?A 4 Courtois.
Livr. verkauft. Dieser große Künstler hat einigeBataillen selbst geätzt, worinn man den nämlichenGeist, wie in seinen Gemälden findet; nämlich:Eine Folge von 8- Blättern, kl. qu, Fol. mit 6rac.Lor-ten, und eine andere von 4. Blättern, gr. qu.Fol. bezeichnet. Auch werden ihm die in der erstenAusgabe vonStradan's Geschichte der flandrischenKriege (4. Uomse 1647.) enthaltenen Blätter zuge-schrieben. Einiges von demjenigen, was G Au-dran, A. Bisckhard, I. Blondeau, Chatelain,A. Clouvet, I. Peacke, Pond, L. Vorstermannund Jos. Zocchi nach ihm gestochen haben, findetsich bey ^. verzeichnet.
* Courtois, (Johann), Vater Jakobs, Wil-helms, und eines unten folgenden dritten Bruders.Von ihm ist, unsers Wissens, in der Kunstge-schichte durchaus nichts Näheres bekannt; und indieser Rücksicht dürfen wir annehmen, daß ihmFiorillo kein Unrecht thut, wann er ihn (III. 237.)einen unbedeutenden Maler nennt.
— (Peter Franz), der Kupferstecher,geb. zu Paris 1756. und gest. (nicht dort, sondern)zu Rochefort 1763. Er soll auch nach F. Boucheru. a. gearbeitet haben.
------ (Wilhelm), Jakobs jüngerer Bruder,
gleich demselben, geb. zu Gt. Hypolite. Auch ergieng frühzeitig nach Italien, kam dort bald inRuf, und Carl Maratti, mit dem er vorzüglichFreundschaft stiftete, stand in der Folge nicht an,ihn sogar seinem Lehrer, Beretini, vorzuziehn.Wohl sehr richtig bemerkt Lanzt (I. 529.), daßWilhelm mehr Schüler als Nachahmer dieses letz-tem zu nennen sey, und daß er sich eben vielmehrLeinen Freund Maratti in der Wahl und Mannig-faltigkeit der Köpfe und in der Nüchternheit seinerKomposition (weniger in dem Faltenwurf und imColorite) zum Muster vorgesetzt habe. »In letz-term" (sagt er) »ahmte er vielmehr den Nieder-ländern nach. Auch seinen Bruder, und dann dieCarracci spürt man ihm zum öftern an; bisweilenden Guercin, in seinem starken Glänze und in denazurnen Landschaften. Von seinen Arbeiten ver-dienen seine Kreuzigung des H. Andreas in derKirche von Monte Cavallo, und die Schlachtvon Josua im Quirinal, vornämlich bemerkt zuwerden." Eine gewisse Kälte, die in einigen seinerGemälde herrschte, wird seinem Hange zur Melan-cholie zugeschrieben. Mehrere Kirchen von Romsind mit seinen Gemälden geziert. Nebendem soll erseinem Bruder bey großen Unternehmungen geholfenhaben. (Das Lex. sagt, wohl richtiger, gerade dasGegentheil, was nämlich auch besser für die Gat-tungen von Beyden paßt). Auch Er hat, doch mitweniger zarten Nadel als sein Bruder, einigeBlätter geätzt, die bey K. und Rost (VII. 191.),der ein Blatt mehr anzeigt, zu finden sind; sowie hingegen der erstre Verschiedenes anführt,was von G. Audran, Bvnacina, A. Clovet, Col-lignon, St. Picart und W. Ballet nach ihm ge-stochen worden. Noch müßen wir bemerken, daßFiorillo in seiner Geschichte der italienischen Schule(l. 2i2. und 440.) zum zweyten Mal eines Wil-helms Cortesi gedenkt, welcher kein andrer alsunser Courtois ist. Eine Auferweckung des Lazarusvon Wilhelm, nach Tintorett, nennt Füßli III. 103.ein seltenes Blatt.
* — — ( ) ein dritter Sohn Johanns,
dessen Namen zwar nicht einmal auf uns gekom-men ist, (der einzele Rost will, daß er ebenfallsWilhelm geheissen habe) den indessen Einige gleich-falls für einen guten Maler halten, der aber baldzu Rom in den Kapuzinerorden trat, und einzigfür das Kloster desselben zu Capo le Cafe gearbeitethat. Rost VII. 191—92. Fiorillo III. 239-40.
— — ( ) ein Miniatur- und Schmelz-
maler zu Paris um 1790. Wahrscheinlichderselbe, der im Tllmarracü äes Deaux-^rts von-1803. neuerdings unter dieser Rubrik erscheint.
Cousin.
^ Courtsnne, (Johann), Baumeister. Ssetzt (wir wissen nicht auf welche Authorität hin)seine Geburt um 1670. und seinen Tod in Parisum 1740. Dann führt er, im Allgemeinen, ver-schiedene nach ihm in Mariette's Verlage gestocheneArchitekturblätter, und namentlich eine Pyramidenach seiner Zeichnung von Scotin dem ältern an.Das Datum seines Praite äs 1a ksrspectivs prs-tique setzt er in 1725.
Courvault. 'S. Josselln.
Cousin oder Cousing, (Franz). So nennteinen Kupferstecher, der nach Jul. Pipi gear-beitet haben soll.
* — — (Johann). Der erste französisch«Maler und Bildhauer, dessen Namen die Geschichteder Kunst seiner Nation mit Ruhm nennen kannSein Grabmal des Admirals Chabot steht jetzt imMuseum der französischen Monumente; und ebenso sein berühmtestes Gemälde des jüngsten Gerichts,dessen Manier freylich im Ganzen etwas insTrockene fällt, die Zeichnung aber correkt, die Ge-danken edel, und die Köpfe voll Ausdruck find.Noch heutigen Tages werden seine Zeichnungensehr gesucht, deren Umrisse und einige Schraffi-rungen gewöhnlich mit der Feder gemacht sind,und das Ganze sodann mit Bister oder Ultramarinausgetuscht ist. Auch als^Baumeister hatte er sicheinen Namen gemacht. Die schönsten Arbeiten in-dessen, welche diesem beynahe universellen Künstlervollends einen allgemeinen Ruhm verschassten,waren seine Glasmalereyen, worinn er, theils alsErfinder, theils als Nachahmer einen hohen Gradder Vollkommenheit erreichte. Die Zahl derselbenist unermeßlich, besonders da ihm noch viele zuge-schrieben werden, welche bloß von seinen Zöglin-gen , doch nach seinen Ideen und Zeichnungen aus-geführt sind. Unter dem Vortreflichsten, was erin diesem Kunstzweige mit eigner Hand geleistethat, zeichnen sich die Fenster der Parochialkirchevon St. Gervais zu Paris noch ganz besondersaus, welche er wetteifernd mit Robert Pinaigrierverfertigte. Unglücklicher Weise haben die meistenderselben wahrend den Stürmen der Revolutiondas Schicksal gehabt, zerstört zu werden, daherman jetzt über das meiste auf le Drei! (S. 49.) ver-weisen muß. Ein ihm zugeschriebenes Emailstück,welches gymnastische Uebungen vorstellt, und zweyGlasgemälde mit lebensgroßen Figuren, die sichjetzt im Saal der französischen Monumente des jXVI. Jahrhunderts befinden, werden indessen von lLands» (Annal. III. 58 - IV. 126. V. 73.) aus-führlich beschrieben, und, wie aus der beygefügtenAbbildung im Umrisse erhellet, in Vorzügen undFehlern sehr richtig beurtheilt. Endlich hat Cousinzwey Werke in Druck gegeben, welche das Lob mit !Recht verdienen, das ihm vasarr in der Lebensbe- >schreibung des M. A. Raimondi ertheilt. Daseine führt zum Titel: lüvre äs ?srspsctlve etc. !und erschien schon bey seinen Lebzeiten 1560. daszweyte: lävrs äs kortraicturs, avsc 6§ures enbois etc. erst nach seinem Tode 1593. beyde zuParis; letztres späterhin auch 1625. und 42. mitetlichen antiken Statüen vermehrt. Die darinnbefindlichen Figuren werden insgemein für seineeigene Arbeit, und wird er daher, wohl nicht ohneGrund unter die Formschneider seines Zeitaltersgezählt; was aber nicht hindert, daß Papillones sicher namhaft übertreibt, wenn er alle unterden Regierungen Heinrich und Franz II. Carl IX.und Heinrich III. in zu Parjs gedruckten Büchernbefindlichen Holzschnitte Cousin zuschreiben will.Gestochen nach ihm kennt man, neben dem schonim Lexikon angeführten jüngsten Gerichte in is.Blattern von Peter de Jode, die Cyclopen welcheden Blitz schmieden, von L. Gaultier, und dieeherne Schlange, nach seinem Gemälde bey denBaarfüssern, mit der Unterschrift: 8. keclt, daswohl Stephan de Losne bedeuten soll. Flo-rillo III. H4—H5. und