Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Hacken,

Hackert. 505

sichten, welche von erwähnten Künstlern geetzk,nnö von ihm mit dem Grabstichel beendigt wurden.In der Allg. Runstz. I. s. wird das Blatt derUeberilcht der phlcgräischen Felder, vom Camal-dulenser-Berge genommmen, besonders gerühmt.Endlich kennt man von ihm einen Morgen undAbend nach Gasparo Dughet, Von mehrernKunstrichtern wird seine Arbeit überhaupt einigerHarte und Trockenheit beschuldigt. Winkelm.u. s. Isfich. Z 5 u.

* Hackerr, (Jacob Philipp), RostII. si 5 .setzt sein Gcburthsjahr in 172/j. Zu Berlin zeichneteer zuerst nach den Bäumen des dortigen Thiergar-tens. Zu Paris studirte er nach Lorrain, Poussinund Verner. In Italien vergrößerte das Stu-dium der Natur und Kunst seine Manier, undgab seinem Colorit mehr Leben. Seine neue Artin Oel und Gouache zu malen fand bald allge-meinen Beyfall. Mehrere Jahre arbeitete er un-ermüdet zu Rom, Albano und Livoli, wo erein eigenes Haus hatte. Zu Livorno malte erfür die Kaiserin von Rußland die Zerstörung derFlotte zu Lschesnie auf eine über zehn Fuß hoheTafel; und der Graf Orlow lies ihm zu diesemBehufe ein altes rußisches Schiff in die Luftfliegen '*). Don dem Pabste und dem Großherzogevon Toscana wurde er ebenfalls mit Gunstbezei-gungen überhäuft. Endlich wurde er i. I. 1786.von dem Könige von Neapel als Hoflandschafts-maler mit einem Gehalt von 1200. Dukaten beru-fen, und Acton, den er schon in Livorno kannte,ward bald sein entschiedener Gönner. Mit Be-nutz wurde er nach Rom gesandt, um die Farne-sischen Kunstwerke abzuholen. Die geschickte undfeste Weise, womit er sich Hiebey benahm, erwarbihm die Gunst, daß ihm zu Neapel ein Flügeldes königlichen Pallastes Francavilla an einer derherrlichsten Aussichten, und zu^Caserta der kleinealte Pallast zu bewohnen eingeräumt wurde. Auchbezahlte ihm der König alle Stücke die er fürihn malte, nach dem Preise, um welche der Künst-ler selbst sie ihm anschlug. Von dem feinen undgroßen Ton, auf welchem dieser Ma'nn lebte,dem Talent und Glück so viel zuwandte, wissenReisende und Reisebeschreiber nicht genug theilszu erzählen, theils zu preisen. Gerühmt wirdnebe» anderm von ihm, daß gewöhnlich diejeni-gen Arbeiten seine beßten sind, welche er fürKenner und Freunde malet; getadelt hinwieder,daß er eine Preisliste von der Größe seiner Ge-mälde, wie man sie bey ihm bestellen konnte, dru-cken lies, und dadurch seine Kunstwerke zu einergewöhnlichen Kaufswaare herabzuwürdigen schien.Von seinen Bisterzeichnungen, welche in der Fernedie kräftigste Wirkung thun, wird bemerkt, daßcr sie gleichsam — nur hinschreibe, — Neben denbereits im Lexikon bemerkten Künstlern haben nachihm gestochen: Georg Hackcrt, sein Bruder; dannAloja, Ankonini, Barnes, Deny, Düfour, Dun-ker, Eichler, Gmelin, le Gouaz, de Grado,Haldenwang, Lacroix, Lorienx, Morel, Mouchy,Ozanne, Paris, le Vasseur und Volpato. Eben-falls Rost führt 2i. von Jacob Philipp selbst(176Z—66.) geetzte Gegenden aus Pommern undder Insel Rügen, (wo er sich früherhin zu Bol-ocwitz ein Paar Jahre aufgehalten, und die dor-tige Natur mit großer Wahrheit gemalt hatte),v. andre aus Schweden, 6. aus der Normandie,mid endlich neapolitanische vom I. 1779. an.Die beliebten Mondschein-Landschaften, welcheLIestenchaler aus Salzburg zuerst ausgeschnitten,hatte Hackerr durch Oelfarbe» vereinfacht undverbessert. In 1799. las man daher von unserm

Jacob Philipp in der Gotthaischen gelehrtenZeitung (S. Z20.) aus einem Briefe aus Nea-pel eine Noiitz, die eines solchen Künstlers kaumwürdig war: »Hackers" (heißt es dort) »hatdie Erfindung gemacht, unsre Zimmer mit male-rischen Darstellungen von Landschafksszenen zubeleuchten. In ein längliches Kästchen, das hin-ten durch ein Paar Lämpchen matt erleuchtetwird, steckt man von vorne hinter Glas ein be-sonders dazu gemachtes Gemählde von einerLandschaft, welche sich dann durch das matteLampenlicht so präsentirt, wie eine vom Mondbeschriebene Scene. Dieses Kästchen, des Abendsins Schlafzimmer gestellt, kann die Stelle einesNachtlichts vertreten, und der schöne Anblick derLandschaft dem Einschlafenden einen angenehmenTraum verschaffen." Indessen zeigt eine noch,ausführlichere Nachricht hierüber im deutschenMuseum 1791. St. VI. S. 687. (welche vonH. Doktor Mever in Hamburg herrührte), daßHackerr schon um diese Zeit sich mit solchenKunstwerken abgegeben; »was freylich" (heißtes dort) »um so viel begreiflicher war, wenn manwußte, daß so ein Bild, von 5 -rft Breite, und2— 3 < Höhe, für die rußische Kaiserin gemalt,mit 2vo. Zecchinen bezahlt wurde. Von seinemThun und Wesen in Neapel liest man r8o3. inder AUgem. Runsiz. (III. 229—82.) neben An-derm: »Mit veruiki ward er nach Rom gesandt,um die Farnesischen Kunstwerke abzuholen, wozueinige Schiffe nach Civita Vechia segelten. Erbenahm sich dabey würdig und politischklug, be-nutzte die Vakanz-Zeit der Kardinäle, drohte mitSchebecken und diktirte dem verlegenen vertrustdie Formeln wegen der päbstlichen Erlaubniß undden Pässen. Dieses artistische Geschäft wardnur indirekte ministeriell unterstützt und gelangbald nach Wunsche Dieß erwarb Hackerren dieGunst, einen Flügel des dem Könige Heimgefalle-nen und einen Theil der Stadt und des Meer-busens übersehenden Francavilla-Pallastes, auchzu Caserta den kleinen alten königlichen Pallastzu bewohnen. Hackerr ist ein feiner Hof- undWeltmann. Zu Easerra geht er ins KöniglicheBillard-Zimmer, und der König sieht ihn auchda gern. Er hat den Titel: Vrimo Viktors lilCamera. Aber Don Filippo zu heißen, ist nursein genüglicher Stolz. Bald giebt er ministe-rielle, bald artistische, bald Fremden-Tafeln,und die Zahl der Gäste läuft, nach Art der Grie-chen und Römer, fast nie über die Zahl der Musen,und nie unter die Zahl der Grazien, an einemder traulichest Gesellschaftlichkeit geweihten rundenTische. Er lebt auf einem großen Fuße, hältEquipage und Reitpferde, und genießt sein fleis-siges Leben in heitrer Gesundheit. Früh Morgensoder vor dem Essen reitet er spazieren; dann ar-beitet er einen langen Vormittag, und um 3 . Uhrwird gespeist- Der übrige Theil des Tages istder Erholung und Besuchen gewidmet. Zuweilenzeichnet er noch Abends, wo Montags und Frey-tags Künstler und Fremde sich bey ihm versam-meln. Geht der Hof nach Caserta, und folgt derKünstler nicht auch dahin, so bezieht er dannseine Wohnung zu Pozzuoli, und holt sich neueStudien in jenen mahlerischen Gefilden. SeinTalent wird baar und reichlich belohnt; wasvielleicht anderwärts nicht in dem Grade der Fallwäre, weil hier jeder bedeutende Fremde, der ge-schickte Künstler besucht, von jedem etwas mit-bringen will, und dazu schon sein Gewisses be-stimmt hat. Hackerr ist schon ein Veteran in derKunst, und fährt fort in jugendlicher leichterStarke die Liebhaber mit seinen Gemählden und

H FioviUo Rl. Schr. II. S. I. erzählt diese spektaculöfe Kunstanekdote genauer, wie folgt: „Ein hohesInteresse hat (in den Geschichtssälcn zu Petershoff) das Gemäld, welches das Schiff des tapfern Seehclden,des Vizeadmirals Spiridow darstellt, welcher, da die Pulverkammer in Brand gerieth, in die Luft flog.Die Offiziere von Pahlen, von Handwich u. a. retteten sich auf einem Boot, und sind in einiger Entfernungnoch zu sehen. Wie Orlow dem Maler diese Scene aufgab, sagte dieser; „Das kann ich nicht malen, den»ich sah nie ein Schiff in die Luft fliegen." „Gut"! erwiederte Orlow, „Sie sollen es sehen." Alsdannkaufte er ein altes Schiff, dessen Pulverkammer gefüllt und durch eine brennende Lunde angezündet wurde.Der Maler wartete am Ufer und konnte nun die Wünsche des Admirals befriedigen.

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