Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Gerard^

„Es ist nicht zu läugnen, daß in dieser Kompostklon ein höherer poetischer Geist herrscht, als man,ihn sonst in neuern französischen Gemälden zusehen gewohnt ist, von denen viele sogar eine an-tipoetische Tendenz habeir." Auch dieses Bildward von Godefroi in London in derselben Manierwie Amor und Psyche gestochen, und Lands»klagte diesfalls den Künstler einer Anglomanie an,da sich bekanntlich in Frankreich Stecher befinden,mit welchen gegenwärtig kein englischer sich mes-sen könne. Noch an einem andern Ort (!. a. 144)nennt Ebenderselbe unsern Künstler „den Maler,der an Grazie so reich sey, als David an Kraft";und zwar dies bey Gelegenheit seines im I. rgor.ausgestellten Bildnisses der Gemahlin des erste»Consuls, so wie hinwieder von Fiorillo (I. c.470—71.) noch mehr andre trefiiche Arbeiten,Zeichnungen von Scenen aus der Revolutionsge-schichte, Familiengemalde und Bildnisse angeführtwerden. So sah man z. B. 1805. in seiuevWerk-stätte dasjenige der bekannten Madame Recammier;jene Stellung voll Grazie und Anstand, im Ge-sicht den Ausdruck der ihr eigenen natürlichenFeinheit und überlegten Anmuth — kurz ein Bild,welches Alle, die das Original kannten, durchseine Wahrheit entzückte. Um dieselbe Zeit hatte erden berühmten Reisenden Alex. Humbold, mit demer in freundschaftlichen Verhältnissen lebte, baldnach dessen Rückkehr in Europa, zu Paris mitausserordentlicher Aehnlichkeit nach dem Leben ge-zeichnet ; und so eben (1806.) ist davon ein vonDesnoyers in bloßem Umrisse, aber sehr geist-reich geätztes Blatt in Weimar erschienen. Nochein andres seiner Bildnisse (der MadmoifelleBrognard) wurde mit der Joconda des Leonardoda Vinci vergliechen N- Reich ardt verrr.Br. 1 . 477 — 73 .) rühmt von Gerard, «och nebenseiner Kunst, und der reine» Liebe für dieselbe,seinen eben so sichern und männlichen, als mildenund freundlichen Charakter, der sich schon durchseine edle und liebliche Bildung verkündige. Mansehe wenigstens sein einnehmendes Gesicht in Bloisbekannter Keunion ü'Artir-tss 29. Gerardwar auch einer derjenigen Künstler, welche im I.1806. auf das Gutachten eines Kunstcommitteeshin, den Auftrag erhielt, für den Salon von 1308-eine Folge großer Bilder von den merkwürdigstenEreignissen des deutschen Feidzugs von 1305 zumalen, welche nachher die Galerie des Louvre zierensollten.

G e r a r d, (H.). So heißt ein neuerer Kupfer-stecher, der nach der unten folgenden Mademois.Gerard ein dort benanntes Blatt um 1306 gesto-chen hat. Im ^lmsnacb ües ösaux-^rts wirddieser Künstler unter den damals in Paris lebenden.Kupferstechern noch nicht genannt.

* — — oderG eraerd, (Marcus).Kssleu-sel Mr'scell. IV. 8 ) nennt ihn Garrard, undsetzt seinen Tod, zu London im 74. Lebensjahr,Wohl eben so irrig in 1635. Gandellini sagt:Derselbe habe sich aufs Aetzen gelegt, als 1566.das Malen (ihm ?) (von wem?> verboten worden,und nennt, neben Anderm, von ihm einen Prospektvon Brügges. Eine Zeit lang bekleidete er danndie Stelle eines ersten Hofmalers der Königin Eli-sabeth. Die nach ihm gestochenen Blatter führt,unsers Wissens, nebst einem Verzeichniß meinessel. Vaters, am Beßten der Dmklersche Katalogan. Dahin gehört eine Naturgeschichte der Bärenin 16. Blattern (IVI rc 6ernr<j inv. 1559 -) vonMarc de Byt erst 1664. gestochen (vielleicht nachW Hollard ccpirt, dem solche anderwärts zuge-schrieben werden); dann ein Grupp von fünf Per-sonen in einer Landschaft, deren eine die Lautespielt, von I. Groensvelt, und mehrere andreähnliche Gesellschaftsstücke von P. Schenk und W.Vaillant in Schwarzkuust geschabt; ein verlorener

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Sohn, von diesem letztem; die vier Elemente inPh. Galle's, und 12. Blätter Passion in I Sude-lers Verlag, welche letzter» der Katalog von Bran-des selten nennt; ein Orpheus und die neun Mu-sen, ohne Namen, in acht Compartimente ver-theilt , u. s. f.

Gerard, (Margaretha), eine französischeKünstlerin, geb. 1759. Schwägerin und Schülerinvon Fragonard, welche nach ihm ein Blatt: ^uOsnis cls krsnklin zugeeignet, und nach Vidalls Priompke de Wnstts und Is Prozent gesto-chen hak. Auch soll sie in Lerburg's Styl gemalthaben. Lara» Ld. SSL. und

— — ( ) vermalte Fragonard; der obi-

gen Künstlerin Schwester. Auch sie soll etlicheBlätter geätzt haben. FaE sec. Ld.

— — ( ). So heißt auch im /slmnnok

ds8 llenux - 4 rt 8 von 1303. eine, wahrscheinlichvon obigen beyden verschiedene, neuere damals inParis lebende Malerin von Familienscenen. Schonbey dem Künstler-Concurse von 1301. wurde ihrerArbeit ehrenvolle Erwähnung gethan, und die Ge-sellschaft der Kunstfreunde zu Paris kaufte von ihrein allerliebstes kleines Gemälde, das eine jungeFrau vorstellt, die von ihrem abwesenden Gatteneinen Brief erhält, und nun auf der Weltkugelseinen Aufenthaltsort sucht (späterhin im Besitzedes Malers Barrigue) blouv. d ^rt8 I. 27. 43.und 359. Alsdann sah man auf der Pariser - Aus-stellung des I. XIII. von ihr: Das Morgengebet:und: Den alten Staatsrath, der die Sitzungaufhebt. „Nichts" (heißt es in den diouvt-llssäe8 Art8 IV. p. li?.) „kgnn graziöser seyn,als das junge Mädchen auf den Knieen in demersten der gedachten Gemälde; das zweyte hinwie-der darf durch die Harmonie und Starke des Co-lorits sowohl als durch die köstliche Ausführungden guten flamändischen Stücken an die Seite ge-setzt werden." Und überhaupt wird dort von ihrdas Urtheil gefällt: Die Anmuth ihrer Gegenständeund die Lieblichkeit ihres Pinsels mache immervergessen, daß die Wahl ihrer Köpfe mannigfalti-ger seyn könnte. Ungefähr dasselbe sagt Lands»VI. ,Z5. mit der beygefügten Bemerkung: „Nurdurch ein aufmerksames Studium der Natur ge-winnt der Künstler diese Mannigfaltigkeit." H.Gerard hat nach ihr: 8ouveuir ä'^inaur, daswegen seiner glücklichen Komposition sehr gerühmtwurde, und dann ein beträchtlich großes Blatt:Ustour ds 1s 0ka3S6 sowohl schwarz als gefärbtgestochen.

— oder Guerard. Unter diesemseinem Taufnamen ist auch Gerard van Zyl be-kannt. Mec.

— — ( )- So wird im Alm-maob des

Lsaux - 4 rtü von 1803. auch ein damals in PariSlebender Bildhauer genannt.

Gerardi», (C), ein sonst unbekannter Ma-ler , nach welchem I L. Roullet das Bildniß desGottesgelehrren I. Chaillou de Thoisy gestochenhat. 7 lÄc.

— — (F.). So nennt Gandellini einenKünstler, der nach P von Cortona Gemälden imGroßherzoglichen Pallaste zu Floren; gestochenhabe, und aber wahrscheinlich kein Andrer als derAmon Gherardl des Lex. ist.

* Gerardini, Melchior). S. Gilardini.

Gerasimoff, (Dm.), ein russischer Kupfer-stecher zu St. Petersburg. Von ihm kennt manverschiedene Bildnisse nach Daucourt, Pesne,Rocotof, Rotari, meist von Russischen Großen,auch eines (des Grafen Johann von Buckinghamaußerordentlichen engt. Gesandter za St. Peters-

-) Dieses geschieht in einer, aus dem Magazin encyclopedique, dem Moniteur vem 29. Aug. iZvtz. beyge-rückten (höchst oberflächlichen) Critik des H. Bruun Neergaard von Fiorillo's Geschichte der Zeich-nenden Künste tu Frankreich.