H o fn a s.
Hogarth. 55§
unter Go. dortigen jungen Künstlern den Preis;alsdann trat er 1760. in obbemeldkc Dienste, undstarb im I- 179b Man findet von ihm viele Por-traits und Familienstücke in Mannheim- Mainz,Frankfurt am Mayn, Regensburg, u a. unterwelchen besonders eines seiner eigenen Kinder sichausniirimt. Mensel II. Baue. In spätern. Alter-muß sein Ruf sich in etwas vermindert haben;weniastens heißt es von ihm in einem Pamphlet von1791. (Mensel Mus. XVIII. 46 »-)-' »Derberühmte H. Hofnas hat jetzt hier wenig Arbeitmehr; indessen weiß er sich durch Heimsuchung derumliegenden Gegenden Beschäftigung zu erwerben.Die letzte Arbeit dieses Meisters ist eine alte Weh-mutter von 102. Jahren die ihm nicht sowohl vielenBeyfall als viele Arbeit verschaffet hat."
Hofnas, ( )- ein Sohn des Obigen.
Um i 8 o 3 . hieß es von ihm in der AUg. Lunstz.S. tgb. er male zu Mannheim Miniatur, undzeichne in Bister mit vielem Geist und Fleiße.
-»Hogarrh, (Wilhelm), geb. zu Londoni6g8. der Sohn eines Schulmeisters und Correktors,der ein lateinisches Wörterbuch schrieb. Anfänglichward er zu einem mittelmäßigen, nachwcrts zueinem berühmten Goldschmiede, Ellis Gamble, indie Lehre gethan, eigentlich bloß um Wappen undNamenszüge auf Geschirr zu stechen. Allein seinHang für die Kunst, und namentlich für die Gat-tung, worinn er nachwerts so berühmt ward, ent-wickelte sich frühe bey ihm. Alsdann besuchte erdie Akademie in der St. Mart-ns-Straße, um sichweiter im Zeichnen nach dem Nackten zu üben.kEr brachte es aber" (sagt walpole) „hierin niezu einiger Vollkommenheit. Sein Genie hieß ihn,Hharaktere, Leidenschaft und Seele nachahmen.Großer Colorist ward er eben so wenig; seineStarke bestand im Ausdrucke,-nicht in Tinten undim Helldunkel. Man hält ein Bild, das eine Ge-sellschaft in Wanstead vorstellt (wo es noch auf deMLandsitze des Lords Tylney aufbewahrt wird), fürdas erste Stück, wodurch er sich als Maler zeigte.Die Figuren darin sind alle nach dem Leben ge-zeichnet, ohne Karrikatur, und die Köpfe unge-mein ähnlich; auch das Colorit darin ist kräftigerals in einigen seiner spätern und mit größerm Fleißausgearbeiteten Werke. Seine ersten geätztenBlatter dann, die sich von 1720— 33 . datiren, fürBuchhändler gearbeitet, und z, B. zu Aubry de läMotraye's Reise, Apulejus goldnem Esel, einemHudibras und einem Mitten bestimmt waren, zeig-ten noch wenige Spuren seines Genies, und wurdenvon ihm oft nicht viel theurer, als das Kupfer ander Platte werth war, verkauft. Doch erregte seineBegebenheit der Maria Tofts (des Mädchens, dasmit Kaninchen schwanger zu gehen vorgab) um1726. bereits namhafte Aufmerksamkeit. Mittler-weile malte er noch immer Bildnisse, Familien-und Gesellschaftsstäcke, die ihm besser bezahltwurden; aber beym Hauptziele, nach welchem erstrebte, blieb er immer unverrückt, und zeichneteso z. B. eines Tags in einem Kaffeehaus, auf —den Nagel ein Bild, das ihm besonders auffiel.In 17Z0. verheyrathcte er sich mit der Lochte,,- desberühmten Geschichtsmaler Thornhill's- Um dieselbeZeit trug er Manches zur Verschönerung des so-genannten Vauxhall-Gartens bey; dort findet mannoch mehrere Gemälde von ihm. Jetzt folgten vonseinen Meisterwerken eines nach dem andern: In1780 seine Begebenheiten einer Buhlschrvester,
Zu welcher sich 1200. Unterschriften fanden; ,735.das Leben eines Lüderlichen. Dann malte erwieder Ernsthafteres : Eine Danae , wo freylichein altes Weib eine Guinee des Vaters der GötterMischen den Zahnen probirt, um zu wissen, obdas Gold ächt seye, und Danae selber nichts weiterals-eine feile Dirne aus Drurylane ist; dann vol-lends einen Teich zu Bethesoa, womit er dasBartholome'-Hospikal, dessen Vorsteher er damalswar, beschenkte, und wo freylich auch der Bedienteeiner mit Geschwüren bedeckten reichen Dame einenarmen Mann fortprügelt, der sich ebenfalls in den
Teich des Heils senken will. Um diese Zeit fiengeneinige der ersten Schriftsteller der Nation, Fieldiiig^Swift u. a. bereits an, unsers KünstlersmitgroßemRuhm zu gedenken. In 1/45. um hier nur dasWichtigste anzuführen) erschien seine <Zei,-achnachder Mode. Ein Pendant zu derselben, die glück-liche Heirarh, wollte ihm nicht gelingen chey derTrauung machte er den Küster, der die Kniebankhinstellt, zur Hauptfigur). In 17^6 erschien seinGarrik, im Charakter Richard III. von ihmgemalt (iin Besitze der Familie Duncombe in derGrafschaft Aork) und von ihm und C. Grignongemeinschaftlich gestochen, welches wir hauptsäch-lich deswegen bemerken > weil dieses Blau, unterden Ausgezeichneten das einzige ist, welches nichtden geringsten lächerlichen Zug enthalt sondernvielmehr den Beschatter mit Schrecken und Erstau-nen erfüllt. Bald nach dem Aachner-Friedengieng er nach Frankreich hinüber, wo sein ächtbrittischer Franzosen-Haß ihm allerley Handel zu-zog, und er eines Tags zu Calais, wo er einStadtthor abzeichnete verhaftet wurde; ein Et-eig-niß, daß er nachwerts durch sein Blatt: O dösenglischen Rinderbratens! verewigte. Da dieNeuheit und der Werth seiner Werke dürftigeKünstler und Kunsthändler gereizt harke, sich seinerZeichnungen zu Nachstichen zu bedienend so wußteer gegen dieselben in 1754 eine Parlamentsakteauszuwirken. Ein Jahr früher hatte er seine mehrberühmte als gute: Zergliederung der Schön-heit aus Licht gestellt, welche schon 1764. deutschvon Mylius, und, sonderbar erst ganz neuerlich.(1806.) nebst seiner Biographie, auch französischerschien. Sie bewies, an dem Manne zumal, dersonst wissenschaftliche Kultur eher verachtete, dasne sutor Ultra in hohem Grade. Bis zum neuntenKapitel hatte der Arzt Benj Hoadly, sein vertrauterFreund, manches daran gefeilt; und nach jenesTode thaten noch andre das Uebrige, aber seltenzur Zufriedenheit des Verfassers, dem die unver-daute Grille — warum nicht? .— zu wohl gefiel.Höchst lächerlich machte er sich in ,707. durch seinGemälde: Sigismunda mit Tankreds Herz, wel-ches er einem sehr berühmten von Correggio oderFurino gegenüber stellen wollte, was ihm die Sa-tyrs eines Kupferstichs, mit der Ueberschrift zu-zog: „Eine Hure, die über eines Stiers Herzheult, von Wilhelm Hog—ärt.'^ In 1762.machte ihm (dessen Griffel sich sonst nie mit politi-schen Streitigkeiten abgeben wollte) sein Blatt:Die Zeitläufte, mit Wittes und seiner Partheygroßen Verdruß. Eine seiner beßken Arbeiten:Saryre auf die Methodisten, datirt sich nichtmehr als sechs Monate vor seinem in 1764. er-folgten Tode. Zu Chiswick, wo er den grösstenTheil seiner Sommer zubrachte , und wo er begra-ben liegt, wurde ihm ein schönes Denkmal errichtet,auf welches Garrik, sein Freund, die Inschriftsetzte: „Leb'wohl, großer Maler der Menschheit:Du erreichtest den edelsten Zweck der Kunst; deinegeschilderten Sittcnlehren ergötzen den Verstand,und bessern durchs Auge das Herz. Leser, befeuertdich Genie, so weile — rührt dich Lstatur, soweih' ihm.eine Zähre. Fühlst du nichts von bey-den, so entweich' — denn hier ruht der ehrwürdigeStaub Hogarrh's " l Von seinen kleinern Plattensind viele zu Grund gegangen, da er solche nichtselten ausgeschliffen, und Neues darauf geätzthatte. Die übrigen vermachte er, da er keine Lei-bescrben hatte, seiner Frau, bey der solche umfiftrte sehr mäßige Preise t das ganze Werk für i 3 .Guineen) noch 1781. zu finden waren. Das beßtrbeschreibende und raisonnirende Verzeichniß seinersämtlichen sowohl von ihm selbst, als von andernnach ihm gestochenen Blätter dann ist wohl Unstreitigdasjenige des Buchhändler hsichols, das in 1783.auch in einem deutschen Auszuge, mit der Auf-schrift: Le^trü^s 211 HlAlkelm Hoxartd's Im-bensbescbrsibunA , nev8t einem naek der 2eit-lolAS geordneten uncl mit Drlclllrunzzen verlei-teten Verteilcvnwss 8erne8 Xupser8ticbvre> Ke3
( 8 . tteip2.1783.) erschien, und aus welchem obessBbbbs