter
des letztem Artikel gedacht wird. Seine dort er-wähnte Kanzel der Kirche von St. Roch zu Pariswurde von Kennern sehr getadelt, und davon ge-urtheilt, daß solche der Loge eines Opernfaalsgleiche. Er starb ebenfalls als Mitglied der Aka-demie r-65. Aach Nach ihm führt s. v. Chat-