44 c> Giamberri.
abermals manche angenehme Veränderung in dem-selben; das Gcwölb im Vorsaal der sixtinischenKapelle, mit Stukko's verziert, wie man Ähn-liches bisher nichts gesehen hatte; die KapellePaulina mit ihren schonen Proportionen, und dieprächtigen Stiegen, welche von diesen Kapellenzur St. Peters-Kirche führen: Endlich sein Mo-dell zur völligen Ausführung dieses Tempels, wel-ches noch jetzt im Belvedere ersichtlich ist, undworan freylich Michael Angelo, wohl nicht ohneGrund die Menge Kupolen, die dünnen Kolonnen,überhaupt die vielen kleinen Theile, die dem Gan-zen nachtheilig waren — nicht bloß auszusetzen,sondern nachwarts auch so trestich zu verbessernwußte. Lob und Tadel über alle diese Bauten,so wie im Allgemeinen über St. Gallo's Kunstcha-rakter s. man sehr unpartheyisch ausgesendet beytzNr'll'Zia (L6. tsrs. I. 2l5—21) wo neben Andern»bemerkt wird: Daß, ihres mancherley andernWerthes unbeschadet, noch der größte, und dochallerdings so wesentliche in einer solchen Dauerhaf-tigkeit bestanden, daß sie sich niemals — manmöchte sagen auch nur nicht um ein Haar gekrümmthaben. Seine Plane für St. Peter finden sich ge-stochen in Bonnani's kkist. I'empll Vmie. y. 56.von A Specci; dann wieder nach dem hölzernenModelle, welches er davon durch A. Labacco ver-fertigen ließ, und von diesem selbst in A. Sala-manca's Verlag geatzt wurde; wieder das Inneredes Pallastes Farnese, nach seiner Zeichnung, undMich. Angelo's Verbesserungen, in Cl. Duechetti'sVerlag, und endlich seine Madonna von Loretto,von einem Unbekannten gestochen.
* Giamberri, (Baptista oder Anton Bap-tist«), Gobbo genannt, dessen im Lex. unter demArt. seines Bruders, obigen Antons, kürzlichErwähnung geschieht, dem er häufig bey seinenArbeiten behülflich war. Von seinem mit- Rand-glossen und Figuren versehenen Vitruv, und einer»»gedruckten Uebersetzung desselben, sagtLNilizia1 .22t. sie habe, ihrer Dunkelheit wegen, den Druckwohl nicht verdient.
* — — (Franz), der beyden obigen Oheim,und Vater der gleich folgenden Künstler, Julianund Anton. Milizia ( Lcl. tsl'x. I. 90.) nenntihn einen ordentlichen Baumeister. Derselbe istsomit nicht mit dem Bildhauer Franz des Lex.zu verwechseln, welcher ein Sohn Julians war.
* — — (Julian und Anton), ebenfalls ge-nannt St. Gallo, Söhne des gleich vorhergehen-den Baumeisters. „Anfangs" (heißt es beyMilizia Lcl. tsrrr. I. 190—93.) „waren sie Kupfer-stecher und Ingenieure; alsdann legten sie sich aufdie Baukunst." Unter Julians Bauten nennt erbesonders seinen auch im Lex. angeführten Land-pallast, welchen er für Lorenz von Medici, denPrächtigen, zu Poggio di Cajano errichtete, unddarin» noch ganz vorzüglich eine gewölbte Deckevon solchem umfange, daß dergleichen damalsnirgends zu sehen war. Zu Ausbesserung derFestungswerke von Ostia hielt er sich dort — woes jetzt, der verpesteten Luft wegen niemand mehrdrey Wintermonat ausdauern kann — zwey volleJahre auf. Den edeln Fug, dessen auch das Lex.erwähnt, muß man vollends ausführlich bey Mi-lizia lesen. (Einen ähnlichen in der Kunstgeschichtekennen wir von Mengs, der selten ein Geschenk,von dem freygebigen spanischen Hof erhielt, daser nicht mit einem Gegengeschenk erwiederte).Von ihm ist auch der große Bau von Poggio Jm-periale, zu Loretto die trefliche Kupole, zu Romdas prächtige Gesimse von St. Maria maggiore,wo das erste aus Amerika geholte Gold angebrachtseyn soll, u. s. f. u. f. Im Alter erfuhr er aller-
Granr.
ley Unannehmlichkeiten. Zu seinen letzten Arbeitengehören die Festungswerke von Pisa Noch wollteLeo X. ihn zur Leitung des St. Peterbaues gebrau-chen, das er aber ausschlug, und bekanntlich1517. amSteinschmerzen starb. — SeinVniderAn-ton dan war derjenige, welcher der Mole d'Adrianv,jetzt Castell St. Angelo, die Gestalt eines Casiellsgab, von dem die schöne Kirche auf Mvnte Pul-ciano , u. a. herrührt, der dann späterhin von derStadt Florenz zum Oberaufseher ihrer Festungs-werke erkiest wurde, in seinem Älter aber die Kunstaufgab, und sich ganz dem Landbaue wiedmete,Von beyden endlich sagt Mil-zia (!. e.), daß siedie dorische Ordnung merklich verbessert hatten,daneben eifrige Liebhaber der Alterthümer waren -wovon sie große Sammlungen besaßen, und über-haupt die Baukunst, gleichsam als ein Erbgut,ihren Nachkommen hinterließen *).
* Giampiccoli, auch Iampiccolk,(Julian), geb. zu Venedig 1690. von mütterlicherSeite ein Neffe von Marc Ricci. Es ist unbekant, beywem er die Stecherkunst gelernt habe; indessenscheint seine Manier die Schule von Wagner zuverrathen Er hat Landschaft und Geschichteglücklich bearbeitet, und lieferte- neben Andern»,Blatter für das Werk : kitture <lel 8a!ons Impe-riale <lel <Zi körende. Nach Tiepolo kennt
man von ihm einen Christ, der zur Richtstatte ge-führt wird, nach Manozzi eine Lunette im Zocco-lanren - Kloster zu Florenz, nacss Ricci und Zuccha,relli Landschaften; dann »8 Blatter für das Lom-penäinm VitW ?. ?etn stetroini 8enensis (Venet.76.), und endlich» ohne Namen des Malers, dasBildniß des Arztes Jan. Plancus (dieses 1765.),wo er somit in hohem Alter noch lebte. Rost IV.iZZ. und AVsc.
— — (M. Sebastian). S. C- vicchp.
* Giancocondo, (Fra). S. Joh. JocundoMonsignori.
Gianl oder Granni, (Felix), ein italieni-scher Künstler, Schüler des Bibiena, der gegenEnde des XVIII. Jahrh, in Rom lebte, und fürdas Fach der Zimmer - und Theatermalerey vietTalent besaß. Seine Ornamente waren sehr man-nigfaltig, mit Geschmack angegeben, leicht undgefällig behandelt, wmkclmann und s. Jahrh.S. Z 47 - Wegen Mangel an Arbeit sah er sicheinsweilen gezwungen, seinen Stab weiter zusetzen, Sitten - und Kulrurgem. von RomS 237. Seither aber muß er wieder nach Romzurückgekehrt seyn. Wenigstens gab er imJ. 1804.Zeichnungen von guter Erfindung zu der dort er-schienenen neuen Ausgabe der Xotti stomane desGrafen veri, welche von Joh. Camporesi u. a.in leichten Aquatinta-Umrissen flüchtig genug geätztwurden. Eben so zu verschiedenen Blattern desMuses ftsn<;c>is, als:
le Ssuveur ä-i Uoncle, nach Fra Bartholomeo, gesto-chen von 2 - Calendi.
rsiMNe cle Oersrä Oouw, nach Ger. Dvuw, gestochenvon 2 . Defrey.
OsvsUer psrlLvr pour 1 » pi-omen-eUe, nach Knvp, ge-stochen von la Vallee.
kLmilte cie nach einer Seirre von Rubens, ge-
stochen von I. Schmutzer. ,
Veous el nach Zeustris, gestochen von Ro-
mmet.
Ferners sind nach ihm, in Joh. Volpato's Ver-lag zwey schöne Blätter, aus Geßners erstemSchiffer, gestochen. M-ck/?--. Ob es dann dernämliche Gianni sey, der bey Meuse! (MußXI. 95.) ein Bologneser heißt, und um 1788- nebstandern Künstlern in Rom, unter ReifensteinsAufsicht, die — Spielerey kleiner Stücke von eiu-
H Die Flliatkon der Künstler dieses Geschlechts ist somit folgende:
Franz, der altere.
A. Seine beyden Söhne, Julian und Anton. ^ .
z. Anton und Anton Baptista, Franz des altern Neffen, Sohne des Küfers Dartholome picconr,
4. Franz, der jüngere, Bildhauer, dessen das Ler. unsre Zusätze hingegen keine wettere Erwähnung thun.