Guglielmo.
* Guglielmo, (Gregorius). Zu Rom siehtman nichts Oeffentliches von ihm. In Turin beySt Solutori und dessen Mitheiligen, soll ein die-selben vorstellendes Altarblatt im guten römischenStyl seiner Zeit, d. h. in Maratti's gemalt seyn.Nach ihm haben I E- Hayd und G. C. Kilian seinBildniß, und A. Tischler die Scenen zu einer thea-tralischen Vorstellung des Herkules am Scheidwegeaeiiocken. I. 555 - und Heinecke
x^achr. I. 5o-5l. und ll.Vorred. XXl V. sprichtziemlich abschätzig von diesem Künstler, den erselbst nach Sachsen verschrieben, der aber seine»(man merkt nicht recht welchen?) Erwartungenschlecht entsprochen hatte.
— — (Messer), ein berühmter Baumeister zuAvignon, der in der Mitte des XIV. Jahrh, unterder Regierung Papst Clemens IV. nach Prag gieng,um daselbst eine Brücke zu bauen.
— — S. Wilhelm Tedesco.
— — und Nicco.lo, zwey Bildhauer zu
Verona vor Ao. 1000. verfertigten einige unförm-liche Figuren an der Vorderseite der dastgen KircheSt- Zeno. R OomcK.
Guhle, ( ) ein Bildnißmaler, heirathete
1721. die Wittwe von P. Cauliz, die das Ausbessernder Gemälde von ihrem ersten Manne gelernt hatte,und ferner fortsetzte. Aicolai.
*Gujard, ( ). Derselbe hieß Lorenz oder
Ludwig, geb. zu Chaumont in Baffigny (1728 ).d'Arqensville II. 328. nennt ihn den einzigenSchiller von Bouchardon; dagegen wird er vonAndern auch unter die Schüler von Vandieresgezahlt. Um 1754. gieng er als Konigl Pension-nair nach Rom, wo er sich lange aufenthielt. Erlebte noch 1791. l- 0. In Bachaurnonrs lVlemol-res sscrets I) III. p. Z^I. findet man eine lesens-wurdige Anecdote von diesem rechtschaffenen unduneigennützigen Künstler. S. auch denArt-Penrot.
— — ( ) ein Frauenzimmer dieses Na-
mens malte um 1780. Bildnisse, und war Mitgliedder Königl. Akademie zu Paris. S, unten auchGuyard.
*GuibaI, (Niclaus), der jüngere, welcherim Lex. unter dem Art. seines Vaters, gleichenNamens, erscheint, st. 1784. Die Schrift:kelinann und sein Jahrh 280-81- zahlt ihn zudenjenigen Künstlern seiner Zeit, von denen es dortheißt: „Sie hatten ein bloß zum Praktischen sichneigendes Talent. Das Ernsteste gleitete an ibnenab; sie überliessen sich ihrer Natur Wohl erkannteman Mengs Schule in ihren Werken; aber nichtaus der wohlverstandenen Zeichnung wohl gewoge-ner Formen, sondern bloß an hellen, munternFarben, und dem herrschenden guten Ton im All-gemeinen." Seine Lobrede auf Nicl. Poussin er-hielt I78Z. den Preis der Königl. Akademie der Wis-senschaften, Litteratur und Künste zu Rouen, underschien in gleichem Jahre zu Paris im Drucke.Seine beßten Schüler waren: Hetsch, Heideloffund Mettang. Mrc. I. Ritter hat nach ihm einenCupido schön gestochen.
* Gurbb 0 ns. S. Gibbons.
Guibert. S. den Art. I. B. Pigalle in un-serm Supplemente.
Guchard, (Anton), ein Baumeister; arbei-tete um 1529. zu Chalons in Champagne- Lmr-I. 274.
— — ( ). So nennt ein Aufsatz in Meus
Arch. IV. 91. einen, wahrscheinlich französ. Bild-hauer, von welchem man auf dem Salon zu St.Petersburg 7 Zc> 4 . mehrere fthr ähnliche Büsten inEyps, namentlich eine des Großfürsten Konstantinin der Uhlanen-Uniform sah.
* Guldebaulr, (S.), ein uns sonst unbe-kannter Maler, nach welchem Joh. Hainzelmanneine H. Familie, Christus in der Wüste, und Chri-stus der St. Petern die Schlüssel reicht, gestochen
Guidi. 497
hat. Ob er nicht der Simon GlMebam desLex. seyn dürfte?
* Guidi, (Dominicus). „Dieser Künstler"(sagtwarelet) „kam sehr jung nach Rom, in Al-gardi's Schule, und machte seinem Meister Ehre,ohne deshalb zum ersten Rang in seiner Kunst zugelangen; da er nämlich sehr oft den Vortheildem Ruhme vorzog, Arbeiten zu allen Preisen über-nahm , und solche durch mittelmäßige Künstler aus-führen ließ. Zu seinen beßten Arbeiten gehören:Seine Statüe des Herzogs von Bagni in der KircheSt- Alexius auf dem Aventin, die von ClemensIX. in St. Maria maggiore, Josephs Traum,dem ein Engel das Geheimniß der — Empfängnißentdeckt, in Madonna della Vittoria, und einBasrelief auf dem Altare des Oratoriums vonMonte di Pieta." Etwas vortheilhafter urtheiltvon ihm die Schrift: Winkelmann und seinJahrh. S. 260. wo es von ihm heißt; „Er folgteAlgardi's Styl, hat ihn aber in dem Derben undKräftigen seiner Formen nicht erreicht. Eines sei-ner beßten Werke, und in der That verdienstlich,ist das Basrelief auf dem Hauptaltar von e^t.Agnese zu Rom, welches die H. Familie darstellt.Nicht weniger geachtet war sonst sein Grabmal desKardinal Jmperiali in der dortigen Augustiner-Kirche,. an welchem man besonders die Erfindungpries. Da aber das Hauptmotiv unter die Wap-pen-Allegorien gehört, und das Uebrige gewöhn-liche Gedanken sind, so können wir zum Lobe dessel-ben eben nicht viel vorbringen. N. Dorigny hat nachihm einen Ludwig XIV. (vielleicht den Medaillon)in seiner lieuommös äs I^vuis XIV. im Gartenzu Versailles) gestochen, welche letzkre bey Thormafsin XE 6z. jämmerlich abgebildet ist — dann B.Fariat (sehr schön) die gedachte Pieta, und A.Westerhout den Engel mit der Lanze gestochen.Von erstgedachter Fama, deren auch das Lex. Er-wähnung thut, bemerkt oben angeführter Kunst-richter: „Obschou Guidi zu Rom , und also weitgenug von le Brun entfernt war, so konnte er sichdoch der Herrschaft dieses ersten Malers des Köni-ges nicht entziehen, und sah sich genöthigt, nachder Zeichnung zu arbeiten, die er von ihm em-pfieng." FÄL/rr- und M§r.
* Guidi, (Jost Tbydisius). Es sind 9. Blat-ter Statüen, welche C. Dloemert, nach seiner Zeich-nung , für die Galerie Justim'ani gestochen hat.Ein Veneichniß meines sei Vaters spezifiziert sieGandellini nennt ihn verkehrte einen der Stechergedachter Galerie.
* — — (Michael Angelus), dessen jnr Lex.kürzlich unter dem Art. seines Vaters gedacht wird.Nach Basan (L6. 8eo.) hatte er bloß mit demGrabstichel, aber mit minderm Erfolg als Ra«phaet gearbeitet.
— — (Raphael), Kupferstecher und Kupfer-ätzer, geb. zu Florenz um »540. hat bis 1600.(wohl bis 161z ) in verschiedenen Orten Italiensgearbeitet. Nach seinem Vortrage ist zu vermuthen,daß er entweder in der Schule des C. Cort oderA. Carracci's studirte Er brauchte den Grabstichelmit vieler Leichtigkeit, zeichnete richtig und mit Ge-schmack, und die Aussenthcile seiner Figuren sindgut ausgedrückt; und wenn er gleich seinem letztge-nannten Muster nicht gleichkömmt, so sieht mandoch in seinen Blättern eine Meisterhand , welchebeweist, daß er ein Künstler von ausgezeichnetenTalenten war. Rost III. 215 17 wo das Vor-züglichste, nachBarocci, Joscpino, Polydoro undChristoph Schwarz von ihm, in einem Verzeichnißmeines sel Vaters aber Mehreres, nach A. Fönte-buoni, I. B. Paggi, I. Palma, A. Tempesta undF. Banni (somit fast lauter Historisches) angeführtwird, das mit 1598—i6iz. datirt ist. Der wink-lersche Katalog nennt namentlich eine sitzende Ma-donna, die an verschiedene Kirchen - Orden denRosenkranz austheilt (ohne Namen des Malers),ein (gestochenes) Blatt von großer Feinheit. Oonfi.trarräeÄm.
* — — (Tvmmaso). S. Masaccio.
Sss