Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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494 Guerardini.

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Guerardini. S- Gfierardim'.

Guerards, (Marc), ein uns sonst unbekann-ter, bey Basan (Lä. ses.) angeführter Geschlchts-und Landschaftsmaler, geb. zu Antwerpen. Der-selbe soll auch Aesopische Fabeln nach seiner eignenErfindung, und eine Aussicht von Brügge gestochenhaben, und in England gestorben seyn.

— — ( ) ein, wahrscheinlich andrer Maler

von Antwerpen; wußte in seinen Werken Basre-liefs von Marmor wohl nachzuahmen. Man siehetvon seiner Arbeit einige historische Gemälde in derSakristei) der Abteykirche Affiighem, unweit Alost.

cke Descamps.

Guerer, (Demois.), zwey Künstlerinnen,die altere und die jüngere genannt, wahrschein-lich Schwestern (wenigstens wohnten sie in demsel-ben Hause), lebten zu Paris iZoZ- und werden indem Alm-maob äss kesux - t^rts dieses JahrsBildnißmalerinnen genannt.

Girierteri, (Johann Franz). So heißtirgendwo, ohne Weiteres, ein Kupferstecher vonFossombrone, der zu Rom arbeitete. Unter seinenBlättern kennt man einen Europen-Raub.

Guerignan oder Guertman, ( ).

Von einem Künstler dieses Namens kennt man, um1650. gemeinschaftlich mit Vertrand und Bojssevingestochene satyrische Blätter gegen die. Spanier,deren eines zur Aufschrift führt: ls Leo äs I'Ls-psZnol prls pur leg pranyois. AFsc.

' Guerin, (Christian oder Christoph), ein wenigbekannter französischer Maler und Kupferstecher;doch, so viel wir wissen, Mitglied der Akademiezu Paris um 1765. Nach ihm hat Deboire (1781.)das Bildniß des Grafen Cagliostro, und ein Unge-nannter eine Allegorie auf die Heirath des Dau-phins, nachmaligen Ludwigs XVI. gestochen. Hin-wieder soll er auch selbst, zu Strasburg die Ste-cherkunst geübt, und, neben Anderm, ein Blatt:In pstits seanette nach Grenze geliefert haben.Mrc.

— (Egidius). „Dieser Künstler" (sagtWareler) „hatte wenig Genie, wenig Auszeich-nendes, u. verbesserte auch seine Naturfehler nur sehrdürftig, so daß er kaum über das Mittelmäßigekam. Wir erwähnen seiner nur, weil er den Mar-mor mit vieler Kunst meisselte, etwas, das da-mals (wie Dandrs Bardon bemerkt) noch sehrgeschätzt wurde, weil es noch nicht ganz gemeinwar. In den Bädern des Apollo zu Versaillessieht man von ihm die Sonnenpferde, die der ge-meine Mann, eines trivialen Gedankens wegen,hoch bewundert, ächte Kenner aber desto wenigerschätzen. Eben so daselbst seine unbedeutende Figur:Afrika, und zu Paris in der Kirche Salvator eineAuferstehung " Von den beyden erster» finden sichjämmerliche Abbildungen bey Thomassin XA 66 .und 104.

— — (Johann). So heißt ein französischerFormschneidcr, von welchem man das Grabmalder in 1588. ermordeten Herzogs und Kardinalsvon Guise, und dann mehrere Bildnisse, wie z. B.Philipps von Clerembaut, des Marquis P. vonRongerolles und des PräsidentenJ. Tuboeuf kennt.Msc.

— — — — von Strasburg gebürtig, wirdim ^lmanask äss Lesux-^rts von 180Z. unterden damals zu Paris lebenden Miniaturmalern ge-nannt , und gehörte noch 1306. zu den vorzüglich-sten derselben. Dieser ist wahrscheinlich derselbeI. Guerin, nach welchem G. Fieffinger (1793-) zuLondon ein schönes Bild von Mirabeau in punkrir-tcr Manier geliefert hat.

— — ( ) ebenfalls Guerin von Stras-

burg genannt, und irgendwo mit dem Vornamen

Guerin.

G. bezeichnet (doch nicht unwahrscheinlich derObige, der seit 1303. mit seinem damaligen Kunst-zweige einen neuen verbinden mochte) erscheintseit i8oä- als Kupferstecher; und sah man nämlichvon ihm im XX V. Heft des Nüsse Irari^ois einen(schlecht gestochenen) Musentayz von Jnl. P,pjnach Dütertre's Zeichnung; nach derjenigen vonSerangefi, im XXXV. Heft das Gesicht von tztBenedikt von le Sueur; und endlich, nach Gramgers Zeichnung, in eben diesem Werke einen antikenMcleager (ein braves Blatt). Ob es derselbe seywelcher seiner Zeit die Bildnisse der Kongreßqe-sandten zu Nastadt geliefert hat, ist uns unbekannt.

Guerin oder Lberin, ( ) ein ftanzös

Bildhauer. Von ihm kennt man Figuren an demKönigl. Schlosse zu Sanssoucy und an den KöniglGebäuden zu Potsdam. In 1760. gicng er nachFrankreich zurück, M'colai.

— — ( ) Stahlschneider bey der Münze

zu Strasburg, daselbst geb. 172 . verfertigte auchciselirte Arbeit in Gold und Silber. Sein beßteüStück ist ein Kopf von Ludwig X V. und ein Brust-bild der Minerva. Ein Sohn von ihm, geb. ,75 .arbeitete als Kupferstecher zu Paris. Von letztemkennt man, neben Anderm, das Bildniß des'Kar-dinal- Bischof zu Strasburg , das sich vor dem I.Band der Xlsroü's Us PÜlAliss st äes Xvsguezprmsss äs LtrasbourA par I'Abbö

776. befindet. Der Vater lebte noch um 177z.der Sohn um 1789. Mensel I. II.

— — ( ) einer der vorzüglichsten Künstler

der neuesten französischen Schule. Derselbe (heißtes bey Fiorillo (III. ä99-5«i.) verdient unterden zahlreichen Schülern von Regnault den erstenRang. Schon im IV. Jahre der Republik stellteer zwey Gemälde aus: Gern, auf Befehl seinesBruders Caracalla ermordet, und: ssoriolaii,vom Tribun zum Tode verurtheilt, aber von derrömischen Jugend gerettet. In beyde» erblickteman schon die großen Talente des jungen Künst-lers; noch mehr, als er im VII. Jahr zum dama-ligen Salon seinen Markus Septus gab, wiederselbe, Sylla's Proskription entwiechen, bey sei-ner Rückkunft seine Gemahlin todt, und seineTvch-ter in Thränen zu ihren Füßen findet. Dieses be-wundernswerlhe Kunstwerk, welches in Absichtauf Erfindung, Zeichnung, Ausdruck und Coloritnichts zu wünschen übrig(ließ, machte im Publikumein um so.viel größeres Aufsehn, weil eben da-mals die tragischen Scenen der Revolution nochin frischem Andenken waren, und brachte zugleichdurch seinen innern Werth unrer den damalige»Künstlern zu Paris einen solchen Enthusiast»' her-vor, daß sie einmüthig erkannten, dasselbe miteinem Lorberzweig und der Inschrift zu krönen:T)on den Bünsilern zuerkannt; wo dann Hen-nequin (der einzige Künstler, der dasselbe Jahrvom Institut den Preis erhielt) verlangte, daß dieEhre dieser Krönung ihm überlassen würde (jour-lisl äs Paris 8. Venä. H. VIII. und Dsesäs plti-losopk. eV VIII. N. XXIII. p. 9-s). Dies ge-schah bey einem großen Gastmal, wobey, nebstallen Artisten, auch mehrere Gelehrte gegenwärtigwaren; alsdan vien, Regnault und David eben-falls mit Lorbern gekrönt wurden, und Vincent, imNamen aller Schüler den ersten derselben, als da-mals schon den Aelterväter aller lebenden Malerin Paris, umarmte. Ueberdies war es allgemeinerWunsch, daß die Regierung dieses Bild kaufenmöchte; allein einige Hindernisse traten ein, undes kam um den Preis von 10,000. Fr. in die Händeeines Privatmanns (seither hat Blot dasselbe, nacheiner Zeichnung von Bouillon in Kupfer gestochen).Einen so allgemeinen Beyfall hingegen erhielt seinephadra und Hypolirh nicht, welche er bey demSalon vom I. X. ausgestellt hatte: »In den Ge-stalten seiner Helden" (hieß es jetzt) „zeige erdenk-lich , daß er Italien nicht besucht — sich einzig mParis, wo meist zu schlanke Figuren zu sehen sind,gebildet habe — und überhaupt seine Formen nur